________   28. Dezember 2016 - 12. Januar

 ________   12. Januar - 28. Januar 

 ________    28. Januar - 8. Februar

Heimaturlaub - Valdes

Endlich ist es soweit! Wir verlassen am 2. September 2016 unser „Häuschen“ im Paraiso Suizo und überlassen es Heinz. Täglich wird er lüften und, sobald der Turbo und die Bremsbeläge eintreffen, das Auto zum Automechaniker bringen. Mit lediglich einem Gepäck fahren wir mit dem Bus nach Montevideo zum Flughafen. Nach 14 Jahren unser erster Flug – was hat sich alles verändert! Schon in Montevideo entdeckt die Security meine Strickarbeit und nimmt mir die Stricknadeln und eine übergrosse Sicherheitsnadel ab. In Buenos Aires müssen wir sogar die Schuhe ausziehen und in einem Reisebeutel entdecken sie eine kleine Schere. Nach einem 13stündigen Flug gibt es in Amsterdam einen weiteren Sicherheitscheck. Aha, Schengen! Schuhe, Gurt, alles muss aufs Band. Beat belässt die Computer fürs durchleuchten im Rucksack und das ist falsch. Er muss sie herausnehmen und ich muss meine Tasche auch öffnen, denn sie haben Flaschen entdeckt. Meine Bodylotion, das Haarshampoo und das Duschgel werden beschlagnahmt. Bei Beat werden die gleich grossen Flaschen toleriert! Wie soll man da noch Vertrauen zu der Security haben?

 

Am Flughafen Zürich dann die grosse Überraschung. Nicht nur Cynthia steht da, nein, wir sehen auch Marlies und Rene und sogar Simon unser Neffe. Sogar die Ladys in ihren Schweizerkreuz-T-Shirts geben uns die Ehre! Vanessa hat doch tatsächlich an ihrem zweiten Tag am neuen Arbeitsort frei bekommen und empfängt uns ebenfalls. Wir sind total überrascht und freuen uns riesig. Zu Hause treffen wir dann zufällig alle MitbewohnerInnen in der Autoeinstellhalle und auch da gibt es ein freudiges Wiedersehen. Wir sind definitiv gut angekommen in unserem Heim, vor allem auch weil Vreni die Wohnung so gut gepflegt hat und wir einfach einziehen können und alles perfekt ist.

 

Wir geniessen die vier Monaten in vollen Zügen. Arztbesuche, Physio für Beat, die beiden Mädels und natürlich auch all unsere Freunde mit den vielen Einladungen. Herzlichen Dank! Da Cynthia noch die Schulter operieren lassen muss, haben wir viel Zeit zusammen zu basteln und auch Vanessa besucht uns regelmässig. Allzu schnell vergeht die Zeit und wir packen wieder!

 

Am 27. Dezember müssen wir eine Viertelstunde vor Abreise noch einen Koffer mehr packen, denn leider haben all die Ersatzteile, die Mitbringsel für Südamerika und meine Wolle zum Stricken zu wenig Platz in den vorgesehenen zwei Koffern. Wir sind überrascht, als uns dann KLM drei Koffern mit 13kg Übergewicht ohne Zusatzkosten eincheckt! Wir verabschieden uns von unseren Mädels und ich kann die Tränen nicht ganz verklemmen, aber wir werden sie (hoffentlich) in einem Jahr wiedersehen, wenn sie uns besuchen kommen.

 

Diesmal gibt es keine grösseren Probleme bei der Security. Nur Beat ärgert sich, weil er sein Handgepäck zeigen muss in Zürich. Der Beamte fragt was im Köfferchen ist. Beat antwortet „keine Ahnung“. Der Beamte ist sofort verärgert und sagt „falsche Antwort“. Dann läuft das grosse Sprengstoffschnüffelprogramm ab, auch wenn Beat noch hinzufügt „wenn Mann nicht packt, weiss Mann nicht was drin ist“. Na ja, packen ist meine Aufgabe und so übernehme ich den Fall. Natürlich will der Beamte dann alles ganz genau checken aber unsere Geduld ist durch unzählige südamerikanische Grenzübertritte unerschütterlich! Buenos Aires erwartet uns mit 30 Grad und einem grossen Empfangskomitee, sprich einer langen Schlange am Zoll. Es ist Ferienzeit und die Südamerikaner am Reisen. Endlich, nach einer 24stündigen Reise, haben wir es geschafft und fahren mit dem Bus und dem vielen Gepäck ins Paraiso Suizo. Unterwegs rufe ich Heinz und Silvia an und künde unsere Ankunft an. Darauf holen sie uns an der Hauptstrasse ab. Im Paraiso steht unser „Heimchen“ bereit, und darauf freuen wir uns. Auch Theresia und Beat aus der Schweiz, die einen Tag vor uns ankamen treffen wir hier sowie weitere Reisende aus Deutschland. Unser Womo hat einen neuen Turbo, die Bremsen sind gemacht und ein ausführlicher Service ebenfalls.

 

Nun fehlt nur noch das Sonnenpanel, das Beat montieren muss. Dieses ist mit Jacqueline und Fredy per Frachtschiff gut hier angekommen. Nochmals herzlichen Dank für den Transport! Zuerst müssen wir aber Gas holen, einkaufen und vor allem die Koffer auspacken. Wo sollen wir auch alles verstauen? Schlussendlich hat alles seinen Platz und wir geniessen noch einen gemütlichen Abend mit Anni und Koni bei ihnen zu Hause und später in einem feinen Restaurant bei einem herrlichen Steak!

Beat kontrolliert auch noch die Schrauben des alten Panels. Und siehe da, die sind doch tatsächlich wieder locker. So kauft und installiert er Schrauben mit einem grösseren Durchmesser und zuletzt sichert er alle Schrauben noch mit einer Schicht Silikon. Ab jetzt werden nicht nur ab und zu Kontrollen unter dem Auto gemacht und die Schmierstellen geschmiert, nein auch die Panelbefestigung muss immer wieder kontrolliert werden!

 

Silvester feiern wir gemütlich bei einem Fondue Chinoise mit allen Reisenden bei Silvia und Heinz. Wie eine Familie, wir fühlen uns wie zu Hause. Dann geht es nach fünf Tagen endlich los. Wir fahren auf uns noch unbekannten Strassen, quer durch Uruguay. Das Land ist riesig und Rinder, Mais- und Sojaplantagen begleiten uns. Am Abend finden wir einen Stellplatz in einem Balneario, das ist ein Badestrand an einem Fluss. Die laute Musik hört zum Glück um 22 Uhr auf und wir schlafen gut. Es ist Ferienzeit und es hat viele Leute. Leider weckt uns am Morgen ein Gewitter. Auf dem Abendspaziergang durch das Gelände haben wir schon festgestellt, dass es in den letzten Tagen hier viel geregnet hat, der Fluss ist über die Ufer getreten. Und jetzt das! Ob wir wohl unsere Strecke fahren können, denn die ist nicht geteert. Wir entscheiden uns den kürzeren Weg zu nehmen, mit weniger Naturstrassen. Aber der Regen wird immer schlimmer! Die letzten 60km sind nur noch Schmierseife mit Spurrillen. Das Auto sieht bereits am zweiten Tag unserer Reise wieder wie mit Lehm verputzt aus! Auch der Besuch der Therme lassen wir fallen bei diesem Wetter und der Besuch des Nationalpark „El Palmar“ fällt buchstäblich ins Wasser.

 

So erreichen wir Paisandu und es regnet noch immer. Wir übernachten am menschenleeren Strand wo die Bänke unter Wasser stehen. Die ganze Nacht folgt ein Gewitter nach dem anderen! Glücklicherweise fahren wir am Morgen ohne Regen über die Brücke nach Argentinien. Nur kurz befahren wir die berüchtigte Ruta 14 mit ihren korrupten Polizeibeamten, dann zweigen wir ab Richtung Rosario. Die letzten 100km führen durch die Sumpflandschaft zwischen Vittoria und Rosario. Eindrücklich! Brücke um Brücke und die Strasse immer auf einem Damm. Auch hier hat es viel geregnet, es hat unglaublich viel Wasser und die Rinder und Pferde stehen bis zum Bauch im Wasser. Aber die Gegend ist traumhaft schön. Zuletzt kommt noch die ganz spezielle Brücke nach Rosario, fantastisch. Im Hinterhof einer Tankstelle, geschützt vom Lärm der Autobahn übernachten wir, bevor es nach Buenos Aires auf den Buquebusparkplatz geht. Da staunen wir nicht schlecht. Das Schulsegelschiff der argentinischen Marine, die Fregatte „Libertad“, ein wunderschöner Dreimaster liegt an der Mole und wir stehen unmittelbar davor.

 

Es ist heiss, 35 Grad. Trotzdem marschieren wir noch in die Stadt. Bewegung kommt immer zu kurz, und so geniessen wir die schattigen Gassen. Wir staunen als wir feststellen, dass an der Avenida Florida noch immer überall Schwarzgeld gewechselt wird obwohl die Polizei allgegenwärtig ist. Der Kurs ist aber kaum besser als auf der Bank, das hat sich definitiv geändert seit die neue Regierung an der Macht ist.

 

Wie immer seit unserer Ankunft stehen wir nach 6.00 Uhr auf. Es ist erfrischend kühl und so machen wir uns auf den Weg zum Theater Colon das 1908 eingeweiht wurde und nach vierjähriger Renovationszeit 2010 wiedereröffnet wurde. Während dem letzten Besuch in Buenos Aires hat uns eine riesige Warteschlange vor dem Eingang abgeschreckt, heute sind wir die Ersten! Die englischsprachige Führung ist hervorragend! Wir sind beeindruckt vom neu restaurierten Theater mit 2500 Sitzplätzen und 1000 Stehplätzen, sowie den angrenzenden Räumen. Leider ist Ferienzeit, d.h., auch das Theater macht Ferien und es sind keine Vorstellungen.

Am Vortag haben wir noch einen Termin erhalten für eine Besichtigung der „Libertad“. Ein Offizier hat uns gestern angesprochen und uns diese Privatführung organisiert. So stehen wir pünktlich um 15.00 Uhr auf der Brücke und werden von Marco, einem ranghohen Offizier, empfangen. In gutem Englisch erzählt er uns von dem Schulschiff, das 2600m2 Segelfläche verteilt auf 27 Segel hat, 100m lang und 14m breit ist. Jedes Jahr dürfen Kadetten im 4. Lehrjahr eine Reise nach Amerika, Europa, Afrika und zurück nach Südamerika unternehmen. Hier lernen sie das Segelhandwerk, navigieren mit Kompass und Sextant usw. Natürlich hat das Schiff auch alle modernen Instrumente und zwei Motoren mit denen es ohne Segel navigieren kann. Ein Generator für die Stromerzeugung wird auch betrieben. Wir sind beeindruckt von den vielen Seilen, den drei 50m hohen Masten, der Brücke und den Aufenthaltsräumen der Kadetten und der Offiziere. Ja, sogar zwei Kombüsen gibt es!

 

Wir entscheiden uns am nächsten Tag weiter zu reisen. Wir waren ja vor 1 ½ Jahren schon fünf Tage in Buenos Aires. Zuerst führt uns die Autobahn über eine Stunde durch Buenos Aires. Anschliessend fahren wir durch Landwirtschaftsland, vorbei an riesigen Mais-, Soja- und Sonnenblumenfeldern sowie Weideland. Übernachtet wird an einer Tankstelle. Auf dem Land sind das gute Übernachtungsmöglichkeiten, es ist nachts immer relativ ruhig.

 

Heute wollen wir in die Nähe der konservativen Mennoniten in Peru (Argentinien) fahren. Wir übernachten noch auf einem wunderschönen Picknickplatz in einem kleinen Dorf. Doch leider hören wir am Morgen wieder Donner! Wir hoffen auf besseres Wetter. Aber es beginnt so stark zu regnen dass wir ab und zu keine zwei Meter vor das Auto sehen. Ausgeschlossen, dass wir auf unbefestigten Strassen zu den Mennoniten fahren. Diese Strassen sind glatt wie Schmierseife wenn es so regnet. Da keine Wetterbesserung für die nächsten Tage in Sicht ist, fahren wir weiter nach Valdes. Schade! Ich hoffe, dass wir irgendwann nochmals hierher kommen.

 

Da Beat fast täglich das Auto inspiziert, hat er schon vor Tagen festgestellt, dass wir ein wenig Oel verlieren. Angekommen in Puerto Madryn, übernachten wir zwischen den Dünen am Strand. Morgen geht es dann in die Nissan Werkstatt.  Während dem das Problem eruiert wird, setzen wir uns in ein Cafe und erledigen „Internetarbeit“. Am Abend dann der Befund: ein Dichtungsring beim Verteilergetriebe ist defekt und muss aus dem 700km entfernten Esquel bestellt werden. So übernachten wir nochmals hinter den Dünen und verbringen nochmals einen Tag bei „Internetarbeit“. Hoffentlich kommt der Ersatz heute und wir können morgen auf die Halbinsel Valdes zu den Orcas!

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