____________   18. September - 26. September

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____________   29. Oktober - 14. November

____________   14. November - 25. November

____________   25. November - 

Bogota - Cartagena

Drei Wochen Heimaturlaub gingen schnell vorbei. Familie, Freunde besuchen, zwei Wasserschäden, defekte Rollladen, die Mietwohnung malen und Fliesen verlegen lassen usw. Die Schweiz hält einem auf Trab! Wir wollen uns ja nicht beklagen, aber mit Terminkalender leben, na ja, das ist uns fremd geworden.

 

In Bogota angekommen, finden wir unsere vier Pakete mit den Felgen in der Sperrgutabteilung am Flughafen und stellen leider fest, dass in einem Paket etwas ausgelaufen ist! Es ist ein Zusatzmittel für den Diesel, denn es stinkt fürchterlich. Wenn da nur die Kleider nicht betroffen sind! Das Zollprozedere ist dann ein wenig verwirrend. Zuerst gilt es ein Papier auszufüllen bezüglich Einfuhren. Wir haben ja nur persönliche Gegenstände dabei, also sollte dies kein Problem sein. Aber die 4 gleichen Kartonkisten machen einen Zöllner stutzig und wir müssen in einen Nebenraum um eine Kiste zu öffnen. Und siehe da, im Kleingedruckten steht, dass Autoersatzteile keine persönlichen Gegenstände sind. Nach einigem hin und her müssen wir 50 Dollar Einfuhrzoll bezahlen und die Sache hat sich erledigt.

 

Schlussendlich finden wir am Flughafen auch ein grosses Taxi und fahren zu unserem Parkplatz. Unterdessen ist es bereits dunkel, aber die Freude ist gross, dass unser „Heimetli“ noch hier steht. Rasch auspacken und das Wichtigste versorgen. Und vor allem die ausgelaufene Ware begutachten. Das Pijama von Beat stinkt, 3 Schokoladen sind betroffen und meine kleine Handtasche. Alles halb so schlimm! Nur die Schokolade! Aber zum Glück ist sie in einem Plastik und mit Alufolie eingepackt, sodass sie noch geniessbar ist. 

 

Die Zeitverschiebung macht uns wie noch selten Mühe. So stehen wir bereits um 6.00 Uhr auf und haben genügend Zeit alles richtig zu versorgen. Nach dem Frühstück geht es dann in eine Werkstätte um die Felgen zu ersetzen. Anschliessend wird das Auto gewaschen, getankt und einkauft. So ist es rasch Mittag und wir machen einen Mittagsschlaf, denn in der Schweiz ist es bereits Abend.

 

Wir wollen noch einen Tag bleiben und gehen zu Fuss zum Shoppingcenter um z.B. Butter ohne Salz einzukaufen! Am Nachmittag fahren wir mit dem Taxi in das Zentrum und mit der Seilbahn zum Kloster Montserrat oberhalb von Bogota. Die Aussicht ist schön, aber irgendwie sind wir enttäuscht. Auch die Kirche ist nichts Besonderes, somit fahren wir schon bald wieder zurück und wandern zu Fuss in die Altstadt. Plötzlich stoppen zwei Polizisten auf dem Motorrad und fordern uns auf, einen anderen Weg zunehmen, dieser von uns eingeschlagene Weg sei zu gefährlich. Natürlich befolgen wir den Rat und sind schon bald bei der Universität und inmitten vieler Studenten. Diese Gegend wimmelt nur so von Securitypersonal mit Hunden. Im Museum d`Òro soll es den besten Kaffee in Bogota geben. Also nichts wie los, einen Kaffee können wir jetzt brauchen. Aber oha Lätz! Das ist kolumbianischer Kaffee und der schmeckt sauer! Zum Glück haben wir noch Wasser dazu bestellt. Nun wollen wir ein 3. Mal zur Kathedrale gehen und hoffen sehr, dass sie diesmal offen ist. Und tatsächlich, wir haben Glück, sie ist offen. Aber auf der vorgelagerten Placa de Bolivar stehen überall Polizisten in Kampfmontur. Auf dem Platz ist eine Demo im Gang! Etwas unheimlich, aber die Polizei lässt uns durch und wir fühlen uns sicher. Noch kurz Wasser kaufen und dann geht es per Taxi nach „Hause“.

 

Heute geht es endlich weiter. Wir brauchen mehr als eine Stunde um aus der Stadt zu kommen. Ein unglaubliches Verkehrschaos! Schlussendlich erreichen wir nach 2 ½ Stunden Zipaquira. Hier besuchen wir die unterirdische Salzkathedrale. Zuerst sind wir ein bisschen enttäuscht, denn wer die Salzkirche Nähe Krakau’s in Polen gesehen hat, erwartet einfach mehr. Doch beeindruckend ist schon, dass die grossen Gänge von Hand geschaffen wurden. Der Kreuzweg wird in „Kapellen“ dargestellt und Jesus jeweils als Kreuz, welches aber jedesmal anders aussieht. Auch die Kathedrale selbst ist gross. Alles ist aus Salz, aber der Salzgehalt ist hier lediglich 85%, in Polen ist er viel höher, und somit sind die Wände nicht weiss. Aber schön ist es allemal. Unser Übernachtungsplatz ist heute bei der Polizei, sicherer geht fast nicht!

 

Der Weg nach Villa de Leyva unterbrechen wir mit einem Abstecher zum Kloster La Candelaria. Das Augustinerkloster liegt wunderschön in den Hügeln und beherbergt drei Mönche und fünf Novizen. Wir kommen gerade rechtzeitig und erhalten eine interessante Führung. Auch das angrenzende Dorf Raquira beeindruckt uns. Es ist sehr touristisch, aber die bunten Häuser und die vielen Hängematten (wir nähern uns der Karibik), die Tonfiguren und Gefässe ergeben eine Ferienstimmung. Am Abend sind wir dann im Hostal Renacer in Villa de Leyva und haben wieder mal Internet.

 

Das wunderschöne Kolonialstädtchen mit den weissen Häusern und dem grössten Hauptplatz in ganz Südamerika, mit den Pflastersteinen und den vielen Restaurants gefällt uns ausgezeichnet. Beat hat Fieber und muss schlussendlich Antibiotika nehmen. Deshalb bleiben wir vier Tage hier.

Nachdem es Beat besser geht fahren wir los. Auf einer Nebenstrasse mit vielen Ferienwohnungen und Hotels kurven wir nordwärts. Das Gebiet gefällt uns, es ist wie bei uns in den Voralpen, nur mit anderer Vegetation. Schlussendlich geht es auf der Hauptstrasse Richtung Duitama und ein Abstecher führt uns ins Städtchen Tibascoa. Wie immer ist auch hier der Hauptplatz sehr schön mit der Kirche. Wir finden auch die berühmte Konfitüre mit den Früchten Feijos (Brasilianische Guave) und Uchuva (Kapstachelbeere). Wir sind gespannt wie sie schmecken! Die Weiterfahrt führt uns durch Schluchten wieder einmal über 3000m. Und opla, keine Tankstelle mehr! Eigentlich hat es in Kolumbien hunderte Tankstellen und oft fragen wir uns wie die rentabel sind. Aber jetzt, nichts und nochmals nichts! Und wir wollen Richtung Osten auf der 64 über Land fahren. Da sind wir sehr unsicher ob es Tankstellen gibt. So fahren wir 20km über die Abzweigung, finden die erste Tankstelle und übernachten auch gleich hier an der Strasse die abends kaum mehr Verkehr aufweist.

 

Zurück zur Abzweigung führt uns die 64 Richtung Westen nach San Gil über eine Piste und eine wunderschöne Gegend. Der Verkehr in der Stadt dann ist wieder unglaublich. Wir ergattern einen Parkplatz und machen uns zu Fuss auf ins Städtchen. Aber irgendwie hat es uns viel zu viele Leute, ein Gedränge und gehupe, nicht auszuhalten. So fahren wir weiter Richtung Barichara, vorbei an einem Campingplatz der aber geschlossen ist, kommen wir auf dem Hauptplatz in Barichara an. Was für ein schönes Kolonialstädtchen! Gemütlich, mit wenig Touristen. Wir setzen uns in eine Gartenwirtschaft eines Restaurantes und geniessen das Treiben um uns herum. Übernachtet wird bei einem Aussichtspunkt am Strassenrand.

 

Wieder zurück in San Gil fahren wir nordwärts auf der Hauptstrasse. Der Verkehr auf der Hauptstrasse ist unglaublich. Viele Lastwagen, meistens amerikanische mit viel Schnickschnack aber ohne PS kriechen bergauf und fahren im 1. Gang runter! Überholt wird von den Kolumbianern ohne Hemmungen auch in Kurven! Nach kurzer Strecke erreichen wir den Parque National Chicamacha. Wir halten an und beschliessen die wunderbare Aussicht auf das Tal das tief unter uns liegt auch per Seilbahn zu geniessen. Diese Seilbahn ist 6,3km lang und führt 1050m ins Tal und wieder auf der anderen Talseite wieder 1070m wieder hoch. Sehr speziell, denn es gibt nur wenig Gondeln die 8 Personen aufnehmen und beim Einsteigen muss man genau auf die jeweils 8 Punkte stehen um dann einzusteigen. Es gibt auch keine „Schlangen“ und kein Gedränge vorher, denn auch da sind jeweils 8 Punkte auf den Boden gezeichnet, auf die man sich stellt und wartet! Man stelle sich dies bei uns im Winter vor! Wir sind froh, dass wir nachts hier auch übernachten können.

 

Schlussendlich erreichen wir das Tiefland und lassen die Anden hinter uns. Es ist heiss, über 30 Grad und schwül. Auf einem Lastwagenparkplatz übernachten wir und freuen uns, dass es abends nach 22.00 Uhr bis ca. 6.00 Uhr ruhig ist. Wir sind Frühaufsteher, vor allem weil auch die Sonne um 6 .00 Uhr bereits scheint. Abends ist es punkt 18.00 Uhr dunkel, wir sind eben am Äquator!

Wie weit können wir heute fahren? Unser Ziel ist Mompox, ein Kolonialstädtchen mitten in einem Sumpfgebiet am Rio Magdalena. Die Strassen hier im Tiefland sind wie eine Autobahn und wir kommen zügig voran. Nach dem Abzweiger in das Sumpfgebiet, ist die Strasse dann sehr unterschiedlich. Zuerst noch gut geteert, dann viele Löcher, schlussendlich Piste und rund um uns viel Wasser. Hier leben auch viele Schwarze und die Bevölkerung ist sichtbar ärmer wie an allen anderen Orten die wir bis jetzt in Kolumbien bereist haben. Vor allem in den Dörfern ist die Strasse kaum betoniert und die Pisten haben Löcher „in denen man Kinderwagen versenken könnte“ (Beats Spruch!) Es ist Monsumzeit, und deshalb regnet es auch ab und zu, sodass die Löcher meistens mit Wasser gefüllt sind! Wir aber erreichen das sehr schöne Städtchen Mompox schon nach dem Mittag und suchen einen Übernachtungsplatz. Aber leider sind die bewachten Parkplätze alle nicht für unser Auto geeignet, denn 2.50m in der Höhe das reicht nicht. Schlussendlich parkieren wir auf der Placa de Concepcion vor der gleichnamigen Kirche. Es ist heiss-schwül, fast unerträglich. Nach der Siesta (gut deutsch Mittagsschlaf), spazieren wir durch die Gassen. Ein schönes Städtchen, das die Spanier 1537 am Rio Magdalena erbauten. Bis ins 20.Jh. war hier der wichtigste Warenhandelshafen im Inland. Zurück beim Auto stellen wir fest, dass rund um unser Auto Tische aufgestellt werden für den Abend, ein Restaurant neben dem anderen! Aber irgendwann wird es ja sicher Ruhe geben! Wir essen in einem Restaurant und geniessen den Feierabend. Nachts ist es dann sehr heiss und schwül, dann regnets auch noch und wir „laufen aus“! Zu allem Elend legt auch noch eine Disco los in der Nachbarschaft. Hoffentlich schliesst die wegen dem Regen. Aber nein, es wird noch schlimmer. Ich kann zwar trotz Lärm und Hitze schlafen, aber plötzlich spüre ich etwas tropfen! Tatsächlich, unser Dachfenster über dem Bett tropft! Badetuch gefaltet über mich nehmen und noch mehr schwitzen, das hilft. Aber eine Stunde später ist alles nass. Beat steht auf, geht ins Stübli und versucht da zu schlafen und ich versuche in Beats Bett zu schlafen. Eine schreckliche Nacht. Morgens um 5.00 Uhr bimmeln die Glocken der Kirche alle Viertelstunde gleich über unserem Auto! Um 6.00 Uhr stehen wir auf, denn die Messe hat begonnen bei offener Kirchentüre, etwas 10m von unserem Auto entfernt!

 

Eine Nacht zum Vergessen! Wir fahren bereits um 8.00 Uhr los Richtung Cartagena! Die Strasse ist leicht besser und schon bald kommen wir zur Fähre. Ca. 25 Lastwagen stehen in der Warteschlange. Sofort werden wir belagert von Jungs, die uns viele Möglichkeiten anbieten mit einer anderen Fähre zu fahren. Aber ich gehe zuerst zu Fuss an den Fluss und frage die wartende Polizei wie das alles funktioniert. Sie meinen, dass in etwa ½ - 1 Stunde die Fähre kommt und 50 Autos darauf Platz finden, also kein Problem, einfach warten! Auf dem Rückweg überlege ich und finde, dass dies aber eine riesige Fähre sein muss für 50 Autos! Wir entschliessen uns zu warten und schon eine halbe Stunde später kommen uns Autos entgegen, die Fähre ist hier. Langsam geht es vorwärts bis ein Chauffeur von hinten kommt und meint, wir sollen an den Lastwagen vorbei nach vorne fahren. Das machen wir, stossen aber nicht auf viel Verständnis der Lastwagenfahrer vor uns! Zuvorderst stellen wir fest, dass alle auf dem engen abfallenden Platz wenden und rückwärts auf die Fähre fahren müssen. Schlussendlich bezahlen wir, Beat wendet und will auf die Fähre fahren. Da merkt der Kassierer, dass wir zuviel bezahlt haben da wir hinten nur Einzelbereifung haben. Und so bekommen wir nochmals Geld zurück. Endlich geht es auf die Fähre, aber wie! Es ist sehr eng! Und nach uns kommen noch mehr Lastwagen! So dauert die ganze Laderei ¾ Stunden für 12 Lastwagen, 3 Pickups wie wir und einen Personenwagen. Der letzte Pickup muss noch die Seitenspiegel abmontieren damit es passt! Jetzt muss die Fähre, die von einem starken Schiff geschoben wird nur noch vom Land wegkommen. Das erweist sich als sehr schwierig, denn wir sind überladen und die Ladebrücke an Land eingesunken! Es dauert ¼ Stunden bis der Kapitän das Schiff auf dem Fluss hat und drehen kann. Dann geht die 1 ½ stündige Flussfahrt los. Da sehen wir, dass zwei riesige Brücken in Bau sind und wohl in den kommenden Jahren fertig gestellt werden. Die Abfahrt erweist sich dann auch als schwierig. Es dauert fast eine halbe Stunde bis das Schiff so platziert ist, dass wir wegfahren können über eine morastige Rampe die mit Sägemehl bedeckt ist! Wir schaffen es und staunen wieder, dass die Strasse ausserorts zwar viele grosse Löcher hat aber geteert ist, in den Dörfern aber ungeteert, schlammig oder staubig ist, je nach Wetter! So erreichen wir kurz vor Cartagena einen Platz in einer grossen Werkstätte zum Übernachten. Wir wollen nicht gegen Abend in die Stadt fahren, erwarten wir doch sehr viel Verkehr. 

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