____________  14. Juli - 27. Juli

____________  27. Juli - 5. August

San Pedro - Uyuni

In San Pedro angekommen müssen wir wieder einiges erledigen. Wir wollen auch das Alma-Observatorium besuchen und versuchen es früh am Morgen als Stand-by. Die Buchung über das Internet muss mindestens ein halbes Jahr zum Voraus geschehen. Eine halbe Stunde vor Abfahrt sind wir als erste am Treffpunkt und dürfen dafür als einzige Stand-by mit an die Führung. Der Bus bringt uns auf das Hauptgelände in 2900m. Hier wohnen alle Arbeiter, die Werkstätten sind hier und das Kontrollzentrum das die Daten die von den Antennen verarbeitet. Auf dem Alma Gelände auf 5100m stehen 66 Antennen mit einem Durchmesser von 12m. Die dünne und trockene Luft ist für die astronomischen Beobachtungen im Submillimeter- und Millimeterbereich besonders geeignet. Das Projekt begann seine Tätigkeit 2005 und wird finanziert von vielen Ländern in Europa, von Amerika, Japan, Brasilien und Chile. Der Schwerpunkt der Forschung liegt bei der Entstehung der Sterne. Unglaublich sind die Arbeitsbedingungen auf 5100m. Die Arbeiter tragen Sauerstoffmasken und die Computer sind die weltweit Stärksten und verarbeiten Datenmengen vergleichbar mit 300 000 Laptops, pro Sekunde. Um möglichst genaue Daten zu erhalten, werden verschiedene Antennen computergesteuert auf einen Punkt fixiert, die Daten gesammelt und aus 5100m zum Basislager geschickt. Wir sind beeindruckt, obwohl wir nicht auf 5100m hochfahren können um die Antennenanlage zu sehen. Es liegt noch Schnee dort oben!

 

Jetzt geht es weiter nach Calama, der Minenstadt inmitten der Wüste. Wir fahren frühmorgens zu Nissan, denn wir brauchen einen Service am Auto und es muss alles kontrolliert werden, damit wir nachher auf die Lagunenrute können. Wieder einmal erstaunlich. Niemand spricht Englisch, aber nach einer Stunde kommt der Chefmechaniker der ein wenig Englisch spricht, und nach 1 ½ Std ein junger Arbeiter der ½ Jahr in Kanada gearbeitet hat, und gut Englisch spricht. Na ja, schlussendlich ist nach fast 3 Stunden klar was gemacht werden muss und die Arbeitsbestätigung unterschrieben. Leider stellt sich dann heraus, dass eine Einspritzdüse nicht richtig arbeitet. Zuerst heisst es, ein Ersatz ist sehr teuer. Dann schlägt der Chef uns vor, ein Reinigungsmittel direkt in den Motor einzuspritzen, das helfe meistens! Wir sind zuversichtlich. Dann kommen die Schwierigkeiten unser Womo aufzubocken um die Räder zu rotieren. Endlich geschafft! Aber der Schock kommt sogleich. Das Differenzialgetriebe leckt Öl durch den Simmerring der rechten Antriebswelle und verölt die Bremsen. Die Ersatzteile müssen aus Santiago bestellt werden und das dauert mindestens 4 Tage! Aber auch hier, nach einer halben Stunde kommt der Chef und schlägt uns vor die Bremsen reinigen und neu belegen zu lassen, das könne in Calama gemacht werden. Den Simmerring für das Getriebe bekommt man hier auch, es ist einfach kein Originalteil, dafür nur halb so teuer! Aber so funktioniert das hier. Es ist in der Zwischenzeit Abend und wir fahren zu unserer Tankstelle, haben super WIFI und können sogar die Nachrichten auf srf schauen! Tagsüber waren wir zu Fuss unterwegs um einzukaufen. Alles was es so braucht um über die Lagunenroute und durch Bolivien zu fahren.

 

Am Morgen geht es dann zuerst zu einer Wäscherei und dann in die Werkstatt. Die Wartezeit überbrücke ich mit Website schreiben und Fotos beschriften. Beat schaut immer wieder nach dem Auto. Er ist zufrieden mit dem was gemacht wird! Das Arbeitstempo ist unglaublich! Meistens stehen 3 Arbeiter um unser Auto, mit dem Handy in der Hand oder am Rauchen in der Werkstatt. Am Abend ist dann alles fertig, aber das Auto noch nicht gewaschen und zudem sollen wir ein wenig in der Stadt rumfahren, viel Bremsen und anschliessend wollen sie morgen kontrollieren, ob der Dichtungsring auch hält! Gratis, meint der Chef! So übernachten wir diesmal auf einem Camping, damit wir die Toilette machen können und Wasser tanken können. Am Morgen tanken wir zuerst Gas und Diesel, dann geht es zur Werkstätte und siehe da, wir müssen warten bis ein Arbeitsplatz frei ist. So marschieren wir nochmals in die Stadt um ein Paket aufzugeben und unsere Tickets für die Heimreise auszudrucken. Am Mittag ist unser Auto reisebereit. Alles ok meint der Chefmechaniker. Endlich können wir abfahren durch die Atacamawüste nach El Peine. Nichts ausser Sand und ab und zu ein Minenfahrzeug begleiten uns auf den 200km.

Im Dorf El Peine fahren wir an den Strassenrand und übernachten. Heute wollen wir zur Lagune Miscanti und Miniques auf 4200m. Immer näher kommen wir dem Schnee auf dem Weg Richtung Sicopass der ja gesperrt ist. Kurz vor dem letzten Anstieg steht der Ranger und erklärt uns, dass wir nur bis zum einen Parkplatz fahren können aber auch von da eine schöne Sicht auf die Lagune haben werden. Wir dürfen lediglich 30 Minuten dort stehen. So kriechen wir im Low Gear hoch auf den kleinen Parkplatz. Nun ist uns klar weshalb wir nur 30 Minuten parkieren dürfen. Lediglich der kleine Parkplatz ist geräumt vom Schnee, der 2m hoch daliegt! Herrlich aber ist die wärmende Sonne! Es ist lediglich 4 Grad, es fühlt sich aber wie 30 Grad an, so heiss brennt die Sonne. Die Lagune unter uns ist traumhaft gelegen! Wir stehen auf dem Schnee und rund um uns die schneebedeckten Berge. Wie zuhause, nur viel grösser. Danach fahren wir aber noch weiter die Passstrasse hoch die immer mehr zwischen Schneemauern liegt.

 

Endlich kommt die Abzweigung zur Lagune Agua Caliente und dem Salar de Talar. Wunderschön liegen sie vor uns, aber die Piste! Wir suchen uns zwischen dem Schnee und Gestein einen Weg, das machen die Tourenfahrer auch und schlussendlich stehen wir auf einem Plateau und gehen zu Fuss bis zur Lagune. Die aber ist gefroren! Nichts von schön blauem Wasser in dem sich die Berge spiegeln. Aber auch so, fantastisch! Da wir Zeit haben, essen wir in dieser tollen Umgebung in unserem warmen Stübli, machen einen Mittagsschlaf und schreiben. Gegen Abend fahren wir zurück Richtung San Pedro und übernachten in 3100m um uns auf die Höhen der Lagunenrute vorzubereiten.  

 

Nach einem Tag einkaufen, tanken, alles noch erledigen was es so zu erledigen gibt, stehen wir um 7.45 Uhr am chilenischen Zoll um unsere Ausreisestempel zu erhalten. Dieser befindet sich hier in San Pedro. Wir sind die Ersten die abgefertigt werden, noch vor all den Touristenbussen die auf die Lagunenrute wollen. Doch leider müssen wir eine halbe Stunde warten um unser Auto auszuführen. Mit allen Tourguides, die ebenfalls an diesem Schalter anstehen, warten wir geduldig! Und der Beamte meint „tranquillo, tranquillo“. Eine halbe Stunde warten wir auf ihn!

 

Endlich geht es los, 40km den Paso de Jama hoch von 2535m auf 4646m! Die Steigung ist unglaublich und die Lastwagen beladen mit den vielen Occasionsfahrzeugen für Paraguay, kriechen mit 10km/h da hoch. Bald erreichen wir die bolivianische Grenze und staunen. Sehr viele Autos stehen da und eine riesige Warteschlange hat sich vor dem kleinen Zollhäuschen gebildet. Die Touristen werden mit Bussen aus San Pedro hierher gebracht und steigen hier für die Lagunenroute in robustere Fahrzeuge um. Wir brauchen ¾ Stunden für unsere Einreise in Bolivien und sind überglücklich, dass der Beamte den neuen leeren Pass akzeptiert, der alte ist voll! So tuckern wir los und staunen immer wieder. Laguna Blanca, eisbedeckt, inmitten der schneebedeckten 5000er und 6000er. Wir werden die ganze Zeit in über 4300m fahren! Dann die Laguna Verde, die tatsächlich grün ist. Weiter geht es auf ziemlich schlechter Piste. Die Tourifahrer brettern teilweise auf mehreren Pisten rechts und links an uns vorbei. Wir sind langsamer unterwegs und geniessen die tolle Bergwelt. Aber ehrlich, die Touristen nerven! Es hat einfach zu viele!

 

Zu den Geysiren finden wir den Weg aber nur, weil ein Tourenfahrer da abzweigt, angeschrieben ist nichts! Also freunden wir uns mit den Touristen an, denn ab und zu sind wir froh einen Tourenfahrer vor uns zu haben, denn oft ist die Piste ein „Camino provisorio“ und führt ganz an einem anderen Ort durch wegen dem vielen Schnee der teilweise noch liegt. So schaffen wir es nie in einem Schneefeld stecken zu bleiben. Trotz der anspruchsvollen Piste, geniessen wir den Tag. Unterwegs kommen wir noch bei der Lagune Chalviri vorbei. Hier gibt es die Möglichkeit im heissen Wasser zu baden. Die Lufttemperatur und die vielen Touris laden aber nicht gerade zum Baden ein und so fahren wir weiter. Nach ca. 60km gibt es einen Abstecher zum Aduana, dem Zoll für das Fahrzeug, der in 5035m liegt! Nun sind wir und das Auto definitiv in Bolivien angekommen.

 

Gegen Abend sind wir an der roten Laguna Colorado mit den Flamingos. Beim Mirador bleiben wir aber nicht lange, es windet uns fast weg! So stellen wir uns zwischen die Häuser, d.h. Herbergen für die Touris und die Fahrradfahrer. Ja so verrückte Leute haben wir getroffen, 2 sogar mit einem Liegevelo! Auf 4300m funktioniert unsere Heizung nicht, aber wir kochen ja noch, machen Tee und präparieren unsere „Fussbodenheizung“ sprich Bettflasche unter den Füssen! Genial! Erst um 22 Uhr backen wir noch ein Brot, und so ist es herrlich warm bis wir ins Bett gehen. Unsere 2 Schlafsäcke aus dem Supermarkt bewähren sich ausgezeichnet. Wir frieren kein bisschen, obwohl es morgens nur noch 7 ½ Grad in unserem Stübli ist. Leider ist unser Aussentemperaturfühler defekt, und so wissen wir nicht wieviel Minus es ist. Wir haben aber schlecht geschlafen. Vor allem Beat hat Mühe mit Atmen wegen der trockenen Luft. Die trockene Luft bereitet uns mehr Schwierigkeiten wie die Höhe.

 

So stehen wir bereits um 6.00 Uhr auf, machen unsere Fussbodenheizung fit (das Gas liebt die Kälte auch nicht und Beat muss die ganze Zeit den Einstellknopf gedrückt halten bis das Wasser heiss ist). Auch Kaffee kochen wir so für ein ausgiebiges Frühstück, welches die Gemüter erhellt und den Body erwärmt. Langsam wird es hell und die Sonne scheint auf unsere Motorhaube. So wird der Motor vorgewärmt und springt besser an auf dieser Höhe. Es braucht dann aber trotzdem 3 Versuche und bringt eine unglaublich schwarze Rauchwolke, bis unser Nissan richtig läuft! Wir haben uns entschieden weiter zu fahren, und den Tag bei herrlichem Sonnenschein zu geniessen. Mal sehen, wohin es uns zum Übernachten verschlägt. Vorbei am Arbol de Piedra geht es zur Lagune Honda, der Lagune Negra und der Lagune Hedionda. Hier erleben wir hunderte von Flamingos. Die meisten sind sehr stark rot gefärbt, ein tolles Bild! Bei der Lagune Canapa die besonders schön in den Bergen liegt, sind dann nochmals vereinzelte Flamingos zu sehen. Es ist erst kurz nach Mittag, wir sind müde von der sehr anstrengenden Fahrt über die Piste, die wir meistens im Low Gear fahren müssen. Beat hat Kopfschmerzen, und so entscheiden wir uns weiter zu fahren und in einem kleinen Dorf auf ca. 3800m zu übernachten. Leider ist dann die letzte Etappe der Lagunenroute die wohl schlechteste, sie schaut aus wie ein schlechtes Bachbett und ist mit riesigen Steinen übersät.

Heute geht es definitiv nach Uyuni. Wir müssen Diesel und Wasser tanken, das Auto waschen sowie unten einölen lassen. Dies machen wir damit das Auto vom Salz auf dem Salzsee geschont wird. Zudem geht es noch auf den Markt zum Einkaufen und am Abend gönnen wir uns eine feine Pizza. Jetzt freuen wir uns auf den Salar de Uyuni und unsere Erwartungen werden voll erfüllt.

 

Zuerst fahren wir noch zum Eisenbahnfriedhof. Hier wurden alte Lokomotiven und Eisenbahnwagen in grosser Anzahl deponiert und rosten fröhlich vor sich hin. Ein spezielles Bild. Doch dann geht es endlich auf den Salar. Ein einmaliges Erlebnis auf dem grössten Salzsee der Welt, ¼ mal so gross wie die Schweiz, umherzufahren. Nichts als Salz um uns, in der Ferne ab und zu einige Berge und Inseln. Wir bereiten unser Mittagessen inmitten dieser traumhaften Landschaft, machen Fotos und erreichen am späteren Nachmittag, nach knapp 70km Fahrt auf dem Salzsee, die Insel Inkahuasi. Hier sind viele Touristen, die mit uns den kleinen Hügel voller Kakteen besteigen und die Rundumaussicht geniessen. Am Abend sind wir dann ganz alleine und übernachten da, nachdem wir einen traumhaften Sonnenuntergang erlebt haben. Die Nacht ist kalt, am Morgen haben wir im Auto noch 4 Grad und draussen ist es -8 Grad. Wir stehen früh um 5.00 Uhr auf und hoffen, dass das Auto anspringt, denn wir wollen auf den Salzsee hinausfahren um den prächtigen Sonnenaufgang beim Frühstück zu erleben. So stehen wir dann ganz alleine auf der weiten Fläche und freuen uns ob dem tollen Farbenspiel mit der aufgehenden Sonne.

 

Nun geht es aber wieder zurück nach Uyuni mit einem kurzen Kaffeestopp beim Salzhotel. Hier ist alles aus Salz. Die Sitzecken, der Boden, Figuren, der Kamin ist sogar mit Salz ausgekleidet. Toll sieht es aus, aber wir sitzen mit den Jacken bei unserem Kaffee und fragen uns, ob die Gäste, die über 100Dollar für ihr Salzbett bezahlen nicht frustriert sind, wenn es so kalt ist zum Frühstücken. Wieder in Uyuni muss das Auto vom Salz befreit, also gewaschen werden. Jetzt zieht es uns weiter Richtung Potosi, der höchstgelegenen Stadt der Welt auf 4200m.

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