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________  5. Juni - 28. Juni 2015

________  12. Juli - 9. August 2015

________  9. August - 17. August 2015

Termas del Arapay - Artigas - Nationalpark Quebrada - Paraiso Suizo

Die Tage in Arapey vergehen wie im Flug. Nach den vielen Regentagen scheint hier regelmässig die Sonne. Es ist zwar kühl, an einigen Tagen weht auch ein starker kalter Wind. Wir waschen (von Hand natürlich!), schreiben, lesen, grillieren mit Uwe und Claudia und pflegen auch unsere Kontakte mit zu Hause. Das Internet ist immer ein Problem. Hier finden wir eines bei einem Hotel. Das funktioniert einwandfrei und so „wandern“ wir täglich einmal zum Hotel!

 

Natürlich baden wir auch fast täglich im 36 Grad warmen Wasser. So vergeht die Zeit wie im Flug und nach einer Woche entscheiden wir uns vier Tage länger zu bleiben weil es im Süden immer noch kühl ist.

 

Endlich nach 10 Tagen, verlassen wir Arapey und fahren auf Nebenstrassen, sprich Naturstrassen nordwärts. Die Wegweiser werden spärlicher und wir sind froh haben wir das Navi. Die Fahrt geht durch riesige Weidelandschaften mit tausenden von Rindern und Schafen. Uruguay hat 25 Mio. Rinder und nur 3,5 Mio. Einwohner! Die enorme Weite gefällt uns und so „gondeln“ wir gemütlich mit ca. 40-50km/h durch die Landschaft. Ab und zu kommt eine kleine Bachdurchquerung. Dann plötzlich stehen wir aber vor einer Furt über ein Flüsschen. Wir steigen aus und begutachten die Situation. 2/3 der Überquerung sind kein Problem, aber das letzte Stück ist zu tief weil das Wasser reisst. Wir riskieren nichts, ca. 20km früher war eine Verzweigung und diese Strasse führt sicher auch nach Artigas. So machen wir Mittagspause und essen unser Müesli an diesem idyllischen Platz.

Und tatsächlich, die andere Strasse führt uns nach ca. 30km auf die Routa 4 und dann nach Artigas. Hier suchen wir die Touristeninformation auf, um nach den Abbaugebieten von Amethyst zu fragen. In jedem grösseren Ort gibt es eine Touristeninformation mit guten Infos, und meistens spricht auch jemand ein wenig Englisch.  Hier aber leider nicht, und trotzdem verstehen wir Einiges. Es wird uns empfohlen, beim 2. Kreisel eine Fabrik zu besuchen in der Amethyst bearbeitet wird. Und wir finden die Fabrik auch, sogar den Eingang, denn nichts ist angeschrieben. Und dann öffnet sich ein altes Blechtor und wir stehen in einer riesigen Halle und sind überwältigt! So etwas haben wir noch nie erlebt, das Highlight des Tages! Hunderte von Amethystdrusen, viele mit einer Grösse von ca. 20 – 40cm, aber dann auch dutzende mit mindestens 1m Grösse! Drusen sind hohle „Steine“, in deren Innern die Amethystkristalle gebildet wurden. Und wir stehen vor Drusen die bis zu 5m hoch sind, aufgeschnitten und gefüllt mit den wunderbaren violetten Amethystquarzen. Es gibt sie in vielen violett Schattierungen, auch rosa, weiss, ja sogar braun. Die teuersten sind dunkelviolett. Die Drusen sind bis zu 3t schwer und einfach faszinierend. Wir können uns kaum sattsehen!

 

Am nächsten Tag wollen wir ca. 60km ausserhalb der Stadt ein Abbaugebiet besuchen. Wir finden die Stelle in einer Nebenstrasse und werden vom Chef persönlich empfangen. Er spricht Englisch und begleitet uns durch „sein“ Abbaugebiet und erklärt uns die verschiedenen Möglichkeiten den Amethyst abzubauen. Damit man nicht den ganzen Berg abbauen muss, werden hier Höhlen in den Berg gesprengt. Erstaunlicherweise gibt es in dieser Gegend nur auf der uruguayischen Seite des Grenzflusses zu Brasilien Amethystdrusen. Sie wurden durch einen Lavafluss vor Millionen von Jahren gebildet. Wir dürfen Amethysten aufheben und mitnehmen. Wir beschränken uns aber auf ganz kleine, wir sind ja noch lange unterwegs!

Am gleichen Tag fahren wir immer der Grenze Brasiliens entlang, mal auf besseren, mal auf schlechteren Strassen! Weideland, Ackerland, dann wieder Holzanbaugebiete und schlussendlich sogar einige Hügel, die natürlich bewaldet sind, begleiten uns. In Tacuarembo übernachten wir auf einem Balneario municipal. Es ist Winter und alles sieht ein bisschen marode aus. Aber wir haben Strom und können am Morgen etwas heizen, denn nachts wird es bitter kalt.

Heute wollen wir zu der einzigen Schlucht fahren in Uruguay, im Nationalpark Quebrada de los Cuervos. Nach Melo finden wir den Wegweiser und biegen auf eine geschotterte Strasse ab. Diese wird von km zu km schlechter! Schlussendlich führt die Strasse über riesige Felsplatten steil bergauf und wird sehr schmal. Ab und zu fahren wir an einer Estanzia vorbei. Hier möchte ich definitiv nicht wohnen! Es ist schon 17. 00 Uhr als wir endlich den Nationalpark erreichen und feststellen müssen, dass von der anderen Seite eine bessere Strasse hierher führt! Die nehmen wir dann beim wegfahren!

 

Ganz alleine stehen wir im Camping und um 19.00 Uhr ist es stockdunkel. Nirgends ein Licht, der Ranger ist auch weg, wir sind alleine und geniessen die Stille, den Sternenhimmel und frühmorgens das Vogelgezwitscher. Wir sind immer wieder fasziniert über die Vogelwelt. Unglaublich viele Vögel begegnen uns. Und dies in allen Farben, auch die Papageien! Und Spechte die bis zu 30cm gross sind!

 

Jetzt werden die Laufschuhe montiert, die Stöcke hervorgeholt und dann machen wir uns auf den Weg. 2,8km soll der Rundwanderweg gehen. Wie empfohlen nehmen wir den Weg der rechts abbiegt. Nach 2km wundern wir uns, dass wir nochmals für den Eintritt bezahlen müssen und kehren um, denn eine Schlucht sehen wir nirgends! Zurück am Ausgangspunkt biegen wir links ab. Wo ist die Schlucht? Wir laufen und laufen, und dann kommt die Ernüchterung! Der 2,8km lange Rundweg beginnt erst nach weiteren 2km „Zufahrtsweg“, den man auch mit dem Auto hätte machen können. Wir schauen uns an. Jetzt sind wir bereits 6 km gelaufen und erst jetzt fängt der Rundweg an! Wir haben kein Wasser und nichts zu essen dabei! Sollen wir zurück- oder weitergehen? So leicht geben wir nicht auf, wir gehen weiter! Auf einem angelegten Holzsteg laufen wir durch das Gebüsch. Und plötzlich sehen wir zum ersten Mal in die Schlucht. Doch leider hört der schöne Weg hier auf und vor uns ist ein steiler, schmaler Weg der über Geröll und Felsen steil hinunter in die Schlucht führt. Zum Glück ist ein Seil gespannt, denn es ist glitschig. So kann man sich wenigstens ein bisschen daran festhalten. Ich habe ja immer noch Probleme mit den Knien und fürchte bei jedem Schritt einen Fehltritt. So geht es nur langsam vorwärts. Am Bach angelangt laufen wir auf einem rutschigen superschmalen Pfad teilweise geduckt unter dem Gebüsch hindurch. Und dann geht es wieder aufwärts. Zum Glück hat es ebenfalls Seile, da kann man sich daran hochziehen, denn dieser Weg ist noch glitschiger. Nochmals geht es leicht hinunter und wir überqueren dreimal einen Bach auf kleinen Holzbrücken, bis es wieder hochgeht! Endlich wieder auf der Hochebene wissen wir, dass es nochmals 2,5km zurück bis zum Auto sind. Wir sind nach dieser 11km Wanderung und Kletterei total kaputt. Naiv, wie wir ohne Wasser und Essen losgewandert sind! Meine Knie schmerzen und ich hoffe dass bis morgen wieder alles besser ist. Zu Hause trinken wir, es gibt eine Suppe und die Beine werden hochgelagert!

 

Zum Glück haben wir am nächsten Tag keinen Muskelkater und meine Knie schmerzen nicht mehr als sonst. Auch die geschwollenen Beine sind wieder weg, und wir stellen fest, dass wir doch noch nicht so fest verrostet sind!

Auf der besseren Strasse fahren wir vom Nationalpark weg  und wollen heute die Küste erreichen. Zuerst geht es noch mit einer Fähre über einen Fluss und durch ein Sumpfgebiet bis wir in Chuy das Meer erreichen. Diese Ortschaft liegt an der Grenze zu Brasilien. Hier suchen wir wieder die Touristeninformation auf und erhalten viele Unterlagen über die Küste bis Montevideo. Ein Touristenresort nach dem anderen gibt es hier. Für Surfer, Aussteiger, besser betuchte und Familien, alles findet man hier. Leider führt die Strasse nicht entlang der Küste und man muss immer einen Abstecher zum Meer machen. Die Dörfer sind aber nicht sehr schön, alles ist im Winterschlaf und wir stellen fest, im Sommer muss hier „der Teufel“ los sein. Nichts für uns! So übernachten wir im Camping Santa Teresa und beim Leuchtturm in La Paloma. Hier treffen wir auf zwei Deutsche Langzeitreisende (5 ½ Jahre) und erfreuen uns an den Seelöwen die sich in der Bucht vor uns tummeln!

 

Am frühen Morgen fahren wir los und wollen auf die Laguna de Rocha. Am Ende der Strasse laufen wir der Lagune entlang an etlichen Fischerhäuschen vorbei. Es werden Netze geflickt und Fische ausgenommen. Sogar ein neues Fischerboot wird gebaut. Leider sehen wir nicht so viele Vögel und so kehren wir bald einmal um. Weiter geht es bis Maldonado. Hier kaufen wir in einem Supermarkt gross ein. Beat braucht noch Werkzeug, und Lebensmittel wollen wir für mindestens 10 Tage einkaufen. Im Paraizo Suizo, unserem Ziel, kann man nicht einkaufen. Hier warten wir auf Anne-Lise und Catherine, die uns unsere Ersatzteile für die Heizung bringen.

 

Endlich können wir wieder mit einer Waschmaschine waschen! Beat muss aber im offenen Grillraum eine Wäscheleine spannen denn es regnet immer wieder. Hier trocknet die Wäsche ausgezeichnet. Beat kann glücklicherweise noch vor dem Regen mit dem Kärcher das Auto waschen und ich putze unser gute Stube, die Küche und das Bad!

Am Freitagmittag melden sich Anne Marie und Koni, ein Auswandererehepaar aus Glattfelden. Wir haben ihre Adresse von Bekannten in der Schweiz erhalten und vor 2 Wochen mit ihnen Kontakt aufgenommen. Sie leben in der Nähe des Paraizo Suizo und wir haben verabredet, dass wir uns treffen wollen. Nun sind sie im Restaurant Pueblo Suizo zum Essen. Das ist gleich um die Ecke und wir treffen uns da zu einem Kaffee um uns kennen zu lernen. Da wir nächste Woche hier abreisen werden, laden sie uns für den  Sonntag ein und wir freuen uns riesig sie in ihrem Zuhause zu treffen.

 

Zur Abwechslung gehen wir mit Silvia und Heinz (den Stellplatzbesitzern) am Samstagabend in eine Churrascaria und essen ein hervorragendes uruguayisches Filet! Das war fantastisch! Am Sonntag fahren wir dann zu Anne Marie und Koni. Sie leben hier in einem Komplex in einem wunderbaren Haus, umgeben von viel Natur und Sicht auf zwei Lagunen. Es ist zwar Winter, aber trotzdem sehen wir hier viele der wunderschönen Vögel die in Uruguay leben. Während den letzten Tagen sind auch die Schwalben aus dem Norden zurückgekehrt. Der Frühling steht also vor der Tür. Bei einem feinen Essen vergeht die Zeit viel zu schnell. Viel haben wir uns zu erzählen und so verlassen wir abends die neuen Freunde nur ungern. Wenn wir zurückkommen nach Montevideo, werden wir sie sicher wieder treffen!

 

Es wird Montagabend bis unsere Schweizerfreundinnen ankommen! Anne Lise und Catherine bringen die Ersatzteile! Zusammen mit Heinz und Silvia, die für uns alle ein Stück Fleisch mit viel Gemüse gekocht hat mit einem Stück Linzertorte zum Dessert, geniessen wir einen sehr lustigen Abend.

 

Und jetzt kommt der grosse Moment! Beat hat den „Blaumann“ an und zerlegt die Heizung. Die Anleitung von Truma ist hervorragend illustriert mit Bildern, so wird das ja kein Problem sein!!! Nach harter Arbeit, die Heizung ist in einem Kasten und Beat muss „kopfüber“ in dem Kasten arbeiten, kommt der Probelauf. Und Juhuiiiiiii, die Heizung läuft. Wir freuen uns, so können wir wieder irgendwo am Strand stehen!


Bevor wir abreisen müssen wir uns noch einen neuen Computer anschaffen, denn unser alter Mac erträgt die ewige Schüttlerei nicht mehr. So fahren wir nach Punta del Este. Während noch das Officepaket hochgeladen wird, erfahren wir eine spezielle Wettersituation. Draussen wird es schwarz wie die Nacht, und das um 12.00 Uhr! Weltuntergangsstimmung! Und dann schüttet es unglaublich, die Strassen verwandeln sich in Bäche! Auf der Heimfahrt müssen wir dann auch eine Vollbremsung machen, denn die Strasse wurde mit einem blauen (!) kaum sichtbaren Band gesperrt! Auf der Rückreise ins Paraiso Suizo halten wir noch in Piriapolis um Geld abzuheben. Leider ohne Erfolg! Vermutlich wollten wir zuviele Dollars!

 

Zurück im Auto fährt Beat los und wir schauen uns entsetzt an! Es scheppert unglaublich, verlieren wir ein etwas? Anhalten, unters Auto schauen, nichts ist zu sehen. Ein ähnliches Geräusch hatten wir schon vor 3 Tagen, dann war wieder nichts. Zuhause kriecht Beat unter das Auto und ist sich nicht sicher, ob das Kreuzgelenk defekt ist. So fahren wir am Morgen in die Werkstättte. Leider ist das Geräusche auf der Probefahrt wieder nicht zu hören, aber der Werkstattleiter kriecht ebenfalls unter das Auto und zeigt Beat das defekte Kreugelenk. Na ja, wenigstens wissen wir was es ist und es kann bestellt werden. Wir warten im wunderschönen Paraiso Suizo zwei Tage bis die Ersatzteile da sind und montiert werden können. Wir haben ja Zeit!!!!! 

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