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____________   14. November - 25. November

____________   25. November - 

Grenze Kolumbien - Bogota

Nach den anstrengenden Grenzformalitäten freuen wir uns auf gepflegte Strassen bis Bogota. Alle haben uns erzählt, dass die Kolumbianer die Kurven erfunden hätten. Ja, Kurven hat es, es geht auch rauf und runter, aber auf Superstrassen richtig angenehm verglichen mit Peru! Nur die vielen Lkws! Es hat wirklich fast nur Lastwagen auf der Strasse, grosse und kleine. Aber eigentlich ist das hier doch normal, denn es ist die Panamericana die nach Ecuador führt und durch das riesige Tal mit Schluchten. Ca. 1000km sind es, mit einigen Dörfern und viel Wildnis. Früher war hier die Farc tätig, heute begegnen wir sehr viel Polizei. Jede Brücke, jedes Dorf wird bewacht. Der Verkehr ist unglaublich, da vor allem Lastwagen- und Busfahrer sehr aggressiv fahren und an den unmöglichsten Stellen überholen. Bergauf und bergab fahren die amerikanischen Lastwagen im kleinsten Gang im Schritttempo, einen gescheiten Motor und eine Motorbremse scheinen alle nicht zu haben.  Wir lassen uns nicht stören, fahren unsere Geschwindigkeit, lassen uns überholen und überholen nur an ungefährlichen Stellen.

 

So erreichen wir gegen Abend einen schönen Übernachtungsplatz bei einem Hostel und treffen per Zufall auf Andreas, einen Luzerner mit Ländy und Dachzelt. Wir essen gemeinsam im Restaurant und tauschen uns aus. Danach gehen wir früh ins Bett und sind am Morgen bereits um 8.00 Uhr wieder unterwegs. Die Landschaft wird grosszügiger, die Berge flacher und der Verkehr nimmt leicht ab. Wir fahren durch viele Dörfer und sind überrascht wie viele Schwarze es hier hat. Ja die Nachfahren der Sklaven, übrigens auch in Ecuador, sind hier allgegenwärtig. Abends übernachten wir bei einem Botanischen Garten. Die Nacht ist erholsam, denn es ist sehr ruhig.

 

Nun sind es noch 270km bis Bogota, teilweise sogar Autobahn. Wir freuen uns, so sollten wir nach dem Mittag Bogota erreichen. Weit gefehlt. Zwar erreichen wir nach einer unendlichen Passstrasse, wieder über 4000m, endlich die Autobahn und kommen ab hier zügig voran. Aber dann Bogota! Ein solches Verkehrschaos haben wir nur in russischen Städten erlebt! Hier darf übrigens je nach Nummernschild an gewissen Tagen nicht nach Bogota gefahren werden. Das haben wir auch schon in Ecuador gehört! Dann die vielen grossen und kleinen Lastwagen und die verschiedenen Busse. Dazu kommen die gelben Taxis, die ebenfalls wie die Henker fahren, aber am Schlimmsten sind die Motorradfahrer. Rechts und links, fahren sie millimeternah am Auto vorbei und wechseln kurz vor uns noch die Spur, denn wir haben ja einen „grossen“ Abstand! Das kommt davon, weil ich Beat immer wieder sage er solle mehr Abstand halten, wir haben doch einen längeren Bremsweg als ein PW. Ja sie fahren auch zwischen den Bussen durch! Dazu kommt, dass das Navi nicht alle Strassenführungen korrekt anzeigt. D.h., ab und zu muss man unglaubliche Umwege fahren um auf eine Querstrasse zu kommen! Wir schaffen es, aber es dauert Stunden, denn es geht teilweise nur im Schritttempo!

 

Unser Parkplatz für die nächsten sieben Tage und für die drei Wochen Heimaturlaub! Der Besitzer lebt hier und ist sehr freundlich, gibt uns einen guten Platz und wir sind fürs erste froh, dass wir da sind. Aber, ja jetzt kommt das aber! Der Flughafen ist in der Nähe und die Flugzeuge starten ohne Ende. In Südamerika sind die noch nicht soooo leise wie bei uns! Zum Glück leicht versetzt und nicht über unser Auto sind die Abflüge. Wir gewöhnen uns an den Fluglärm, der zum Glück zwischen 23.00 und 07.00 Uhr aufhört! Aber die Abgase! Am Abend kommen kleinere und grössere Lastwagen und Busse und parken hier, der Platz ist praktisch voll. Jeder lässt seinen Lastwagen eine Viertelstunde laufen, damit der Motor abkühlt und am Morgen damit der Motor warm wird! Na ja, man kann sich ja vorstellen wie das ab und zu, wenn ein Lüftchen weht, stinkt! Und dann der Hund! Er ist tagsüber angekettet und man darf nicht zu nahe an ihn ran. Nachts bewacht er den Platz und der Besitzer erklärt uns, dass wir nachts unter keinen Umständen das Auto verlassen sollen, er beisse sonst zu. Na ja, gut für uns für die Bewachung, aber sonst, ein mulmiges Gefühl. Am ersten Abend hat er jeweils bei der kleinsten Bewegung unseres Autos vor der Türe geknurrt. Aber dann hat er sich an uns gewöhnt!

 

Das ist also unser Zuhause für die nächste Woche. Am ersten Tag „wandern“ wir zum Shoppingcenter und wollen einkaufen. Zuerst finden wir einen Baumarkt. Leider gibt es auch hier kein Internet. Also machen wir uns auf in das nächste Shopping, dem Jumbo. Hier ist es eine Wohltat einzukaufen. Endlich wieder können wir unsere Lebensmittel wie „Barilla“ Teigwaren und guten Käse einkaufen. Dazu gibt es im Restaurant Wifi und wir können wieder einmal die Zeitung herunterladen. Nach Hause nehmen wir dann ein Taxi.   

Am zweiten Tag fahren wir sehr früh zur Nissan Werkstatt. Aber leider ist der Verkehr auch da enorm und wir brauchen fast eine Stunde für die 11km. Und dann ist das nur ein Händler. Kein Problem meint er, 2 km weiter sei eine Werkstatt. Wir fahren also los und werden wieder enttäuscht, denn die Werkstatt kann den Service nicht ausführen, weil das Dach zu niedrig ist. Er zeigt uns den Weg zu einer weiteren Werkstatt, die er vorgängig sogar anruft. Das sollte klappen. So sind wir nach dreistündiger Irrfahrt durch Bogota endlich bei einer Nissan Vertretung, die unseren Service machen kann. Aber dann staunt der nette Herr. Nein, das Auto kennen sie nicht. Sie haben keine Filter! Kein Problem, die haben wir dabei! Und jetzt? Er meint, es wäre möglich den Service zu machen. Zuerst werden unsere Autodaten und unsere Daten fein säuberlich im Computer aufgenommen. Aber ohalätz! Diese Chassisnummer kennen die Südamerikaner nicht, ist es denn überhaupt ein Nissan? Die Chefin wird gefragt, nochmals alles von vorne eingeben. Geht immer noch nicht, wir haben keine Motorennummer! Den nächsten Chef fragen. Endlich, nach einer Stunde, der Herr ist sichtlich erfreut, hat er es geschafft! Nun bekommt unser Nissan endlich den Service. Und siehe da um 17.30 Uhr ist alles fertig. Die Werkstatt schliesst und nur die Putzequipe muss noch das Fahrzeug waschen. Die Arbeiter sind ein wenig enttäuscht, dass sie nicht pünktlich in den Feierabend können. Schlussendlich nachtet es bereits ein und wir müssen uns in den Feierabendverkehr einfädeln. Es dauert eine Stunde bis wir glücklich auf unserem Parkplatz sind!

 

Heute fahren wir mit dem Taxi in die Altstadt und nehmen an einer Free Walking-Tour teil. Viel erfahren wir von den politischen Sorgen mit den Farc und hören, dass nächstes Jahr die entscheidenden Wahlen sind. Die Altstadt ist sehr schön, mit interessanten Geschichten zu den Plätzen und den Bauten ist die Führung abwechslungsreich und spannend. Auf einem Platz macht uns unser Führer darauf aufmerksam, dass hier illegal Smaragde verkauft werden. Und siehe da, man kann den Händlern zuschauen. Wir sehen das glasklar, die Polizisten die an den Händlern vorbeigehen, sehen nichts! Der Führer zeigt uns auch das Museum das Künstlers Fernando Boteros, bekannt durch seine Porträts mit den üppigen Figuren. Dann bekommen wir einen Chicha, ein Getränk das im Andenraum Südamerikas bekannt ist. Es ist ein Bier das durch Fermentation verschiedener Pflanzen durch Speichel gewonnen wird. Daher nennt man es auch „Spuckebier“.  Bereits im Inkareich wurde Chicha aus Mais hergestellt. Der Alkoholgehalt ist sehr unterschiedlich, kann von 1 – 6% varieren.  In den Andenregionen wird sehr verschiedener Chicha hergestellt, sodass jede Region eine andere Chicha hat. Wir finden die vielen Wandmalereien in der Stadt sehr schön und finden, dass Bogota eine Reise wert ist und ungefährlich ist.

 

Packen ist auch noch angesagt. Wir haben uns entschlossen unsere Klappräder mit nach Hause zu nehmen. Es ist dann nicht ganz einfach die Räder in die gekauften Schachteln zu verpacken und die Schachteln gut zu verkleben. Den Platz im Auto brauchen wir für die zwei noch intakten Felgen die wir noch haben. Diese wollen wir nicht einfach wegwerfen. Schlussendlich ist auch das geschafft, eine Tasche ist auch bereit und wir machen uns am Sonntagmittag auf, ein Taxi zu finden das gross genug ist für unser Gepäck. Da die meisten der gelben Taxis Kleinwagen sind, ist das nicht ganz einfach!

 

Wir freuen uns nun auf den kurzen Heimaturlaub und die Hochzeit unseres Patenkindes.   

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