31. Oktober

 

 

bis

 

9. November

 

 

2021



Nun haben wir genug von der Grossstadt und fahren weiter über Land. So geht es am nächsten Tag bei herrlichem Sonnenschein über den Franschhoek Pass. Wunderschön, nur die Motorradfahrer nerven. Zu laut und viel zu schnell fahren sie die wenigen Kurven hoch und wieder hinunter! Morgen sind Kommunalwahlen und deshalb ist das ein nationaler Feiertag. Wegen dem verlängerten Wochenende gibt es auch viele Reisende. Wir geniessen die Fahrt trotzdem und fahren dem riesigen Stausee Theewaterskloof Dam entlang über den Vijoen`s Pass nach Gordon`s Bay. Ein herrlicher Sandstrand! Aber wie sieht das wohl im Sommer aus, denn schon jetzt hat es unglaublich viele Südafrikaner an der Beach obwohl das Wasser sehr kalt ist. Erstaunlicherweise wird sogar gebadet! Wir fahren weiter auf der Scenicroute R44 der Küste entlang. Die Aussicht von den Klippen aufs Meer ist fantastisch. Dann erreichen wir Stony Point mit den Brillenpinguinen. Sie sind einfach herrlich. Zurzeit mausern sie sich, das heisst, sie reissen sich auch gegenseitig die Federn aus, damit der «Pelz» wieder wasserabstossend ist und sie ins Meer zurückkönnen. Das dauert ca. vier Wochen. Für diese Zeit haben sie sich vorher ein Fettpolster angefressen, da sie während der Zeit zwangsläufig auf Diät gesetzt sind. Zudem hat es eine riesige Kolonie mit verschiedenen Kormoranen. Viele haben Junge im Nest. Und dann sind da noch die Klippschliefer die ebenfalls Junge haben und uns verwundert hinter den Felsen hervorguckend beobachten. Auf dem Parkplatz staunen wir über eine Autonummer: Xamax steht da drauf und am Rückspiegel hängt der entsprechende Vereinswimpel! Leider finden wir den Besitzer des Autos nicht, sicher ein Schweizer der in Südafrika lebt oder eine Ferienwohnung hat. Im schönen Dörfchen Kleinmond übernachten wir und sind froh, dass es abends recht kühl wird, denn die Nachbarn berieseln uns mit lauter Musik. So wird es dann doch ruhig um ca. 22.00 Uhr.

 

Ja und dann regnet und stürmt es den ganzen Tag. Wir beschliessen einen Reisetag einzulegen und fahren auf Nebenstrecken, sprich oft auf Pisten durch riesiges Getreideland. Es ist hügelig, aber trotz Regen schön. Unterwegs erreicht unsere «Old Lady» di 300`000km! Super, sie hat uns über 14 Jahre auf der ganzen Welt sicher immer wieder ans Ziel gebracht! In Struis Bay finden wir einen grossen Campingplatz am Meer. Er ist leer und der Chef ist nicht hier! Die Nachbarn sehen uns und rufen ihn umgehend an. Das Resultat, wir können uns einen Platz aussuchen und erhalten von der Nachbarin auch den Schlüssel für die Toiletten. So stellen wir uns direkt in den Wind und Beat lässt die beide Stützen runter, damit es nicht so rüttelt! Hoffentlich geht das Internet, sodass ich auch noch die restlichen Bilder auf die Homepage hochladen kann!

 

Am nächsten Tag scheint wieder die Sonne nachdem wir gestern Abend noch einen tollen Regenbogen hatten. Es ist immer noch kalt und es windet stark. Trotzdem fahren wir an den südlichsten Punkt von Südafrika zum Cape Agulhas. Hier wollen wir der Küste entlang spazieren. Doch relativ schnell ist klar, das geht überhaupt nicht. Der kalte sturmartige Wind ist uns zu viel. Aber ein Selfie muss sein, dort wo sich der Indische Ozean und der Atlantik treffen. So fahren wir dann ins Landesinnere nach Elim. Da windet es kaum und mit der Sonne ist es angenehm warm. Elim ist eine alte Missionsstadt und im Museum erklärt uns eine Einheimische, dass noch heute alles Gemeindeland der Kirche gehört und keine andere Kirche im Städtchen erbaut werden darf. Alles und jedes bestimmt die Religion und sie ist sehr stolz, dass alle Leute die mal ausgewandert sind jeweils bei Festivitäten zurückkommen. Uns erinnert das stark an die Mennoniten in Paraguay. Hier erhält das Dorf auch Geld vom Staat da es Kulturerbe ist. Auf den ersten Blick sieht auch alles super aus, die Häuser an der Front sind farbig angemalt und sehen neu renoviert aus. Wir spazieren aber durch das Dorf und sehen auch die Hinteransicht, die teilweise sehr verwahrlost aussieht. Hier in Elim steht auch das einzige Sklavendenkmal in ganz Südafrika.



Wir übernachten noch eine weitere Nacht in Stuisberg und fahren dann zum De Hoop Nationalpark, der uns sehr überrascht und auch sehr gefällt. Bei der Anfahrt zur Reception staunen wir zum ersten Mal. Auf dem flachen offenen Gelände sehen wir einige Zebras, viele Kudus und Elands, eine grosse Straussenfamilie mit ca. 50 Jungen sowie hunderte von Bontebocks mit einigen Jungen. Für uns die schönste Antilopenart.        

 

Nach diesem tollen «Empfang» richten wir uns auf dem herrlichen Campground über dem Fluss ein (es sind nur 2 Parzellen besetzt) und wollen eine Wanderung machen. Da es hier keine Löwen gibt, kann man Biken und wandern ohne Probleme. Und zu Beginn führt unser Weg mitten durch eine Herde von etwa 200 Elands. Ein eigenartiges Gefühl so wilde Tiere so nahe zu erleben. Dann aber ist es vorbei mit Tieren. Dafür ist die Landschaft herrlich. Schlussendlich führt der Weg aber direkt in den Fluss! Auch hier hatten sie viele Regenfälle und der Fluss ist stark angestiegen. Dieser Fluss mündet nicht mehr direkt in den Indischen Ozean. Im Laufe der Jahre wurde die Flussmündung durch den starken Wind mit immer mehr Sand zugeschüttet und der Küstenstreifen ist mittlerweile komplett trocken und bewachsen. Wir müssen also umkehren und wandern zurück. 

 

Am nächsten Morgen wollen wir zu den schneeweissen kilometerlangen und riesigen Sanddünen fahren. Doch plötzlich führt die Piste durch den Fluss! Kein Weiterkommen! Dafür sehen wir von hier aus hunderte Rosaflamingos. Auf einer Nebenpiste schaffen wir es dann doch noch weiter zu fahren vorbei an diesen den riesigen kilometerlangen Sanddünen die teilweise überwachsen sind. Am Ende der Piste laufen wir zu Fuss über angelegte Stege die uns über die fragilen Sanddünen zu den Beaches führen. Am Wegesrand bewundern wir die kleinen leuchtenden Blümchen die ihren Kopf direkt aus dem Sand strecken. Kurz vor dem Strand taucht dann ein super modernes Hotel auf, ganz unpassend in dieser Gegend. Und am Strand, ja da treffen wir auf eine Familie die dort unter Sonnenschirmen ein Frühstücksbuffet geniesst. Mehr Angestellte wie Gäste bedienen die Familie!  Was es doch nicht alles gibt. Wir aber geniessen die Aussicht, die Dünen, die Sandbuchten und die Pflanzenwelt.

 

Nach diesem schönen Park geht es nordwärts nach Swellendam und am nächsten Tag in den Bontebock Nationalpark. Unterwegs müssen wir mit einer Fähre einen Fluss überqueren. Aber im Momet geht gar nichts, zuerst muss getankt werde! Dann aber geht es flott auf die Fähre und über den Fluss. Im Nationalpark hoffen wir, wieder Buntböcke die nur in dieser Gegend vorkommen und Elands zu sehen. Ja wir sehen sie, aber leider sehr wenige und landschaftlich bietet der Park auch nicht viel. So fahren wir nach dem Mittag zu Maurius unserem südafrikanischen Gastgeber. Er hat uns vor ca. drei Wochen eingeladen nochmals bei ihm zu übernachten. Er und seine Frau Tanja freuen sich riesig und sofort wird abgemacht, dass wir morgen Abend ein Braii machen. Am Tag sind sie noch unterwegs und so habe ich Zeit die Homepage fertig zu machen. Am Abend gibt es dann ein leckeres Braii. Maurius erklärt uns, dass zur Vorspeise ein Hähnchen, dann Braii und zum Dessert nochmals ein Hähnchen gerade richtig sei. Gemüse und Kartoffeln brauche es nicht. Eine befreundete Familie ist auch noch dabei und so geniessen wir den Abend bei einem herrlichen Sonnenuntergang am Damm und viel zu viel Fleisch!



Nun aber wollen wir endlich weiter! Und wieder ist das Wetter schlecht, es ist bewölkt und frisch. Normalerweise sind im November Temperaturen bis gegen 40 Grad normal! Wir fahren auf der R62 über den Tradowpass nach Barrydale. Die R62 ist die längste Weinstrasse der Welt. Sie führt von Kapstadt zuerst durch das Weinland und später durch tolle Bergketten und viele interessante Städtchen bis Port Elisabeth. Barrydale ist ein Künstlerort und so sind die Häuser meistens sehr bunt und ein wenig «verrückt» eingerichtet. Im Café «Diesel and Crème» genehmigen wir uns einen Espresso. Er ist wieder sauer! Immer wieder trinke ich einen Espresso und immer wieder ist er sauer! Dann nehme ich mir wieder vor keinen Kaffee mehr zu trinken! Dafür ist die Einrichtung des Cafès sehr speziell. Einige Kilometer weiter halten wir bei Ronnys Sex Shop. Ein «Muss» wenn man auf dieser Strecke fährt. Nachdem die R62 gebaut wurde, hatte Ronny kaum mehr Passanten als Gäste, alle fuhren an dem unscheinbaren Haus vorbei. So jammerte er und schlussendlich haben ihm Nachbarn über Nacht noch das Wort Sex an die Wand geschrieben. Seither halten alle Passgiere an, insbesondere auch die vielen Motorradfahrer. Von Sex ist da nicht viel zu spüren, allenfalls fallen die hunderten BHs auf, die in der Bar hängen! Die Ronnies Frau erzählt uns dann, dass es fünf Jahre nicht mehr geregnet hat und dieses Jahr im März/April soviel, dass die Zufahrtspiste zu ihrem Haus unter Wasser war! Es ist auch wirklich alles herrlich grün, und ja, wir merken selber wie das ist mit dem Regen. Für morgen hat das WetterApp 100% Regen angesagt! 

 

Maurius hat uns empfohlen den Seweeksprot Pass zu fahren. So biegen wir auf der Weiterfahrt nordwärts ab und staunen und bewundern die fantastische Bergwelt. Es ist einfach genial wie sich die Piste durch die enge Schlucht windet und man oft nicht sieht wohin der Weg führt. Schlussendlich entschliessen wir uns auch noch Richtung Gamkapoort Dam abzubiegen. Die Piste hier ist nicht so super, aber die Landschaft gefällt uns auch hier. Die Piste windet sich längere Zeit an einem Berghang entlang und schlussendlich kommen wir zu einer Lodge. Wer macht denn hier im Nowhere Ferien? Wir drehen hier um, denn es wird langsam spät und wir wollen hier nicht übernachten. Morgen soll es ja regnen und da macht das Fahren auf Pisten in einer Schlucht keinen Spass. Zurück in Ladysmith tanken wir und fahren zum Campingplatz. Aber niemand öffnet die Schranke. Wir wollen schon wegfahren, das öffnet sich doch noch wie von Geisterhand das Tor und wir fahren hinein. In den umliegenden Bungalows sitzen Leute, aber sonst ist niemand da und die Reception ist geschlossen. Kurzentschlossen fahren wir wieder weg, denn es gibt laut Karte im Dorf einen Campingplatz. Aber weit gefehlt, der existiert nicht mehr. So müssen wir weiterfahren bis Calitzdorn. Hier am alten Bahnhof ist ein Camping eingerichtet worden. Sehr idyllisch! Hier wollen wir zwei Nächte bleiben, denn morgen soll es regnen!