13. - 16. Juli

9. Tag
 

Nach einigem hin und her (wir möchten am 14. Juli in Frankreich sein) entschliessen wir uns doch direkt über Spanien nach Andorra zu fahren. Zuerst fahren wir das enge Tal in unzähligen Kurven hoch auf die Hochebene nach Odeillon. Immer wieder sieht man das Trassee des „Train jaune“ und die Viadukte. Auf der Hochebene sehen wir uns noch das Fort Mont-Louis an. Interessanterweise gibt es im Fort selber eine ähnliche Solaranlage wie in Odeillon, nur viel kleiner.

 

Durch Spanien fahren wir dann auf Hochebenen weiter bis wir in Seo de Urgel nach Norden abzweigen Richtung Andorra. Ab sofort fahren wir in einer Kolonne bergauf. Eigentlich fahren wir nicht, wir stehen, fahren, stehen etc. etwa 8km bis zum Zoll. Dabei hoffen wir dass an der Grenze eine Tankstelle kommt, denn uns geht der Diesel aus! Und siehe da, kurz nach der Grenze kommen etliche Tankstellen mit einem Dieselpreis von 1.15 Euro! Phantastisch! Neben den Tankstellen hat es einige Einkaufszentren, denn Andorra krnnt keine Steuern und damit fahren Spanier und Franzosen hierher um einzukaufen!

 

Wir finden einen Campingplatz in Andorra. Der Rezeptionist ist sehr unfreundlich. Unser Wifi geht nicht, wieso wissen wir nicht. Eigentlich wollten wir Homepage machen und waschen. Die Waschmaschine und der Tumbler sind so teuer, dass wir dies aber verschieben. Es beginnt auch wie aus Kübeln zu regnen und unsere Stimmung sinkt.

 

Wir ziehen die langen Hosen an (sind auf 1000m), nehmen die Regenjacken und Turnschuhe hervor und bewaffnet mit einem Schirm versuchen wir  Andorra anzuschauen. Wir geben aber schnell auf. Zu weit ist der Weg in die Altstadt bei diesem Regen! Zurück auf dem Camping packen wir ein und fahren zu einem Shoppingcenter um einzukaufen. Bei diesem Wetter das Beste was man machen kann.

 

Erstaunt stellen wir fest, dass viele Womos hinter dem Shoppingcenter parken und übernachten. Wir stellen uns direkt an den Bach (der schönste Platz hier) und beschliessen hier zu bleiben obwohl wir den Camping teuer bezahlt haben. Es regnet, donnert und blitzt fast den ganzen Abend. Zum Glück ist das Bachbett hoch genug!

 

10. Tag

Am Morgen erwachen wir bei strahlendem Sonnenschein! Nichts wie los in die Berge! Andorra besteht ja nur aus wenigen Tälern und vor allem Bergen mit Skiliften, Sesselliften und Gondeln. Durch wunderschöne Dörfer mit Steinhäusern fahren wir auf über 2000m hoch und geniessen die Bergwelt. Überall treffen wir auf grosse Feriensiedlungen und auf der Strasse müssen wir viele Radrennfahrer und Mountainbikers überholen. Am Strassenrand steht jeweils ein Schild für die Radfahrer, auf dem steht wie steil der nächste Abschnitt ist!

Uns gefällt die Landschaft, aber wir stellen auch fest, dass unsere Berge schöner sind! Vor allem auch die Skigebiete. Hier hat es in jedem Skigebiet Lift an Lift, d.h. es stehen alle 10 bis 20 Meter ein Skilift oder eine Sesselbahn. Die Lifte sind fast alle sehr kurz.

 

Eigentlich wollten wir noch wandern. Die Wiesen sind aber alle so nass vom täglichen Regen, und hier oben wandert man in einer Kolonne den Berg hoch. Kein Vergnügen!

 

So fahren wir weiter zurück ins Tal und in Andorra Richtung Frankreich. Eine Abkürzung konnten wir nicht nehmen, denn nach 8km kam ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 2,5m Höhe!

 

In Meritxell besuchen wir noch die ehemals romanische Kirche die am Tag der Schutzheiligen Andorras, der Nuestra Senora de Meritxell 1972 abbrannte. Inzwischen wurde die Kirche neu aufgebaut und die Überreste der alten Kapelle geschickt in den Neubau integriert. Eine wunderschöne Anlage!

 

Bei herrlichem Wetter fahren wir den Pass hoch Richtung Frankreich. Er geht auf 2400m hoch in einer wirklich schönen Bergwelt. Schade, dass am Ende des Tals, kurz vor dem Pass ein riesiges Skigebiet mit Ferienwohnungen erstellt wurde. Wieder sehen wir Lift an Lift! Daneben grasen hier nicht Kühe, sondern Pferde mit Glocken!

 

Nach dem Pass, immer noch in Andorra gibt es wieder ein Skigebiet mit entsprechenden Anlagen und diesmal auch mit Shoppingcentren und Tankstellen. Die Grenze zu Frankreich ist hier nur wenige Kilometer entfernt. Wir fahren weiter und wollen in Ax-les-Bain auf dem Stellplatz übernachten.

 

Da wir noch Wifi möchten und uns das Schwefelbad anschauen, beschliessen wir noch ins Dorf zu laufen. Zügig geht es bergab und bei einem herrlichen Sangria können wir die Post erledigen und skypen mit zu Hause. Aus dem Berg kommt hier schwefelhaltiges 70 Grad heisses Wasser und so kann man mitten im Dorf bei einem grossen Brunnen sitzend die Füsse im 40 Grad warmen Wasser baden. Ein schönes Dorf, nur leider ist der Stellplatz weit oberhalb des Dorfes und so geht es weniger zügig wieder den Berg hoch zu unserem Womo.

 

Da heute der 14. Juli ist hören wir noch ein Feuerwerk (wir stehen hinter einem Hügel!) nachts um 23 Uhr.

 

11. Tag

Einkaufen und dann eine Höhle besichtigen, das ist heute unser Programm. Die Höhle in Niaux peilen wir an. Kein Problem, ausser dem letzten Kilometer. Steil geht es eine schmale Strasse hoch, den Felsen entlang. Zum Glück haben wir keinen Gegenverkehr! Oben angekommen parkieren wir in einer „Vorhöhle“ und versuchen Tickets zu bekommen. Wir haben erfahren dass man diese eigentlich vorbestellen muss. Aber wir haben Glück, um 13.15 Uhr dürfen wir an einer Führung teilnehmen. So entschliessen wir uns im Tal am Bach Homepage zu schreiben und zu lesen bis wir an die Führung können.

 

Mit einer Taschenlampe montiert geht’s in die Höhle. Lediglich je 20 Personen dürfen an insgesamt 10 Führungen am Tag teilnehmen. Die Temperatur in der Höhle sollte konstant bleiben und deshalb gibt es auch kein Licht in der Höhle. Wir „wandern“ so ca. 800m in die Höhle und können da 10`000 Jahre alte Felszeichnungen bestaunen. Die Zeichnungen sind phantastisch und beeindruckend. Der Rest der Höhle eher Nebensache! Leider darf man auch nicht fotographieren.

 

So fahren wir weiter nach Foix und übernachten hier auf einem Stellplatz. Das Städtchen ist wie ausgestorben da heute Montag ist und die Läden geschlossen sind.

 

12. Tag

Auf engen kleinen Strassen fahren wir Richtung Osten zum unterirdischen Fluss Labouiche. Wir sind früh und können mit der ersten Gruppe eine Wendeltreppe hinuntergehen zum unterirdischen Fluss. Hier erwarten uns (8 Personen) ein Führer und ein Boot. 1 ¼ Stunden fahren wir auf dem Fluss durch das Höhlensystem. Zweimal müssen wir umsteigen in ein anderes Boot. Es ist super, speziell und sehr eindrücklich. Wir können in Ruhe viele Tropfsteinformationen bewundern, müssen aber auch immer wieder aufpassen dass wir rechts oder links, oder sogar oben den Kopf nicht anschlagen, denn manchmal wird es sehr eng! Leider dürfen wir auch hier keine Fotos machen.

 

Für heute geht es gleich nochmals in eine Höhle, diesmal fahren wir mit dem Womo durch die Höhle! Die Grotte du Mas d`Azil ist ein einmalig schönes Naturschauspiel. Durch die riesige Tunneleinfahrt fahren wir 420m durch die Grotte. Das müssen wir uns auch noch zu Fuss anschauen!

 

In St. Grisons finden wir noch eine Entsorgungsstelle und füllen unseren Tank mit Wasser. Auch die Wäsche waschen wir noch aus. Doch leider kommt rasch ein starkes Gewitter auf und so entschliessen wir uns nicht auf dem schlechten Parkplatz zu übernachten.

 

Wir fahren Richtung Osten in ein Tal mit viel Landwirtschaft. Das Tal wird enger, die Strassen auch, das Wetter ist schlecht und wir können uns nicht entscheiden irgendwo zu halten. Es geht über zwei kleiner Pässe, viele Radfahrer, die wir im Regen nicht beneiden, begegnen uns. Der Regen lässt zwar nach, aber die Wolken hängen tief. Eine Umfahrung durch kleinste Dörfer mit kleinsten Strassen müssen wir auch noch hinter uns bringen bis wir im Tal der Garonne in Frontsac sind. Hier wollen wir übernachten auf einem Parkplatz für Riverdrafting. Wir halten und springen ins „Häuschen“, denn es beginnt gerade wieder zu regnen, Hagel fällt runter und ein toller Sturm fegt über uns her. Wir stehen in einem kleinen See! Nach einer halben Stunde ist alles vorbei und Beat kann die Stützen herunterlassen und ich kochen.

17. Juli - 19. Juli

13. Tag

Heute ist Kultur angesagt. Wir fahren wenige Kilometer und sind in St. Bertrand. Der Parkplatz liegt unterhalb des Dorfes und so wandern wir die steile Strasse hoch zum Dorf und vor allem zur Kathedrale. Wir erwarten nicht viel und sind wieder einmal erstaunt, dass man für eine Kirchenbesichtigung bezahlen muss. Aber siehe da, im Eintrittsgeld ist ein Audioguide enthalten auf Deutsch! Perfekt! So hören wir uns die Geschichte der Kirche und des Dorfes an. Bereits zur Römerzeit haben hier Menschen gelebt. Die Kirche selbst ist unbeschreiblich schön und soll zu den Schönsten im Pyrenäenraum zählen. Wir haben noch selten eine so eindrückliche Kathedrale gesehen. Auf romanischen Grundmauern wurde die gotische Kathedrale errichtet. Eindrücklich wie die imposante Orgel in eine Ecke der Kirche gebaut wurde und der Chor, der von der Kirche aus nicht einsehbar ist hat ein traumhaft schönes Chorgestühl. Einfach sehenswert.

 

Nun geht es in die hohen Pyramiden. Vorbei an vielen Skitouristikorten fahren wir der Garonne entlang in die Berge. Wie wir später erfahren lag im Winter in den Pyrenäen auch sehr viel Schnee. Mitte Juni war es dann so heiss dass binnen eines Tages ca. 1m Schnee schmolz und in den Gebirgsbächen das Tal herunterkam. Das erklärt die vielen Bauarbeiten am Bach. Teilweise wurde eine Hälfte der Strasse weggeschwemmt! Kein schöner Anblick wie da Brücken fehlen und Häuser teilweise zerstört sind.

 

Wir zweigen ab über den Col du Portillon nach Spanien und zurück ins Val Garonne. Hier geht es bis Vhiela. Wir fahren wieder an vielen Skiorten vorbei, die relativ verlassen sind. Dann zweigen wir ab um über den Port de la Bonaigua um ins nächste Tal zu fahren. Trotzdem das Wetter nicht sehr gut ist freuen wir uns über die „Alpenwelt“ oder doch wohl besser „Pyrenäenwelt“ mit den Kuh- und Pferdeherden (mit Glocken!). Auf dem Pass genehmigen wir uns einen Espresso und sind sehr erstaunt dass ein Bulle quer durch die Gartenwirschaft läuft! Leider beginnt es wieder zu regnen und so entschliessen wir uns kurz vor dem Nationalpark in Espot auf einem Campingplatz zu übernachten.

 

14.Tag

Wegen dem schlechten Wetter wollten wir die Homepage updaten mit dem Wifi auf dem Campingplatz. Aber leider steigt das Wifi nach 10 Minuten aus. Ein Gewitter soll der Grund sein.

 

Da am Morgen noch immer kein Internet vorhanden ist und das Wetter super ist, beschliessen wir eine Wanderung zu machen hoch zum See „Estany de Sant Maurici“. Gemütlich wandern wir über 2 Stunden durch herrliche Wiesen und Wälder zum See. Hier in diesem Nationalpark ist anscheinend der einzige Ort in Spanien mit Tannenwäldern. Leider können wir dann beim See in kein Sammeltaxi steigen da wir im Dorf kein Ticket gekauft haben! Unglaublich, die fahren mit ihren Jeep leer ins Tal hinunter. Mit dem PW darf man nicht in den Park fahren! So bleibt uns nichts anderes übrig wie zu Fuss die 2 Stunden zurück zu laufen. Für meine Knie der absolute Horror! Die Schmerzen sind gross und wir werden wohl in den kommenden Tagen keine Wanderungen mehr machen können.

 

Endlich beim Auto kommen auch wieder Wolken auf und wir beschliessen weiter zu fahren. Einem Fluss entlang geht es durch Schluchten südwärts bis Gerri de la Sal. Hier gibt es einen wunderbaren Stellplatz vor dem Fluss auf dem wir einige Wildwasserfahrer beobachten können die den wilden Fluss herunter- und unter der wunderschönen romanischen Brücke durchfahren. Hier sehen wir auch „Felder“ mit ein wenig Salzwasser gefüllt. Leider sind sie frisch mit Wasser befüllt worden. In einigen Tagen wird hier Salz gerntet werden können, wenn die Sonne das Wasser ausgetrocknet hat.

 

15.Tag

Bei schönem Wetter fahren wir weiter in den Süden nach La Pobla del Segur. Hier drehen wir wieder Richtung Frankreich, nordwärts.

 

Doch zuerst gibt es noch einen Abstecher nach Caldes de Boi, nochmals in den Nationalpark. Auf dem Weg wollen wir uns die romanischen Kirchen in Boi und Taül anschauen. Nicht nur die Kirchen sind wunderschön, auch die Dörfer mit den Steinhäusern sehen toll aus. Dazu kommt die herrliche Bergkulisse. Eine wunderschöne Gegend. Leider kann man wieder nicht bis zum Nationalpark fahren und da um den See wandern. Da das Wetter wieder schlecht wird und der Regen einsetzt, fahren wir zurück und definitiv nach Frankreich. Wieder der Garonne entlang und über den Col del Portillon nach Bagnères-de-Luchon. Bei herrlichem Wetter kommen wir da an und übernachten hier inmitten von vielen Womos und direkt am kleinen Flugplatz.

 

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