Semena Santa in Südamerika

 

Wir haben uns entschieden die „Semana Santa“ (heilige Woche) in Altos (Paraguay), bei René und Marion zu bleiben. Endlich haben wir herrliches Herbstwetter und wir geniessen die Sonnenstrahlen!

 

Ich nutze die Zeit um etwas über die „Semana Santa“, die heilige Osterwoche in Südamerika zu erfahren. Es ist hier das wichtigste christliche Fest des Jahres. Gleichzeitig religiös aber auch ausgelassen fröhlich. Die Osterhasen und die farbigen Ostereier fehlen, dafür gibt es dekorierte Kirchen, mit Blumenteppichen bedeckte Strassen und feine Osterspezialitäten. Den Osterhasen haben wir trotzdem gefunden! Reisende nennen ihn auch einen „höhergelegten Hasen“ wegen seinen langen Beinen, andere nennen ihn Pampahasen aber der richtige Name ist Mara.

 

Hier einige Beispiele, die natürlich nicht vollständig sind:


Peru

Während der Osterwoche besuchen die Leute häufig die Kirche und es finden viele Prozessionen statt. Dabei werden, begleitet von Musikkapellen und singenden Frauen, schwere kunstvoll geschnitzte Heiligenstatuen durch die Strassen getragen. Viele Städte haben zusätzlich ihre eigenen Traditionen. Das bekannteste Fest findet in Ayacucho während 10 Tagen statt. Den täglichen Prozessionen folgt am Karsamstag, wie im spanischen Pamplona, die Stierjagd durch die Strassen. Um die Zeit zwischen der Ankunft der Stiere zu überbrücken werden Menschenpyramiden von bis zu vier Etagen gebaut. Unterstützt wird das Spektakel noch von der lokalen Feuerwehr welche die Menschen zur Abkühlung von der brennenden Andensonne mit Wasser bespritzt. Am Gründonnerstag und Karfreitag wird weder getanzt noch darf Musik gehört werden um den Leiden Christi zu gedenken.  

 

Ecuador

Die Spuren der Spanier sind hier deutlich spürbar. Am Mittwoch der Karwoche findet in Quito eine spezielle Prozession, ein Trauermarsch wie man ihn auch in Lima oder in Spanien kennt, statt. Der Bischof trägt dabei eine schwarze Fahne mit einem roten Kreuz. Früher glaubte man, wer die Fahne berührt, stirbt im nächsten Jahr. Am Karfreitag findet wie in Spanien die wichtigste Prozession statt. Dabei wird eine Figur Jesu durch die Strassen getragen, gefolgt von den reuigen Sündern, die mit Spitzhüten ihre Gesichter verdecken und mit schweren Eisenketten an den nackten Füssen ihre Kreuze tragen. Wie in Peru verlangt die Tradition, dass nicht weniger als sieben Kirchen aufgesucht werden. 

 

Brasilien

Die relativ europäische Osterwoche beginnt hier erst am Gründonnerstag und endet am Ostersonntag. Es ist das einzige Land in dem man Schokoladenosterhasen und bekommt sowie das Osterlamm kennt. Vor allem am Karfreitag gibt es überall Prozessionen und während dieser Tage macht man Verwandtenbesuche.

 

Kolumbien

Nicht wie im übrigen Südamerika wird hier die Osterwoche vor allem der Familie gewidmet und ist weniger religiös angehaucht. Es werden Grillpartys veranstaltet in den Fincas oder am Strand. Die Einwohner Bogotas begeben sich am Karfreitag auf dem Pilgerpfad zu ihrem heiligen Berg Montserrate. Nach 1080 Stufen und 600 m Höhendifferenz erreichen sie die Kapelle die aber auch mit einer Seilbahn erreicht werden kann.

 

Paraguay

Die Frauen machen ab Freitag vor Palmsonntag ihre selbstgefertigten Gebinde aus Pindopalmenblätter, wobei jede Frau ihre eigene Art hat dieses Gebinde zu flechten. Am Palmsonntag findet meist unter freiem Himmel die Palmweihe statt. Ab Dienstag treffen sich die Frauen der Familien, um gemeinsam „Chipa“, ein Gebäck aus Maismehl in ihren Steinöfen zu zubereiten. Am Gründonnerstag wird dann gemeinsam das letzte Abendmahl, meist mit Schweinefleisch das nur zu besonderen Anlässen aufgetischt wird, gemeinsam eingenommen. Am Karfreitag herrscht dann Stille, man hört kein Radio und es wird kaum gegessen. An vielen Orten finden Umzüge statt, auf denen der Kreuzweg mit seinen Stationen nachgestellt wird. Im Vordergrund steht das Zusammentreffen der Familien.

 

Argentinien

Der Schokoladenhase ist hier bekannt aber nicht so berühmt. Die Kinder erhalten von den Grosseltern und Paten Schokoladeneier und –hasen. Im Nordwesten Argentiniens ist es der Brauch, dass die Kinder ihre Paten und Verwandten besuchen und knieend um den Segen bitten. Dabei erhalten sie die begehrten Süssigkeiten. Vor allem aber ist es auch hier ein religiöses Fest. In Buenos Aires besuchen tausende den Erlebnispark „Tierra Santa“. Man wird von römischen Soldaten am Eingangstor empfangen und kann anschliessend die nachempfundenen Schauspiele der Kreuzigung hautnah miterleben.

 

Chile

Die Woche beginnt am Palmsonntag an dem während einer Messe eine Art Palmzweig geweiht wird. Schon Tage zuvor kann man diese Gebinde bestehend aus Maisblättern, Stroh und Pflanzenfasern an den Strassenrändern kaufen. Nachdem sie in der Kirche gesegnet wurden, werden sie zu Hause aufgehängt, umso den Segen in die eigene Wohnung zu bringen. Von Montag bis Mittwoch gibt es täglich Eucharistiefeiern in den Kirchen, die rege genutzt werden. Ab Gründonnerstagnachmittag ist dann „Ferienzeit“. Am Karfreitag sind die Kirchen ungeschmückt und die Christusfiguren mit Tüchern verhangen. Auf den vielen Prozessionen werden Heiligenbilder mitgeführt und die Gläubigen tragen Kerzen in der Hand. An Ostern wird dann mit der Familie gefeiert und man verschenkt Süssigkeiten vor allem auch Schokoladeeier.

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