________   28. Dezember 2016 - 12. Januar

 ________   12. Januar - 28. Januar 

 ________    28. Januar - 8. Februar

Valdes - Chos Malal

Unser Nissan ist den ganzen Tag in der Werkstatt. Wir sind auf alles gefasst. Ist das Ersatzteil angekommen oder nicht? Der Mechaniker zeigt den „Daumen hoch“. Der Schaden ist behoben und zusätzlich haben sie noch eine Liste erstellt was zwingend beim nächsten Service gemacht werden muss. Und der Preis von Fr. 200.- ist einfach super! Nach dem Einkauf geht es an die Beach an der wir so viele Wale gesehen haben im Oktober 2015. Natürlich sind jetzt die Wale nicht hier, aber schön ist die Beach, heute sogar ohne Seegras. Kaum haben wir aber die Türe offen, trifft uns fast der Schlag! Fliegen ohne Ende. Unglaublich! Wie in Australien, nur sind sie hier grösser! Nichts wie weg da! Wir fahren zu einer anderen Beach. Da hat es auch Einheimische und wir hoffen der Fliegenplage „Herr zu werden“. Das gelingt uns nicht. Es hat zwar weniger, aber für uns immer noch zu viele. So fahren wir zurück nach Puerto Madryn und parkieren bei den Fischerbooten auf einem Parkplatz. Hier ist es nachts ruhig und wir haben keine Fliegen.

 

Endlich können wir auf die Halbinsel Valdes fahren. Unser Ziel ist Punta Pardela. Beim ersten Besuch vor 16 Monaten standen wir zusammen mit drei weiteren Europäern alleine an der wunderschönen Bucht. Doch zuerst fahren wir noch zu einem Salzsee inmitten der Insel. Die Strasse ist plötzlich in einem so schlechten Zustand, dass wir umkehren, das Auto stehen lassen und zu Fuss zum Salzsee gehen. Leider versperrt uns ein Zaun den Zugang zum See. Da steht doch auch noch ein Guanako das mit den Ohren wedelt! Es ist überhaupt nicht glücklich, dass wir hier sind. Wir gehen zurück, aber „oha“, das Guanako schneidet uns den Weg ab! Ich fürchte mich vor ihm, es schaut uns sehr agressiv an. Und schnell sind die Tiere! Beat muss voraus gehen und irgendwie schaffen wir es an ihm vorbei zu kommen. Ich bin froh endlich wieder im Auto zu sitzen.

 

Dann aber geht es nach Punta Pardela zu unserem Übernachtungsplatz. Aber was treffen wir denn da an! Mindestens 40 Wohnwagen und Wohnmobile mit Argentiniern! Es steht sogar ein Abfallcontainer da! Aber Toiletten und Wasser hat es nicht. Wie das hinter den Dünen wohl aussieht? Wir stellen uns hin und hoffen, dass es nachts nicht zu laut wird. Die Argentinier kennen nichts. Das Wasser ist kalt obwohl es sommerlich heiss ist, über 30 Grad, und eine Erfrischung wäre ja schön. Aber leider ist das Wasser zu kalt. Sobald die Sonne untergeht wird es auch extrem schnell kalt und wir sind froh ein warmes Häuschen zu haben. Die Argentinier aber beginnen um 20.00 Uhr Feuer zu machen für das Assado! Rund um unser Auto wird gegrillt, und das bei starkem Wind! Wir werden geräuchert! Da es erst um 22.00 Uhr dunkel ist, wird auch erst um diese Zeit gegessen, für mich „bedtime“! Zum Glück habe ich einen sehr guten Schlaf. Ich höre noch wie unser Nachbar laute Musik laufen lässt, dann aber schlafe ich. Um 3.00 Uhr ist immer noch Musik, ich drehe mich um und schlafe weiter. Was soll`s!

 

Gegen 5.00 Uhr ist es ruhig und da wir Frühaufsteher sind und heute sowieso die Halbinsel umrunden wollen stehen wir um 6.30 Uhr auf und verlassen den seltsamen Ort um 8.00 Uhr. Eine Stunde sind wir fast alleine auf den Pisten unterwegs. Wir stoppen an verschiedenen Stellen und beobachten Seeelefanten und Magellanpinguine. Ganz im Norden der Insel treffen wir dann auf den Touristenstrom. Der Aussichtsweg auf der Krete ist aber für alle breit genug, sodass wir hunderte von Seelöwen und Seeelefanten beobachten können. Einige, vor allem Männchen sind im Wasser, und wenn sie an Land sind verteidigen sie ihr Harem! Lustig sind die Babies, die sich im Sand wälzen und noch nicht ins Wasser gehen. Da die Flut kommt, müssen die Tiere immer höher an den Strand. Wir können uns kaum sattsehen! Nur einen Orka, den sichten wir nicht. Pech gehabt! Allein die wunderschöne Landschaft entlang der See und die Tiere entschädigen uns aber für die 250km Piste und den Abstecher nach Valdes. Am Abend übernachten wir dann am nördlichen Teil der Punta Pardeles. Hier treffen wir lediglich auf einige Zelte und somit steht uns eine ruhige Nacht bevor, ehe wir wieder nach Puerto Madryn fahren. 

Unser weiteres Ziel ist Bariloche und damit 700km Piste. Doch zuerst kaufen wir noch ein, waschen und verbringen einen herrlichen Sonnentag zwischen den Dünen von Puerto Madryn.

 

Bei strahlendem Sonnenschein und ohne Wind fahren wir am Morgen wie üblich früh los und nehmen die „RP4“ unter die Räder. Wir sind alleine unterwegs, alle halbe Stunde kreuzt uns ein Auto und wir müssen kurz die Fenster hochkurbeln, damit wir nicht im Staub ersticken! Neben der Piste, auf dieser weiten patagonischen Ebene, sprich Pampa, treffen wir ab und zu auf Pferde, Guanakos und Nandus. Nach einer Stunde Fahrt beginnt es zu winden! Und wie! Sturmartig mit Böen und alles von vorne! Unser Dieselverbrauch steigt um einen Drittel, obwohl wir nur ca. 60km/h fahren. Beim Fahrerwechsel oder zur Mittagspause wenn wir die Türe öffnen, müssen wir diese mit beiden Händen halten, sonst fliegen sie davon! Wir entscheiden uns weiter wie geplant zu fahren, denn im Stübli sitzen bei diesem Sturm macht nicht wirklich Spass, es rüttelt einfach zu stark.  Gegen 17.00 Uhr erreichen wir eine kleine Tankstelle. Hier tanken wir und fragen ob wir hinter der Tankstelle im Windschatten übernachten dürfen. Trotzdem rüttelt der Wind noch bis gegen 22.00 Uhr und wir können kein Fenster öffnen.

 

Welche Überraschung dann am Morgen. Alle Regenwolken die gestern Regen gebracht haben (zum Glück nicht bei uns auf der Piste) sind weg, wir haben strahlenden Sonnenschein, blauen Himmel, keine Wolke und vor allem keinen Wind. Der Wind kommt dann gegen Mittag wieder auf, aber bei weitem nicht so stark wie gestern. Heute ist die Landschaft auch abwechslungsreicher, hügelig, kurvig und in den Tälern blühen verschiedene gelbe Blumen. Es sieht teilweise aus wie bei uns im Frühling! Ansonsten ab und zu eine Estanzia, alle halbe Stunde ein Auto, viel Staub und wenig Tiere. 3x huschen junge Gürteltiere über die Piste! Niedliche Tiere. Und dann 100km Baustelle. Natürlich hat es hier mehr Verkehr und damit mehr Staub und Sand. Wir sind wieder gepudert! Das Schönste ist, dass wir ca. 20km neben einer geteerten Strasse auf einer Piste fahren müssen, da die Strecke noch nicht eröffnet ist! Am Abend fahren wir dann in Bariloche zu unserem Camping den wir von 2015 kennen. Damals standen 2 Europäer hier. Heute ist der Platz voll und natürlich wird auf jeder Parzelle am Abend gegrillt! Wir erhalten zum Glück ganz am Rand ein sonniges Plätzchen. Die Argentinier lieben Schatten und stellen ihre Zelte und Wohnwagen unter die Bäume. Nachts wird es jeweils nur 8 Grad, man merkt, dass wir wieder in den Bergen auf mehr als 1000m sind. Wir wollen schreiben, die Waschmaschine nutzen und so manches erledigen bevor wir dann die Weiterreise planen Richtung Norden.

 

Lange hält es uns nicht auf dem Platz, es hat zu viele Leute. So bleiben wir nur 2 Nächte und erledigen das Nötigste, bevor wir zwei Tage auf der Ruta 40 nordwärts bis Chos Malal fahren. Besonders die Strecke nach Bariloche, dem Fluss Rio Limay entlang ist wunderschön. Das Tal mit den vielen Pappeln und Bäumen neben dem tiefblauen Fluss ist ein grosser Kontrast zu den bräunlichen Hügeln. Bereits nach zwei Stunden sind wir wieder in der Pampa. Wind, nicht mehr so stark und Einöde. Wir fragen uns wo all die Rinder und Schafe sind die anscheinend hier in den Estanzias gezüchtet werden. Wir sehen kaum Tiere. Es wird heiss, und nach einem langen Fahrtag erreichen wir Zappala. Was sehen wir da? Da gibt es ca. 5km ausserhalb der Stadt plötzlich einen separaten richtungsgetrennten Radstreifen! Und jeden Km eine Wasserstelle! Das braucht es definitiv im Sommer, denn es ist über 30 Grad heiss und kein Schatten in Sicht. Die kleine Stadt erscheint uns sehr „reich“. Breite Strassen, alles neu! Wir fahren aber ins kleine Wäldchen ausserhalb der Stadt und finden den Camping mit einem Schwimmbad. Super! Hier bleiben wir, obwohl vom Bad laute Musik ertönt. Wir fühlen uns wie an der Streetparade und hoffen, dass spätestens um 22.00 Uhr wie üblich Ruhe einkehrt. Und siehe da, bereits um 18.00 Uhr keine Musik mehr! Dafür werden jetzt alle Grillstellen um unser Auto in Betrieb genommen. Wir essen aber nur unseren grossen Salatteller, denn schliesslich müssen die „angefressenen“ Kilos von zu Hause wieder weg! Bis jetzt übrigens erfolgreich!

 

Nach einer ruhigen Nacht fahren wir die letzten Kilometer bis Chos Malal. Hier wollen wir das Wochenende verbringen, denn unser nächstes Ziel ist der Vulcan Domuyo. Wegen seinen 4709 Metern Höhe und seinen Schneefeldern haben wir ihn schon von weitem gesehen. Er hat ewigen Schnee und am Fusse des Vulcans gibt es heisse Quellen. Da Ferienzeit ist, sind an den Wochenenden an solchen Orten immer sehr viele Leute. Also nutzen wir das Wifi im Camping und reparieren erfolgreich unsere zwei Festplatten. Nun haben wir unsere Daten wieder auf drei Festplatten gespeichert. Nur unsere Verstärkerantenne zum W-Lan können wir nicht reparieren. Mir fehlt ein Kabel um das W-Lan mit einem Up-Date neu zu konfigurieren. Hoffentlich finden wir in Mendoza ein solches Verbindungskabel.

Wie bereits am Ende unserer letzten Reise geplant fahren wir jetzt ein Seitental hoch zum Vulkan Domuyo. Zuerst auf geteerten Strassen und durch herrliche Landschaften erreichen wir kleine Dörfer. Die Flüsse sind hier meistens braun und schmutzig, denn in der Gegend wird Gold abgebaut! Die letzten 40km sind eine Piste die uns über hunderte von Kurven, hoch und runter, durch fantastische Landschaften zu Aguas Caliente führt. Hier fliessen viele kleine Bäche und Flüsschen, und alle führen heisses Wasser. Wir schauen uns das mal an, und ich, tollpatschig, trete beim Überqueren eines Bächleins in ein Moorbeet und ziehe einen Schuh voll Dreck raus. Irgendwie ist es viel zu heiss um in heissem Wasser zu baden und so entschliessen wir uns, am nächsten Morgen ein Bad zu nehmen. Da es nachts kalt wird, 12 Grad, steigen am Morgen Nebelschwaden aus den Bächlein, ein bezauberndes Bild.

 

Wir sind definitiv keine Wasserratten! Am Morgen ist es uns zu kalt um zu den Quellen hochzusteigen. So fahren wir wenige Kilometer zu einem Bächlein, in der Hoffnung, dass das Wasser hier auch warm ist. Aber weit gefehlt, ausnahmsweise ist der Bach kalt. So geht es zurück, durch eine Furt mit heissem Wasser! Für einmal erhält das Auto eine heisse Unterbodenwäsche! So erreichen wir einen kleinen Platz und lassen das Auto stehen. Von hier aus wandern wir ca. 20 Minuten zu den Geysiren in einer kleinen Schlucht. Es ist noch nicht sehr heiss und die Landschaft bezaubernd. Immer wieder staunen wir wie heisses Wasser aus dem Boden schiessen kann! Dann aber geht die Fahrt in ein Seitental zum Lago Lauquen. Hier gibt es einen kleinen primitiven Campground. Wir staunen nicht schlecht als der Ranger uns fragt ob wir Rentner seien. Sehen wir soooo alt aus? Dafür müssen wir keinen Eintritt in den Park und keinen Campingpreis bezahlen. Das hingegen freut uns sehr!

 

Was für ein schöner Platz unter Bäumen. Wir suchen uns einen Platz an dem unsere Sonnenpaneele an der Sonne sind und wir im Schatten sitzen können. Schlussendlich wollen wir, dass unser Kühlschrank funktioniert und wir abends eine erfrischende Dusche nehmen können um den Staub und Schweiss abzuwaschen, es wird immer noch über 30 Grad heiss! Einfach fantastisch hier! Am Morgen sind wir bereits um 9.00 Uhr zu Fuss mit Wanderschuhen unterwegs zu den Wasserfällen. Anstrengend! Dies weil wir ab und zu über Felsen klettern musssten. Aber Landschaftlich toll!

 

Nun sind wir wieder in Chos Malal, erledigen alles, auch „Coiffeur time“, einkaufen, waschen etc. Dann geht es weiter Richtung Mendoza.  

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