14. - 27. Dezember

Wieder fahren wir bei herrlichem Wetter auf kleinen Nebenstrassen die Küste entlang Richtung Norden. Auch hier wieder verlassene Ferienhäuser und Feriensiedlungen! Aber die Landschaft und das Meer mit den Inseln entschädigen für alles. Kurz vor Aliaga stinkt es und Rauchwolken verdüstern den blauen Himmel. Wir landen in einer Gegend mit Fabriken, Lastwagen und viel Alteisen! Unglaublich welche Mengen Alteisen hier wieder verwertet werden. Und die Umweltverschmutzung ist der Wahnsinn!

 

Bald lassen wir diese Stadt hinter uns und sind wieder direkt am Meer bis wir nach Bergama ins Landesinnere abzweigen. Hier wissen wir von einem Campingplatz mit Waschmaschine der das ganze Jahr geöffnet hat.

 

Das heisst, heute ist Waschtag! Betten frisch beziehen und bei herrlicher Sonne auch die Bettdecken ausschütteln, Frottéetücher, Jeans und Jacken müssen gewaschen werden. Da die Waschmaschine hier 2(!) Stunden für eine Ladung braucht, erledigen wir unterdessen die Weihnachtspost. Leider kann ich die Homepage nicht aktualisieren, denn der Platz hat ein sehr langsames Wifi. Ich müsste draussen sitzen damit ich bessere Internetverbindung habe. Aber erstens ist es kalt, um die 0 Grad, und zweitens stinkt es wie fast überall in den Dörfern und Städten extrem nach Rauch. In der Türkei wird fast ausschliesslich mit Holz oder Kohle geheizt. Das heisst es stinkt jämmerlich. Und wenn man nachts das Fenster offen hat, hat es am Morgen einen feinen schwarzen Belag auf dem Tisch! Am Meer wird zwar auch so geheizt, aber der Wind trägt alles weg, sodass die Luft viel besser ist.

 

Bergama ist eine kleine quirlige Stadt und auf dem Berghügel liegt das einstige Pergamon. Zuerst besichtigen wir einen kleinen Teil der „roten Halle“, einem Tempel der 200 x 100m gross war. Monumental steht ein kleiner Teil dieses Tempels mitten in der Stadt. Der Rest liegt unter den Häusern der Stadt. Dann fahren wir einen superschmalen Weg auf den Berghügel, immer in der Hoffnung dass kein Fahrzeug entgegen kommt. Die Aussicht hier ist toll und die Ausgrabungen von Pergamon faszinieren. Die Sonne scheint und so glitzern die Marmorsäulen und Teile des Trajaneum vor dem tiefblauen Himmel. Wir stehen im steilsten Amphitheater der Türkei und blicken über die weite Ebene von Bergamon.

 

Nun wollen wir aber weiter und uns eine Teppichkooperative anschauen. Die Dogus Sadirvan steht an der Kreuzung von Izmir, Canakkale und Bergamon. Erstaunt stellen wir fest, dass einige Busse mit Touristen hier stoppen. Wir werden herzlich empfangen von einem Türken der perfekt Deutsch spricht. Er erzählt uns von der Kooperative, in der nur Frauen (ca. 16`000) TeilhaberInnen sind und in einer der verschiedenen Häuser im ganzen Land eine 2jährige Ausbildung machen können. Anschliessend arbeiten sie zu Hause und liefern die fertig gestellten Teppiche ab. Der Staat unterstützt die Kooperative indem er die Häuser gratis zur Verfügung stellt und die Zollabfertigungen beim Versand der Teppiche in andere Länder übernimmt. Wir können den Frauen zuschauen wie sie knüpfen und erhalten viele Informationen über die verschiedenen Materialen sowie über die Herkunft der Teppiche. Dutzende Teppiche werden ausgerollt und gezeigt. Das Schöne an der Sache, wir haben nie den Eindruck dass wir kaufen müssen. Auch nicht als uns Tee, Kaffee und auch Raki angeboten wird. Wir plaudern mit dem Angestellten und erfahren nebenbei noch viel über Land und Leute, denn wir können jede Frage stellen.

 

Schlussendlich sehen wir aber einen Teppich der uns sehr gefällt. Wir schicken den Kindern ein Whats up und bitten um zwei Bilder unserer Teppiche im Wohnzimmer sowie um die Masse. So können wir sicher sein, dass der Teppich passen wird. Da wir keine „schnellen“ Käufer sind, bitten wir einen Übernachtungslplatz hinter dem Haus. Wie immer in der Türkei ist auch das kein Problem. Bevor es aber Feierabend gibt, müssen wir noch die Spezialitäten des Hauses, kleine Bilder aus Seide anschauen. Erstaunt sind wir, dass diese kleinen Raritäten aus Seide biblische Geschichten erzählen. Z.B. das Abendmahl. Aber die Erklärung kommt sofort. Jesus ist für die Mosleme ein Apostel wie auch Paulus und andere. Na ja, wir wissen das, aber wir denken auch, dass diese Prachtsstücke sicher auch wegen den vielen Touristen geknüpft wurden. Endlich können wir uns zurückziehen und geniessen einen ruhigen Abend. Da wir das Wifi nutzen können, kann ich die Homepage aktualisieren.

 

Am nächsten Morgen wird uns zuerst Tee und Kaffee angeboten und erst nach langem Reden über Gott und die Welt, kommt es dann doch noch zum Kauf. Wir freuen uns schon jetzt auf den Teppich der direkt nach Hause geschickt wird.

 

Heute wollen wir nach zwei sehr kalten Tagen (nachts 0 Grad, am Tag 7 Grad) endlich wieder ans Meer. Dort ist es mit Sicherheit wärmer. So fahren wir durch hügelige Landschaft mit wunderschönen Kiefern, vielen Steine und dutzenden Brunnen dem Meer entgegen. Das Wetter ist wieder schlechter, Wind, Wolken und teilweise Regen. Trotzdem zweigen wir auf eine schmale Strasse ab die mehr oder weniger direkt dem Meer entlang führt. Auf den vielen Olivenhainen direkt am Meer wird fleissig geerntet. In der Kardigabucht finden wir einen Platz direkt am Meer. Hier muss im Sommer einiges los sein. Jetzt liegt der lange Strand verlassen da. Kaum angekommen sehe ich 2 Fahrradfahrer vorbeifahren die heftig winken. Wir winken zurück, denn es müssen Touristen sein mit dem grossen Gepäck.

 

Nach einer Stunde klopft es an unserer Tür und Jean-Daniel mit Leonie stehen vor der Tür. Sie kommen aus der Westschweiz und sprechen zum Glück Deutsch. Zusammen sitzen wir in unserem warmen Stübli, ich koche noch einen riesigen Gemüseeintopf für uns Alle und mit dem frisch gebackenen Sonnenblumenbrot geniessen wir das gemeinsame Essen. Sie erzählen uns wie sie im Mai zu Hause losgefahren sind und jetzt Richtung Iran unterwegs sind. Normalerweise schlafen sie im Zelt, dafür ist es aber für die Türkei definitiv nicht die beste Jahreszeit. Aber sie sind optimistisch und wissen auch, dass sie in dem riesigen Land teilweise einen Bus nehmen oder Autostopp machen müssen. Sonst schaffen sie es nicht, innerhalb drei Monaten die Türkei zu verlassen und in den Iran einzureisen.

 

Wir geniessen den Abend mit den Schweizern und sehen sie am Morgen nochmals kurz bevor wir Richtung Norden und sie Richtung Süden weiterfahren. Am Ende der Halbinsel spazieren wir durch ein Dorf auf den Hügel. Natürlich hat es hier oben wieder Ruinen. Wir wollen aber die Aussicht geniessen. Leider ist ein Gewitter im Anzug, es donnert und wir sehen die vorgelagerte grieschische Insel Lesbos nur durch Nebelschwaden. So kehren wir ins Auto zurück. Kaum fahren wir weiter, ist das Gewitter da. Es regnet in Strömen und die Strasse wird teilweise zum Bach, oder Bäche führen direkt über die Strasse. Unser Auto sieht wieder mal toll aus! Zudem stinkt es in jedem Dorf erbärmlich nach Kohle und Holz! Der Nebel drückt den ganzen Feinstaub herunter! Dazu kommen wir noch an einem Kohlekraftwerk vorbei! Umweltverschmutzung im Grossen!

 

In Troja angekommen, regnet es nicht mehr und wir lesen nochmals die Reiseführer. Wir sind uns nicht so sicher ob wir tatsächlich diese Ruinen anschauen sollen. Es wurde uns immer wieder abgeraten. Die Geschichte um Troja ist ja interessant, aber die Ausgrabungen sollen nicht besonders sehenswert sein. So entschliessen wir uns nach Canakkale zu fahren. Hier kaufe ich noch tolle Wolle für einen Pulli für mich und Knöpfe für die Kinderpullover die ich stricke. Dann gehts an die Beach zum übernachten. So stehen wir direkt am Meer, und wir sehen ein grosses Schiff nach dem anderen durch die Dardanellenenge Richtung Istanbul und Schwarzes Meer fahren.

 

Letzte Nacht war es sehr kalt, Minustemperaturen in der Türkei, und das am Meer! Es „schneielet“ als Beat die Stützen hochkurbelt. Wir wollen mit der Fähre von Canakkale auf die Halbinsel Gallipoli fahren. Nun schneit es nicht mehr, aber es regnet, stürmt und ist kalt. Währenddem wir einen Stellplatz suchen auf der Halbinsel, sehe ich vor uns ein Womo fahren und siehe da, es sind Aargauer! Er hält mitten auf einer Kreuzung an und sucht den richtigen Weg. Wir fahren neben ihn (mitten auf der Kreuzung) und durch das geöffnete Fenster begrüssen wir uns, danach beschliessen wir, in der Nähe einen Platz zu suchen und gemeinsam zu übernachten. So sitzen wir gemütlich zusammen und haben uns viel zu erzählen. Leider nur bis ein Türke kommt und Geld will. Da wir hier nur parken und kein anderes Auto hier ist, sind wir nicht bereit etwas zu bezahlen. Aber nach einer Stunde kommt er wieder und so fahren wir weg auf einen anderen Parkplatz. Nach dem Nachtessen sitzen wir dann wieder zusammen und geniessen den „Aargauerabend“.

 

Da wir heute kaum gefahren sind und es immer regnet, müssen wir auf die Heizung verzichten und vor allem am Morgen auf heisses Wasser und die Dusche. Trotzdem ist es angenehm warm nachts. Nur zum Aufstehen ist es kühl und wir machen rasch einen Kaffee damit das Stübli warm wird.

 

Wir wollen trotz Regen die Halbinsel erkunden. Hier wurden unglaublich brutale Schlachten während dem 1. Weltkrieg abgehalten und Atatürk hat hier die Verteidigung erfolgreich geführt. Rund 125000 Menschenleben kostete der Stellungskrieg. Der Wahnsinn ist durch dutzende von Soldatenfriedhöfen und Denkmälern gut ersichtlich. Sogar der australische Nationalfeiertag hat hier seinen Ursprung, erlitten doch die ANZAC (Australien and New Zealand Army Corps) Truppen am 25.01.1915 grosse Verluste. Den Gefallenen erweist man so noch fast hundert Jahre später die Ehre.

 

So fahren wir Richtung Norden der Dardanellenwasserstrasse entlang. Wir sehen riesige Schiffe die Richtung Istanbul und Schwarzes Meer fahren. Die Strasse führt meistens direkt am Meer entlang. Dann aber wollen wir auf der anderen Seite der Halbinsel zurückfahren. Bis zum ersten Dorf ist die kleine Strasse sehr gut, und plötzlich ist sie nicht mehr geteert und vom vielen Regen völlig aufgeweicht. Wir passieren eine kritische Stelle nur knapp und merken dass wir nicht mehr zurück können. So fahren wir „wie auf Eiern“ eine knappe Stunde bergauf, bergab, ohne rechts und links zu schauen dieses aufgeweichte Strässchen. Schlussendlich treffen wir auf eine geteerte Strasse und entschliessen uns hier wieder Richtung Osten auf die andere Seite der Halbinsel zu fahren. Hier sind wir sicher dass die Strasse gut ist. Schade, denn die hügelige Landschaft war sehr schön und die Strasse hätte uns auch am Meer entlang geführt. Aber unsere Nerven waren genug strapaziert. Wir wollen ja mit einem ganzen Womo wieder zurück kommen.

 

Trotz dem schlechten Wetter fahren wir noch ganz in den Süden, vorbei an vielen Soldatenfriedhöfen und Denkmälern. Im Süden hat man eine tolle Sicht auf die Einfahrt zu den Dardanellen und sieht die grossen Schiffe. Es stürmt aber und regnet, sodass wir Sightseeing aus dem Auto machen. Am Nachmittag fahren wir mit der Fähre nach Cannakkale zurück und danach auf unseren vorgestrigen Stellplatz.

 

Da wir nicht mehr dem Meer entlang fahren wollen, fahren wir Richtung Balikesir. Es ist hüglig, kalt und windig. Unterwegs wollen wir tanken und müssen feststellen dass das Tankschloss eingefroren ist. Erst nachdem Beat den Schlüssel mit dem Feuerzeug erwärmt hat können wir das Schloss öffnen.

 

Nach Balikesir übernachten wir bei einer riesigen Tankstelle mit Restaurant. Gleich neben einer kleinen Moschee finden wir einen ruhigen Platz. Während dem Beat die Stützen herunter lässt fängt es doch tatsächlich zu schneien an. Die Wiese hinter unserem Auto wird weiss! Zudem müssen wir feststellen, dass der Platz doch nicht so ruhig ist. Viele Lastwagenfahrer halten hier an und gehen kurz in die Moschee. Wir sind aber müde, wollen nicht mehr weg und hoffen trotzdem gut zu schlafen.

 

Und wirklich, wir haben gut geschlafen und nur am Morgen ab und zu einen Lastwagen gehört. Heute haben wir Minus Temperaturen und Beat muss kratzen! Dazu kommt, dass wir unsere Treppe nicht einfahren können, sie ist eingefroren. So was haben wir nicht einmal im tiefsten Winter in der Schweiz erlebt. Erst nachdem wir einige Kilometer gefahren sind, funktioniert die Treppe wieder.

 

Wir fahren auf einer Hauptstrasse und wollen sehen wie die Strassenverhältnisse sind. Da es kein Problem ist, entschliessen wir uns eine Nebenroute nach Bursa zu fahren. In Mustafakemalpasa zweigen wir Richtung Osten ab und freuen uns über die verzuckerte Landschaft. Olilvenbäume und Mandelbäume mit Schnee! Das sieht phantastisch aus. Wir haben hier etwa 10cm Schnee und auf der Strasse wenig Match, aber nicht gefroren, denn unterdessen liegen die Temperaturen wieder im Plusbereich. Gemütlich fahren wir die schöne Strasse weiter. Doch plötzlich gibt es mehr Schnee auf der Strasse und wir fahren in einer Spur. Von einem Schneepflug sehen wir weit und breit nichts. Noch immer gibt es zwei Fahrbahnen, sodass man gut kreuzen kann wenn ab und zu ein Auto entgegenkommt. In den Dörfern wird es enger. Und dann plötzlich haben wir 30 cm hohe Fahrspuren und dazu nur noch eine Fahrbahn! Wenn jetzt einer entgegen kommt! Die Strasse wird schmaler, die Spur undeutlicher, d.h. es ist schon lange niemand mehr gefahren. Plötzlich steht mitten auf der Strasse ein kleiner Lastwagen ohne Fahrer. Wir kurven um ihn herum. Dann kommt noch ein Pickup von der anderen Seite. Zum Glück an einer Stelle die übersichtlich und breit ist. Ansonsten sind wir ganz alleine unterwegs. Endlich führt die Strasse wieder ins Tal und der Schnee wird weniger. In Bursa sind die Strassen wieder schneefrei. Wir kaufen in der Migros noch gross ein, denn in Istanbul wollen wir nicht einkaufen. Da spricht uns doch eine Türkin auf Mundart an und erzählt uns, dass sie in der Schweiz aufgewachsen ist und jetzt in der Türkei lebt.

 

Heute wollen wir noch bis nach Gemlitz an das Meer fahren und da übernachten. Wir finden dann auch einen Platz direkt am Meer. Wie immer begrüssen uns Hunde. An jedem Platz hat es 2 – 6 wilde Hunde die uns jeweils bewachen! Abends bellen sie dann immer lautstark und wir sind jeweils froh, dass sie wenigstens nachts ruhig sind. Wir machen noch einen Spaziergang im Dorf und werden auch hier von einem Türken auf Mundart angesprochen. Er hat viele Jahre in der Schweiz gearbeitet und lädt uns zum Tee ins Teehaus ein. Wir lieben den türkischen Cai, aber die Teehäuser werden in dieser Jahreszeit mit Kohle oder Olivenholz beheizt. D.h. In diesem Teehaus steht ein altes Fass zum feuern mit einem Rohr das durch das ganze Teehaus geht. Man kann sich vorstellen wie das stinkt! So stinkt es auch in jedem Dorf oder Städtchen, denn fast überall wird mit Kohle oder Olivenholz geheizt.

 

Am Abend wird es noch laut rund um unser Auto, denn die Türken fahren noch kurz ans Meer, steigen aus, unterhalten sich lautstark bis sie dann nach einer halben Stunde wieder wegfahren.

 

Heute gehts nach Istanbul. Wir fahren rund um die Halbinsel auf die Fähre und stellen dann das Navi ein. Angeblich gibt es neu einen Stellplatz bei einem Sportplatz wenige Minuten von der Blauen Moschee entfernt direkt am Meer. Zuerst fahren wir noch über die Bosporusbrücke von Kleinasien nach Europa! Obwohl wir die Koordinaten nicht haben finden wir den Platz sofort, fahren aber etwa 100m zu weit und fragen sicherheitshalber bei der nächsten Tankstelle. Super der Platz! Strom, bewacht, WC, Dusche und Gratiswaschmaschine. Nur der Lärm der Strasse und vom Vorortszug ist nicht so wunderbar. Zudem machen die Fischerboote mit ihren Generatoren am Morgen viel Lärm. Da wir aber immer gut schlafen ist dies für uns kein Problem. Auch die Muezzine „singen“ hier lautstark und überbieten sich gegenseitig. Zum Glück nur 5x am Tag, und einer gleich nebenan!

 

Am Morgen hängen wir die Wäsche auf die wir am Abend gewaschen haben und machen uns auf Istanbul zu erkunden. Heute gehts zur Hagia Sophia Moschee, dem Sultanspalast und den Zisternen.

 

Am zweiten Tag öffnen wir unser Dachfenster und sehen seit Tagen zum ersten Mal wieder blauben Himmel! Voll Tatendrang stehen wir auf und sind bald unterwegs. Wir spazieren an der blauen Moschee vorbei zur Galatabrücke und dann vorbei an den hunderten Fischern auf der Brücke hinüber zum goldenen Horn. Hier geht es mit der 2.ältesten U-Bahn hoch zur Einkaufsstrasse Istiklal. Hier sind viele Botschaften und zufällig entdecken wir mehrere Kirchen die wir uns ansehen. Es ist Heilig Abend und die Stimmung in den Kirchen „heimelet“ uns an. Es erklingen Weihnachtslieder und es kommt für kurze Momente Weihnachtsstimmung bei uns auf. Die künstlichen Weihnachtsbäume in und vor den Hotels sind eher kitschig. Am Ende der Strasse spazieren wir zum Bosporus, essen am Fluss eine Kleinigkeit und wollen uns anschliessend den Dolmabahce-Palast ansehen. Aber leider ist er heute Montag geschlossen! So geht es den ganzen Weg zu Fuss zurück. Herrlich durch die Gassen zu schlendern und die Türken bei ihrem Versuch die Ware zu verkaufen zu zuschauen! Wir kommen todmüde nach Hause und lassen den Tag mit einem türkischen Wein (leider schmeckt er nicht, viel zu trocken!) und unserem „Engelikerzli“ den Tag ausklingen.

 

Auch am dritten Tag scheint die Sonne! Kein Wölklein weit und breit. Die Temepraturen steigen über 10 Grad. Wir spazieren zur Blauen Moschee und wollen uns diese heute ansehen. Dann gehts in den grossen Bazar und diesmal mit dem Tram den weiten Weg zum Palast. Zum Glück sind wir im Dezember hier. Für uns hat es so schon viel zu viele Leute. Wie ist das wohl im Sommer? Den Palast kann man nur mit Führung ansehen. Nach einer 15minütigen Wartezeit, geht es in die tollen Räume. Da der Palast kurz nach dem Tod von Atatürk als Museum eröffnet wurde, ist noch alles in „altem“ Zustand und musste kaum renoviert werden. Imponierend sind vor allem die riesigen Leuchter, einer wiegt 1,5t, ein anderer sogar 4,5t und hat 600 Lampen. Natürlich sehen wir uns auch das Harem an. Das ist weniger pompös da ja keine Fremden in diese Räume kamen. Hier hat auch Atatürk gelebt und ist hier gestorben. Mit dem Tram fahren wir zurück, essen noch und spazieren wieder zurück zu unserem Womo. Ich habe Halsschmerzen und mache mir einen Salzwickel. Müde und nicht ganz gesund bin ich bald im Bett. Doch leider kann ich schlecht schlafen und bekomme kaum Luft. Beat meint ich Schnarche die ganze Zeit und so verzieht er sich und macht das „Stüblibett“ für sich bereit.

 

Trotzdem schlafen wir schlecht und hören die Fussballer vom Club bis um 2 Uhr nachts trainieren. Dann werden Türen geschletzt, gelacht und diskutiert – und das alles neben unserem Auto. Um 3 Uhr nachts wäscht dann noch einer das Auto neben uns! Wir fragen uns wie tolerant man sein muss!

 

Unausgeschlafen stehen wir am 4. Tag auf. Meine Halsschmerzen sind leicht besser. Das ist gut so, denn heute wollen wi rbei herrlichem Sonnenschein mit dem Schiff den ganzen Bosporus befahren bis zum Schwarzen Meer. Es ist für uns Binnenländer immer wieder faszinierend die grossen Schiffe zu sehen. Hier werden sie von Lotsen in Einerkolonne durch den schmalen Bosporus gefahren. An der der schmalsten Stelle ist er lediglich 600m breit. Über den Mittag sind wir in einem Dorf mit vielen Fischrestaurant. Zum letzten Mal auf unserer Reise gibt es Fisch! Zurück in Istanbul sehen wir auf dem Heimweg wieder die vielen Lastenträger, vor allem ältere Männer, in den Gassen. Sie bringen in grossen schweren Paketen Schuhe, Textilien und Taschen zu den Kleinbussen mit denen die Ware dann zum Händler gebracht werden.

 

Abends sind wir müde und ich muss mir wieder einen Salzwickel machen. Beat macht noch eine Waschmaschine mit unserer Bettwäsche und dann können wir endlich die Beine hochlagern. Ich hoffe dass ich gut schlafen kann, denn morgen geht es an die Grenze der Türkei Richtung Schweiz!

 

Ich bin immwe noch stark erkältet, konnte aber einigermassen schlafen. Mit dem GPS fahren wir aus Istanbul hinaus und sind gegen Abend in Erdine. Eigentlich wollen wir hier noch „die schönste Moschee“ der Türkei anschauen. Aber leider ist die Luft so schlimm, dass ich kaum atmen kann. Das Problem der Holz- und Kohleheizungen ist auch hier extrem. Die Strassen sind wie schon in Istanbul schmierig vom Fett. Zu Fuss muss man aufpassen dass man nicht ausrutscht und mit dem Auto hat man Bremsprobleme. So fahren wir noch wenige Kilometer und finden einen grossen Parkplatz. Da wollen wir übernachten, in der Hoffnung dass die Lastwagen hier nicht übernachten. Die Moschee sehen wir uns an wenn wir wieder in die Türkei fahren ans Schwarze Meer und weiter in den Iran. Bald schon zieht Nebel auf und wir sehen keine 2m weit. Nachts ist es dann sehr ruhig, kein einziger Lastwagen parkiert hier.

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