7. - 8. Juli, Anreise


Pünktlich fahren wir um 10 Uhr von zu Hause weg. Ein mulmiges Gefühl macht sich breit, lassen wir doch Cynthia ganz alleine zurück. Vanessa ist ja auch im Ausland und wird erst im Oktober heimkehren.

 

Bis Winterthur erreichen uns einige SMS von Freunden, die uns eine gute Reise wünschen. Mit diesen Wünschen im Gepäck beginnen wir unsere ersten Kilometer zu geniessen und Freude kommt auf.

 

Wie immer wenn wir gegen Osten reisen, übernachten wir auf dem Parkplatz der Therme von Bad Reichenhall. Nachdem die letzte Schweizerzeitung gelesen ist, lassen wir den Abend ausklingen inmitten des Dorffestes, mit Blaskappelle und Bier.

 

Am nächsten Morgen geht die Fahrt früh weiter, wollen wir doch möglichst weit kommen. Das ist denn auch möglich, da der Verkehr auf der Autobahn Richtung Wien und Budapest sehr gering ist. Auf der Umfahrung von Budapest entschliessen wir uns endgültig noch nach Rumänien zu fahren und den Campingplatz in Minis (ca. 12km östlich von Arad) anzufahren. Dies obwohl das Thermometer 39 Grad anzeigt und wir trotz Aircondition schwitzen!

 

9. -11. Juli


Wir beschliessen einen Tag auf dem kleinen Campingplatz im Hinterhof der Familie zu bleiben. Es wird wieder 40 Grad heiss und wir sind froh, bereits am Morgen mit den Fahrrädern im Nachbardorf unsere Einkäufe gemacht zu haben.

 

Am nächsten Tag geht es dann früh los und wir fahren auf der Hauptstrasse Richtung Alba Julia. Trotzdem wir die Hauptstrassen hier in Rumänien nicht lieben, hält sich der Verkehr bis kurz vor Alba Julia in Grenzen. Das Fort hier ist beeindruckend obwohl es ein bisschen verlassen wirkt.

 

Wir freuen uns auf die Weiterfahrt in die Karpaten. Schon vor 2 Jahren wollten wir die TransAlpina von Sebes nach Novaci fahren. Aber damals war fast der ganze Weg einspurig und schlechte Schotterstrasse. Jetzt hat man uns gesagt, dass die Strasse geteert ist und kein Problem!

 

So finden wir die Strasse dann auch vor. Fast die ganze Strecke, mit wenigen Ausnahmen ist geteert, hat aber viele Baustellen. Die Strassenkanten ca. 10-15cm hoch, keine Markierung, keine Leitplanken, Kurven wie zu "Römerzeiten", Steigungen bis zu 20%! Aber herrlich! Kaum Verkehr und wenn einmal ein Auto kommt, dann langsam und nur Rumänen. Mit einem "normalen" Womo ist die Strasse nicht zu befahren, zu eng sind teilweise die Kurven.

 

So fahren wir durch Wälder und hochalpine Gegenden. Auf über 2000m ist es dann auch sehr frisch und windig, aber die Aussicht phänomenal! So siehts aus mit dem Motorrad und einen Monat früher: http://www.youtube.com/watch?v=hRnAjbpu-bw

 

Endlich wieder im Tal entscheiden wir uns  zu unseren Freunden nach Burlusi auf den Camping zu fahren. Sie freuen sich riesig, uns nach 2 Jahren wieder zu sehen und wir lasssen den Abend bei einem gemeinsamen Bier ausklingen.

 

Der Weg nach Bukarest führt uns über 2. Klassstrassen direkt zum Campingplatz. Hier haben wir WIFI und können unsere Post erledigen, die Website nachführen und gemütlich lesen, ebenfalls bei gegen 40 Grad. Zum Glück windet es ein bisschen und ev. kommt noch ein Gewitter und bringt Abkühlung.

12. - 13. Juli - Bukarest


Wir freuen uns auf Bukarest, hat sich doch die Stadt in den letzten Jahren sicher sehr entwickelt. Leider werden wir enttäuscht!

 

100m vom Camping entfernt ist die Bushaltestelle um in die Stadt zu fahren. Wir können weder an der Haltestelle noch im Bus ein Ticket kaufen und steigen deshalb einfach ein. Super, nach 2 Haltestelle ist Billetkontrolle! Beat schweigt und ich versuche alle meine "schleimerische Diplomatie" einzusetzen. Erfolgreich! Zwei Stationen weiter steigen wir ohne Busse aus und kaufen uns Tickets.

 

In der Stadt wollen wir uns einen guten Stadtplan besorgen. Es gibt aber tatsächlich keine Touristeninformation, und damit nur unseren Stadtführer vom Reiseführer. Wir wissen aber dass es einen Touristenbus mit Informationen auf Englisch per Headphone gibt. Also warten wir auf dem Busparkplatz, es sollte ja alle 15 Minuten ein Bus fahren! Wir warten eine Stunde - und unterhalten uns mit einem amerikanischen Paar, welches in den 70er Jahren ausgewandert ist nach Amerika.

 

Endlich, der Bus kommt, wir steigen ein und bezahlen die Tickets. Kaum habe ich mich gesetzt fällt mir ein, dass wir keine Tickets bekommen haben. Also bei voller Fahrt vom Oberdeck runter und die Tickets holen. Diese werden uns mürrisch ausgehändigt.

 

Unterwegs unterbrechen wir die Fahrt und sehen uns das schöne "rumänische Ballenberg" an. Leider sind nicht alle Häuser offen, wir werden aber an unsere früheren Reisen erinnert, sieht man doch auf dem Land noch viele alte Häiuser. Die vielen Workshops mit Kindern waren sehr interessant!

 

Weiter geht es mit dem Touristenbus bis zum berühmten Parlament das mit 1000 Räumen aufwartet. Ceausescu hat halb Bukarest abreissen lassen und im Grössenwahn dieses Parlament erbaut. Leider stellt sich heraus, dass die Besichtigung diese Woche nicht möglich ist wegen wichtiger Gespräche des Parlaments!

 

Bei 40 Grad schleppen wir uns in die Altstadt und essen etwas in einem der vielen Gartenrestaurants. Todmüde entschliessen wir uns nach Hause zu fahren.

 

Hier erwartet uns die Polizei, die zum Glück nichts von uns will. Wir kommen uns vor wie in einem "Tatort-Krimi". Uns gegenüber wurde letzte Nacht jemand ermordet in einer "Cabin" die man mieten kann. Spurensicherung ist da, Fingerabdrücke werden an Gläsern und Flaschen gesucht. Spannend!

 

Den Abend lassen wir ausklingen mit zwei jungen Schweizern, die morgen in die Ukraine fahren und dann weiter nordwärts wieder zurück in die Schweiz. 

 

Heute schreiben wir Karten, waschen und backen unser erstes Brot. Dazu lesen wir Zeitung, wir haben ja Wifi!

14. - 18.Juli Donaudelta


Wir fahren früh ab da wir im grossen Shopping-Center noch Mozarella und Wein kaufen wollen. Diese Luxusartikel gibt es in den kleinen Dorfläden nicht. Dann geht die Fahrt weiter Richtung Schwarzes Meer. Leider finden wir die 2.klass Strasse nicht und wir müssen lange auf einer Schnellstrasse fahren. Diese sind sehr unangenehm, da jeder findet er müsse noch schneller fahren und noch mehr  überholen! So erleben wir leider einen Unfall mit tödlichen Folgen. Wir können auf dem Acker neben der Strasse am Unfall vorbeifahren.

 

Schlussendlich biegen wir auf eine kleinere Strasse ab und erleben die schlimmste Strasse bis jetzt! Schlagloch um Schlagloch, dafür keine Autos. Und das Beste, am Ende der Strasse sehen wir zum ersten Mal das Schwarze Meer!!!!!!!!!!

 

Wir beschliessen den ersten Campingplatz in Constanza anzufahren und im Meer zu baden. Natürlich, wie immer bei uns, ist dies ein spezieller Platz. Nur Russen, Rumänen und Bulgaren. Sehr primitiv eingerichtet und neben dem kleinen Rasen gibts Bars, Restaurants, Verkaufsläden und eine Chilbi. Wir ahnen was auf uns zukommt!

 

Aber zuerst gehen wir an die Beach und Beat wagt sich unter die Menschenmenge ins Wasser. Mir reicht es bis zu den Knien ins extrem warme Wasser zu gehen. Es hat mir einfach zuviele  Leute hier!

 

Am Abend ist dann Rummelplatz bis 2 Uhr nachts. Wir aber sind todmüde und um 10 Uhr im Bett. Vom ganzen Rummel hören wir nichts, so gut schlafen wir!  

 

Am nächsten Morgen fahren wir richtung Osten, schauen uns noch Ausgrabungen von den Griechen und Römern in Histeria an und erreichen das Donaudelta. Hier auf dem gemütlichen Campingplatz in Murighiol geniessen wir die Sonne und lesen viel.

 

Kurz entschlossen nehmen wir am nächsten Morgen die Fahrräder raus und fahren an herrlichen riesigen Sonnenblumenfeldern und Weideland vorbei zwei Dörfer weiter. Es ist heiss, aber die Landschaft super und wir können im "Lädeli" noch unseren Einkauf machen.

 

Früh um 6 Uhr machen wir eine 5stündige Bootstour ins Donaudelta. Nachdem es am Vorabend ein kleines Gewitter gab, ist es kühl am morgen und angenehm auf dem Boot. Wir bestaunen die Vogelwelt und sind begeistert. Riesige Vogelschwärme, Pelikane, Kormorane und viele andere Vögel bestaunen wir. Und wir stellen uns vor, dass wir nur einen sehr kleinen Teil des Deltas gesehen haben!   

 

Morgen geht es weiter an die ukrainische Grenze.