Chile und Südchile StepMap Chile und Südchile

_______    Reise 2015

_______    3.3. - 10.3. 2016
_______    10.3. - 20.3. 2016
_______    20.3. - 3.4. 2016

Osorno - Suizandina

Bereits um 9.00 Uhr stehen wir in der Nissan Werkstatt. Diesen Termin haben wir vor 10 Tagen vereinbart. Grosser Service, d.h. auch Bremsen etc. kontrollieren und die bestellte Ölwanne ersetzen. Die defekte nehmen wir dann mit, denn sie ist noch dicht und hat nur eine Delle. In Chiloé mit den extremen Steigungen hat sich unsere Kupplung jeden Tag mehr bemerkbar gemacht. Deshalb fragen wir auch, ob sie eine Kupplung an Lager haben. Tatsächlich ist eine an Lager und so kann sie auch ersetzt werden. Zusätzlich muss auch das Licht hinten kontrolliert werden. Seit Monaten fahren wir ohne Licht hinten und etliche Versuche das Problem zu lösen waren erfolglos.

 

Wir setzen uns ins Wartezimmer, nutzen das gute Wifi für unseren Bürokram. Beat sucht in der Umgebung noch eine Wäscherei. Pünktlich um 13.30 Uhr wird die Werkstatt für zwei Stunden geschlossen und wir müssen auch hinaus. So wandern wir Richtung Stadtzentrum und essen in einem schönen Restaurant. Auf dem Rückweg holen wir dann unsere saubere Wäsche wieder ab. Am Nachmittag kommt bei uns dann der Frust hoch. Wir können nicht mehr ins Womo, es steht auf dem Lift und die Räder sind demontiert! Wir aber haben keinen Strom für Handy und PC und die Kabel sind im Womo. Und das Schlimmste, wir müssen ein Hotel suchen zum Übernachten und haben weder Kleider noch Zahnbürste etc. Also suche ich zuerst ein Hotel und finde ein „Schnäppchen“! Super, die Stimmung steigt ein wenig! Gegen Abend machen wir uns dann ohne Gepäck auf den Weg in die Stadt, denn unser „Schnäppchen“ liegt neben dem zentralen Park. Unterwegs kaufen wir noch in einem Supermarkt Zahnbürste und Zahnpasta sowie Sandwiches und etwas zum Trinken. Wir sind noch satt vom guten Mittagessen. Mit einem Plastiksack in der Hand erreichen wir unser Hotel und finden den versteckten Eingang sowie etwas wie eine Rezeption. D.h. ein Mann hinter einem PC in einem Miniraum! Wir schauen uns an, wo sind wir denn hier gelandet? Die Bilder im Internet sahen vielversprechend aus. Das Zimmer mit Bad im 4. Stock, mit Lift erreichbar, sieht schön, sauber und ok aus. Also doch nicht so schlimm. Wir machen uns aber gleich nochmals auf den Weg um Dollars zu wechseln.

 

Endlich ist auch bei uns Feierabend und wir setzen uns aufs Bett, denn es gibt lediglich einen Stuhl im Zimmer. Dafür Fernseher und Kühlschrank. Aber oh Schreck, das Bett! Auf meiner Seite ist es nach oben gewölbt und ich spüre jede Feder, auf Beats Seite hängt es durch und er fällt fast aus dem Bett. Das kann ja heiter werden! Die Nacht ist dann tatsächlich nicht so erholsam und wir sehnen uns nach unserem Schlafzimmer! Dazu kommt, dass die Fenster zum Park gehen und nur Einfachverglasung haben. Ein Fenster kann man nicht ganz schliessen! Wenn wir besser Spanisch könnten, würden wir jedes Wort verstehen!

 

Nach dieser trostlosen Nacht gibt es ein gutes Frühstück in der Cafeteria nebenan und dann wandern wir zurück zur Werkstätte. Stromlos, d.h. ich kann nicht Website machen, nicht Zeitung lesen. In dieser Nacht geschahen die Anschläge in Brüssel und im Wartezimmer laufen ununterbrochen die neusten News im Fernseher. Ich setzte mich an einen der festinstallierten Computer und versuche in der Zwischenzeit Flüge für unseren Heimaturlaub zu finden. So verbringen wir die Zeit mit einem Flug buchen. Nun ist es definitiv, wir fliegen am 1. September nach Hause und am 27. Dezember wieder zurück, jeweils über Buenos Aires. Wie gestern, müssen wir über den Mittag aus der Werkstatt raus und holen uns einen Lunch im Shoppi, den wir im nahen kleinen Park essen und die Sonne geniessen.

 

Endlich am Nachmittag wird unser Auto wieder auf die Räder gestellt und wir holen die Stromkabel. Ich kann weiterarbeiten und Zeitung lesen. Es dauert und dauert mit dem Auto. Wir fragen uns, wann die Werkstatt Feierabend macht. Um 19.00 Uhr merken die Arbeiter, dass die Lichter hinten immer noch nicht funktionieren. So bezahlen wir die Arbeit die geleistet wurde und fahren zu unserem Übernachtungsplatz um am nächsten Tag nochmals in die Werkstätte zu fahren wegen dem Licht. Nachtessen kochen, gewaschene Kleider versorgen, Bett anziehen und dann todmüde ins Bett, obwohl wir ja heute nicht sehr viel geleistet haben!

 

Die Arbeiter finden den Fehler nicht auf Anhieb. Schlussendlich setzten sie einfach eine stärkere Sicherung ein, und das soll nun funktionieren. Beat macht sich ein wenig Sorgen, denn einen Fahrzeugbrand wollen wir nicht! Aber was soll`s, es funktioniert! Dann noch den Wassertank füllen und kurz vor dem Mittag fahren wir los Richtung Valdivia, endlich!

 

Natürlich wollen wir auf Nebenstrassen fahren. Unser frisch gewaschenes Auto sieht nach wenigen Kilometern wieder aus! Es hat nämlich in der Zwischenzeit ein wenig geregnet und wir fahren auf Pisten und über Baustellen! Aber was ist das schon, unsere Kupplung ist super, das Auto läuft, und morgen soll besseres Wetter sein. Plötzlich hört die Strasse auf, obwohl auf der Karte und im Navi gibt es eine Strasse. Also zurück auf die Autobahn und auf direktem Weg nach Valdivia. Hier finden wir dank unserm App „IOverlander“ (ein App für Reisende und von Reisenden mit vielen Stellplätzen, Werkstätten etc.) einen ruhigen Stellplatz direkt am Fluss und nahe bei der Stadt. Die hilfsbereiten Besitzer geben uns den Schlüssel, damit wir am Karfreitag, wenn wir abreisen, das Tor öffnen können. Der Parkplatz ist über Ostern geschlossen.

 

Die Stadt gefällt uns vor allem wegen den schönen Bauten. Leider sieht man sie hinter den Stromleitungen die überall hängen kaum. Der Fisch- und Gemüsemarkt gefällt uns sehr. Hinter dem Fischmarkt am Fluss entdecken wir viele Robben und Vögel die von den Fischabfällen leben. Die Robben sind vollgefressen! Leider ist das Museum der Anwandterbrauerei, die erste grosse Brauerei von Deutschen Einwanderern, die vor 100 Jahren erbaut wurde, geschlossen und auch das Herrschaftshaus kann man nicht mehr besichtigen. So fahren wir in den Park Oncol. Da Osterfeierertage sind, hat es viele Touristen in Valdivia und Umgebung. Erst als wir die Schotterstrasse am Meer entlang erreichen nimmt der Verkehr ab und wir haben eine tolle Sicht auf den Pazifik mit seinen riesigen Wellen. Der Park schützt einen Urwald, der seit der Eiszeit überlebt hat, als in den Tälern die Gletscher flossen und sich auf den Hügeln, wie in einem Biotop, diese Wälder gebildet haben. Die Sonne scheint und wir können draussen sitzen und den Nachmittag mit lesen geniessen. Am Morgen fragt mich Beat ob ich das Auto nachts gehört hätte. Da muss doch einer hierhergefahren sein, ausgestiegen und im Park umhergeirrt sein und immer Hallo gerufen haben. Ich habe von dem allem nichts mitbekommen. Ein bisschen ein mulmiges Gefühl kommt schon auf. Hier waren wir ganz alleine im Wald! Was hätte alles geschehen können!

Nun geht die Reise wieder ostwärts, Richtung Pucon und zur Grenze nach Argentinien. Der Weg ist nichts Besonderes, fahren wir doch an vielen abgeernteten Getreidefeldern und Obstplantagen vorbei. Vor Pucon nimmt der Verkehr zu da Osterfeiertage sind. Wir waren im Oktober schon mal hier, da hatte es kaum Touristen. Kurz vor der Grenze finden wir dann unsern SPA. Wir entschliessen uns erst am nächsten Morgen um 9.00 Uhr ins SPA zu gehen und übernachten auf dem Parkplatz. Da staunen wir nicht schlecht. Plötzlich kommen Mutterschweine mit ihren Jungen über den Parkplatz und suchen Fressbares! Die Entscheidung erst am morgen ins Bad zu gehen war richtig. Argentinier und Chilenen stehen nie früh auf, das Bad öffnet aber um 9.00 Uhr, und so sind wir ganz alleine hier und geniessen das warme Wasser. Duschen konnten wir hingegen nicht, das Duschwasser war eiskalt! So fahren wir weiter zur Grenze, immer den 3700m hohen erloschenen Vulkan Lanin im Sichtfeld und immer mehr Araukarien. Diese Bäume gibt es schon 3 Mio. Jahre und sie werden sehr alt. In dieser Gegend gibt es noch ganze Wälder von diesen interessanten Bäumen, die geschützt und für die Mapuche (Ureinwohner) heilig sind. Die chilenische Grenze geht ruck zuck. Aber dann sehen wir die Kolonne vor der argentinischen Grenze, wie lang ist sie wohl? Wir verbringen das Warten mit Müesliessen, lesen und stricken. Ab und zu geht es 20m weiter. 6 Stunden geht die Warterei, bis wir am Zoll sind. Ausser ab und zu ein Hupkonzert von verärgerten Argentiniern, wickelt sich alles in einem ruhigen und geordneten Rahmen ab. Argentinien ist nun mal soooooo langsam! Zum ersten Mal in Argentinien will mir der Zollbeamte Gemüse und Früchte wegnehmen. Ich erkläre ihm dann, dass wir drei Tage im Nationalpark, in dem auch der Zoll liegt, wandern möchten und etwas zu essen brauchen. Das reicht, wir können alles behalten. Beim Ranger, 2km nach der Grenze übernachten wir dann und haben sogar Free Wifi.

 

Nach einer Wanderung über die Baumgrenze haben wir freie Sicht auf den Lanin. Anschliessend geht es weiter, denn laut der Rangerin, soll es in zwei Tagen schneien und da wollen wir vorher wieder über die Anden nach Chile fahren. Wir fahren dem Rio Aluminé entlang in ein „Mapuche“ Gebiet. Die Mapuche sind Ureinwohner, die vor 100 Jahren vor den Europäern aus Chile geflüchtet sind. Sie lebten früher von den Nüssen der Araukarien. Deshalb fahren wir auch immer wieder durch Wälder mit diesen Bäumen. Die Pappeln sind bereits gelb, andere Bäume verfärben ihre Blätter, wir sind im Herbst angekommen. Ein wunderschönes Tal, indem wir am Bach übernachten. Vor Aluminé sehen wir noch eine Touristeninfo. Die Mapuche, die dort arbeiten zeigen uns auf der Karte ein Seitental das besonders schön sein soll. Also fahren wir hier zum Lago Rucachoroy. Eine wunderschöne Gegend und am Ende der Strasse ein See mit einem Camping. Wir sind wieder ganz alleine und haben die wunderbare Aussicht auf den See, mit den Rindern und Pferden im Vordergrund, für uns alleine. Es ist ruhig, kein Licht nachts, richtig zum Erholen. Übrigens auch hier, beim Ranger (wir sind wieder in einem Park) gibt es Free Wifi, unglaublich!

 

Weiter geht die Fahrt zurück ins Dorf Aluminé mit seinen grünen Parks und grünen Mittelstreifen. Richtig erfrischend, denn die Gegend ist sehr trocken. Ein weiterer Abstecher führt uns in einem Rundkurs durch grosse Araukarienwälder zum Lago Aluminé und weiter der Grenze entlang nordwärts. Immer sandiger wird die Gegend. Teilweise fühlen wir uns wie in der Sahara. Windböen verwirbeln den Sand und dazwischen stehen die Araukarien in ihrem satten grün. Aber wie die Rangerin gesagt hat, das Wetter verschlechtert sich und so entschliessen wir uns, die Anden zu queren und auf der Hauptstrasse bis zum Camping La Suizandina zu fahren. Dieser wird von einem schweizerisch/chilenischen Paar geführt und ist einfach toll. Kaum eingerichtet regnet es für mehr als sechs Stunden. Hier bleiben wir fünf Tage, putzen das Auto, machen viel Bürokram, Website und Mails. Beat hofft, dass er das Problem mit dem Rücklicht lösen kann. Da wurde nämlich vor 3 Monaten eine falsche, das heisst eine stärkere Glühbirne eingebaut, beim nächsten Mal hat man dann wieder zwei zu starke Birnen eingebaut, danach eine zu starke Sicherung, bis schlussendlich durch die zu starke Hitze auch noch die Kunststoffabdeckung beschädigt wurde. Jetzt ist alles wieder im Originalzustand und wir hoffen dass das Rücklicht wieder funktioniert. Da das Internet gut ist, können wir auch telefonieren. Unsere Reise geht noch in den Park Conguillio und dann zurück nach Argentinien zum Vulkan Copahue, der vor kurzem wieder sehr aktiv war. 

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