15.12.23-31.12.23




Die Einreise in den Oman ist in nur einer Stunde geschafft und wir suchen uns einen Übernachtungsplatz am Strand. Heute fahren wir ein kurzes Stück auf der fast autofreien Autobahn bis wir Richtung Berge abzweigen. Schlussendlich geht es weiter auf einer teilweise so steilen Piste, dass wir mit der Untersetzung fahren müssen. Wir wollen nach Al Sahiban zu den schwefelhaltigen Pools. Wunderschöne Berglandschaft, ab und zu ein kleines bewässertes Gärtchen oder eine tiefe Schlucht begleiten uns. Angekommen staunen wir über die herrlich türkisfarbigen der Pools. Interessant ist, dass oberhalb und unterhalb der Pools das Wasser glasklar ist. Beat will wissen wo denn der Schwefel austritt und stellt fest, dass einige Bächlein auch warmes Wasser führen. Wir müssen wieder dieselbe Strecke zurückfahren und übernachten in Sohar am Meer. Am Abend kommt Mahfoodh vorbei, spricht mit Beat draussen und will seine Frau kennen lernen. Nun ja, Beat sagt ihm ich sitze im Womo und so kommt er kurzerhand herein in die gute Stube und begrüsst mich mit «Welcome in Oman». Er lädt uns gleich zum Frühstück ein am nächsten Morgen! 

 

Fast pünktlich erscheint er dann auch und wir fahren mit seinem Auto zu seiner Schwester. Er lebt und arbeitet während der Woche in Muskat und kommt an den Wochenenden zurück in seine Heimat. Im grossen Gästezimmer mit den Sitzbänken an allen Wänden und einem Fernseher an der Wand nehmen wir Platz. Seine Schwester kommt und begrüsst uns. Der Mann entschuldigt sich, er muss ins Spital, ein Sohn hat die Zehen gebrochen. Dann wird ein Tischtuch am Boden ausgebreitet und Fladenbrote und andere feine Sachen werden aufgetischt. Dazu gibt es arabischen Kaffee und Tee mit viel Zucker und Milch. Mehr als eine Stunde essen und plaudern wir, auch mit der Schwester. Dann zeigt uns Mahfoodh noch den Strand mit den vielen Fischerbooten bevor er uns zu unserem Auto zurückbringt. Danke Mahfoodh und deiner Schwester, es war super! Am Nachmittag wollen wir das Fort in Sohar besuchen aber leider ist es geschlossen und im Souk ist auch nichts los. Wir haben vergessen, dass es ja Freitag ist und dies in den arabischen Ländern unserem Sonntag entspricht. So fahren wir wieder zu unserem Übernachtungsplatz am Meer.

 

Wir bleiben noch einen Tag länger am Strand und staunen als am Abend um 21.00 Uhr jemand an unser Fenster klopft. Es ist Mahfoodh und sein Schwager. Sie laden uns zu Whisky ein! Alkohol ist ja im Oman verboten, wird aber überall im geheimen getrunken. Wo sie die Ware kaufen wissen wir nicht. Wir haben unseren Wein aus den Emiraten geschmuggelt. Dankend lehnen wir ab, denn Whisky ist nicht unser Lieblingsgetränk. Die Nacht ist dann leider nicht mehr so ruhig wie am Abend zuvor. Um 2.30 Uhr kommen Autoposer vorbei und machen ihre Kreise neben unserem Auto. Zum Glück nur eine halbe Stunde. 

 

Am nächsten Morgen geht es zur Sultan Qaboos Grand Mosque die 2016 eröffnet wurde. Eine wunderschöne Moschee mit einem prächtigen Garten. Anschliessend fahren wir auf Pisten in die Berge Richtung Ibri. Im Wadi Hawqain finden wir einen schönen Übernachtungsplatz bevor es nach Al Rustaq und weiter zum Schloss Hazm geht. Die Landschaft ist einfach nur schön! Im super restaurierten Schloss werden wir mit arabischem Kaffee und Datteln empfangen und erhalten einen super guten Audioguide auf Deutsch! Zudem treffen wir wieder Leute von der Seabridge Gruppe, dieses Mal aus Weiach! Die Fahne ist auch hier wie auf allen öffentlichen Gebäuden auf Halbmast da im «Schwesterstaat» Kuweit ein Prinz gestorben ist. 

 

Wieder geht es zuerst auf Asphalt Richtung Berge. Zuerst zu heissen Quellen. Da wird ein grosses Touristenzentrum gebaut. Wir sind froh wieder auf die Piste abzuzweigen und fahren Richtung Snake Canon. Es geht steil bergauf und bergab, kurvig, aber faszinierend. Schlussendlich übernachten wir im Little Snake Canon ruhig. Am Morgen geht es ebenso kurvig und bergab und bergauf weiter. Plötzlich stehen wir vor dem Dorf, Bilad Sayt. Herrlich bepflanzte Terrassen an kargen braunen Berghängen sind ein wunderbarer Ausblick. Sie werden alle bewässert mit Bewässerungskanälen ähnlich wie im Wallis. Im Hintergrund ist der höchste Berg vom Oman, der Jebel Shams. Wir müssen aber auf der schmalen Piste umkehren, denn sie führt nicht weiter. Und dann kommt noch eine Überraschung! Mitten im Niemandsland ein Kleinfussballfeld mit grünem Rasenteppich belegt, gesponsert von Audi. Es ist der einzige ebene Platz den wir heute sehen! 

 

So erreichen wir Al Hamra und fahren zum «Grand Canyon» vom Oman. Beeindruckend! Aber hier oben an der Abbruchkante windet es uns zu stark, daher entscheiden wir uns etwas tiefer auf einem schönen Platz mit einigen wenigen Bäumen zu übernachten. Am Morgen sehen wir uns noch das alte Dorf Al Hamra an. Die Lehmhäuser werden aufwändig restauriert. Doch es gibt noch viel zu tun! Auf dem Weg nach Nizwa machen wir einen Zwischenstopp bei den Höhlen Al Hoota. Wir schauen uns nur das interessante Museum an und erfahren später von Reisenden, dass die Höhlen wirklich sehenswert sind. Auf dem Rückweg Richtung Saudi - Arabien werden wir vielleicht noch einen Zwischenhalt hier einlegen. In Nizwa geht es wieder einmal in den Carrefour einkaufen und dann weiter nach Muskat.

 



 

Da finden wir eine schöne riesige Sandbeach und sind fast alleine. Es stellt sich dann heraus, dass gegen Abend viele, ja sehr viele Leute an den Strand kommen um zu picknicken obwohl es um 18.00 Uhr stockdunkel ist. Einige haben Lampen dabei, einige stellen Sichtwände auf. Die Atmosphäre ist speziell und relaxed. So verbringen wir fünf Nächte hier. Speziell sind Ein- oder Zweimannbetriebe, die ein Viereck von ca. 5x5m jeden Abend mit Stellwänden abstecken und mit Lämpchen, Spiegel, Sitzkissen und künstlichem Grünzeug extra für Frauen einrichten! Das kann man denn auch mieten! Die Frauen treffen sich hier um zu grillen und gemeinsam einen schönen Abend zu haben. Das alles dauert bis spätestens Mitternacht und dann sind wir alleine an der Beach!

 

Am ersten Tag suchen wir eine NISSAN Werkstatt um die Kreuzgelenke zu kontrollieren und schmieren oder allenfalls auszutauschen. Aber wie schon oft, Nissan will das nicht machen! Ein Angestellter empfiehlt uns dann eine Werkstatt und siehe da, das passt. Wir sollen am Samstag (am Freitag ist Feiertag) kommen und dann wird alles erledigt. Auch den Dieselfilter, den wir in den Emiraten gekauft haben werden sie austauschen. Super, so fahren wir noch einkaufen und wieder zum Strand. Da treffen wir auf Carmen und Fabian die wir bei den heissen Quellen kennen gelernt haben. Wir verabreden uns am Abend im Restaurant zu einem Drink und verbringen einen gemütlichen Abend zusammen. 

 

Heute geht es ins Opernhaus in dem wir eine kurze Führung mitmachen. Sehr interessant und vor allem auch wunderschön. Leider können wir die fahrbare Orgel aus Deutschland nicht besichtigen. Speziell ist, dass im grossen Aussenbereich überall Marmor verlegt ist. Der glänzt wunderbar, ist aber auch sehr «schliferig», man muss aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Die farbigen Marmorböden, die Decken aus Holz aus Burma, eine Bibliothek mit Werken aller berühmten Opernschreiber, eine Shoppingmall der exklusiven Art, einfach riesig. Das Orchester besteht nur aus Omanis und genau ausgewogen zwischen den Geschlechtern. Die Gaststars wie OpernsängerInnen oder BalletttänzerInnen hingegen kommen aus der ganzen Welt. Der Gesangstext wird jeweils englisch und arabisch auf einen Bildschirm an jeder Stuhlrücklehne übersetzt. 

 

Heute geht es zuerst in die Werkstatt und siehe da, sie machen einen guten Job. Die Kreuzgelenke sind noch gut und müssen nur geschmiert werden. Beat muss ihnen zeigen wie das geht mit unserem Werkzeug! Der Dieselfilter ist auch rasch gewechselt und gekostet hat es 50 Franken! Nun geht es in die zweitgrösste Moschee im Oman der Sultan Qabus Moschee die 2001 eingeweiht wurde. Der Kronleuchter ist 14 m hoch und wurde in Deutschland mit Swarovski Kristallglas gebaut. Er hat 1122 Leuchten. Der Teppich wurde im Iran von 600 KnüpferInnen während vier Jahren erstellt und wiegt 21 Tonnen. Auch der Garten ist prächtig. Nach soviel Kultur brauchen wir Internet und fahren deshalb in die Ikea. Wir haben eine Simkarte, aber für die Homepage brauche ich ein gutes W-Lan das nichts kostet. Im Restaurant von Ikea ist dies möglich. Es hat auch nicht viele Leute da, richtig angenehm um zu arbeiten! Am Abend feiern wir mit Carmen und Fabian Weihnachten bei einem feinen Essen im Beachrestaurant. Es ist sehr gemütlich!



 Jetzt geht es aber weiter! Zuerst besuchen wir noch den Präsidentenpalast. Auch hier glänzt der Marmor «lebensgefährlich». Alles in dieser Gegend ist gross, alles prächtig, auch die Gartenanlagen.  Auf der Weiterfahrt biegen wir ab zum Stausee Dayqua. Immer wieder schön Wasser in den Bergen zu sehen. Sonst sieht man hier nur Steine! Oft im Flussbett, teilweise vorbei an riesigen Lavafeldern, fahren wir auf einer Piste weiter. Bergauf und bergab, ab und zu durch Wasser oder mitten im Flussbett. Einen Übernachtungsplatz finden wir ebenfalls mitten in einem Bachbett. Am Morgen dann die Überraschung. Fünf Männer steigen aus einem Pickup und vier davon gehen die Piste hoch zu den Häusern. Und dann hören wir sie in den Felsen über dem Dorf Ziegen zusammentreiben. Der fünfte Mann ist unten bei uns und bittet uns mit Handzeichen ihm zu helfen. Die Ziegen müssen über die schmale Piste zum Bachbett getrieben werden und da wo wir stehen in die richtige Richtung gelenkt werden. Also stellen wir uns auf so wie er uns anleitet. Ich fürchte, dass uns die Ziegen umrennen wenn sie von oben kommen! Und siehe da, ein Tier wird angehalten und festgehalten. Dann kommt die Herde und rast an uns vorbei. Ich erwische mit der Kamera noch die letzte Ziege. Es ist unglaublich wie schnell die rennen können! Die Herren sind glücklich und zufrieden! Erstaunt hat mich, dass sie in den Felsen barfuss oder mit Flipflops umhergeklettert sind!



Wir fahren auf der Piste weiter und bevor es auf die Hauptstrasse geht finden wir noch kleinere Pools. Einheimische sammeln hier den feinen Sand und füllen ihn in Plastiksäcke. Sie brauchen ihn zuhause um zu bauen. Der Küste entlang besuchen wir noch das Bimmah Sink Hole das vom Meer her das Wasser hat. Es hat uns aber zuviele Leute und so fahren wir weiter zum Wadi Shab, eines der bekanntesten Wadis im Oman. Dies erreicht man mit einem Boot und dann zu Fuss und schwimmend. Uns hat es viel zu viele Leute hier und so fahren wir weiter und geniessen das blaue Meer und am Übernachtungsplatz den Vollmond. 

 

Heute schauen wir uns eine Dhow-Werkstatt an. Dhow sind arabische Holzschiffe. Es werden hier auch kleinere Holzschiffe gebaut und teilweise sehr schön verziehrt. Und alles von Hand. Die Hölzer von denen es viele verschiedene braucht werden mit riesigen Nägeln zusammengenagelt und in die Zwischenräume, die teilweise sehr klein sind, werden Baumwollschnüre gestopft und danach mit Öl getränkt. Sehr interessant ist auch das Museum. Am Nachmittag fahren wir dann zur Schildkrötenbeach. Hier buchen wir eine Führung am Abend. Die «Green Turtle» kommen hier an Land um Eier zu legen. Am Abend staunen wir dann. Es sind ca. 300 Leute hier, teilweise mit Babys und Kleinkindern. Wir sind die 2. Gruppe und haben zum Glück nur ein nerviges Mädchen dabei. In Gruppen von 30 Leuten geht man an die Beach, darf kein Blitzlicht verwenden und die Führer benutzen rotes und grünes Licht damit die Schildkröten nicht geblendet werden. Es ist eindrücklich, auch die kleinen die während der Nacht schlüpfen und rennend das Wasser suchen. Die Möwen sind dabei nicht weit entfernt und sind sehr gefrässig. Für uns nicht so sehr beeindruckend. Vor über 40 Jahren haben wir dasselbe an der Nordostküste von Malaysia mit den riesigen Lederschildkröten gesehen. Vor allem aber war dort kein Touristenrummel wie hier. 

 

Unterdessen haben wir mit den Reisefreunden Marianne und Beat, und Carmen und Fabian abgemacht, dass wir zusammen in der Gegend von Fins Silvester feiern. Wir haben noch etwas Zeit, da wir ein kurzes Stück zurückreisen müssen. So entscheiden wir uns Richtung Wüste und in die Sanddünen zu fahren. Aber irgendwie passt es uns dann doch nicht und wir biegen ab in die Berge und zuerst ins Wadi Bani Khalid. Hier hat es viele wunderschöne Pools. Es ist ebenfalls eines der bekanntesten Wadis im Oman. Entsprechend viele Leute hat es. Wir sind zum Glück gegen Abend hier und die meisten Leute gehen nach Hause. Zudem übernachten wir hier, bevor es auf Pisten über die Berge nach Fins geht. Die Gegend ist wieder einmalig schön und abwechslungsreich. Schluchten, Hochebenen etc. Marianne und Beat haben sich auf den Pisten verfahren die nicht immer angeschrieben sind und landeten in einem Bachbett mit Böllersteinen. Das wollen wir vermeiden und benutzen deshalb zwei Navis. Und wirklich, wir landen nicht im Bachbett. Dafür staunen wir über eine riesige Schule die mitten im Niemandsland steht. Die SchülerInnen werden mit Schulbussen gebracht und geholt. Die Pisten sind schmal, kurvig und wie immer sehr steil. So erreichen wir die Bienenkorbgräber. Eindrücklich! Sie wurden um 3500 v. Chr. errichtet und sind Weltkulturerbe. Man nimmt an, dass dies Gräber waren. Es windet und ist kalt (18 Grad) und wir wollen eigentlich hier übernachten. Aber über den Bergrücken drücken dunkle Wolken. Kann es sein, dass es regnet da wo wir hinwollen? Es wäre sehr unwahrscheinlich, aber wir kennen das Wetter nicht. Daher entscheiden wir uns weiter zu fahren bis Fins an die Küste. Erstaunlicherweise gibt es hier oben Ferienhäuser! Im Sommer sicher sehr kühl, der Weg dahin aber ist sehr schwierig! Es geht sehr steil hinunter. 1100 Höhenmeter auf 8km schaffen wir dank Untersetzung in 25 Minuten. Die Kurven sind eng und der Nebel drückt. So haben wir nur ab und zu einen Blick hinunter zum Indischen Ozean. Es muss ein traumhafter Ausblick sein bei schönem Wetter. Wir sind froh die Steilwand gut zu überstehen und stellen uns an die Beach. Leider eine Steilküste. Deshalb fahren wir am Morgen zur nahen Moschee, tanken Wasser und suchen uns einen schönen Platz am Meer mit etwas Sandstrand. Den finden wir auch und schicken unseren Freunden die morgen zu uns stossen unsere Position. Hier feiern wir zusammen den Jahreswechsel!