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________  5. Juni - 28. Juni 2015

________  12. Juli - 9. August 2015

________  9. August - 17. August 2015

Montevideo - Punta del Este - dem Rio Uruguay entlang

Wir fahren aus dem Hafen, der direkt bei der Altstadt liegt und sind gespannt was uns erwartet. Heute ist Sonntag, und obwohl wir noch durch einige menschenleere Strassen fahren, finden wir keine ATM-Maschine um Geld zu beziehen. Und oh Schreck, es gibt fast nur Einbahnstrassen. Zudem sind sie nicht angeschrieben, d.h. wir wissen nicht wie sie angeschrieben sind. Wir merken nur dass wir die falsche Richtung fahren. Schlussendlich stellen wir fest, die Strassenschilder sind mit Pfeilen markiert und man darf nur in Pfeilrichtung fahren. Zum Glück gibt es heute Sonntag fast keinen Verkehr.

 

Wir geben auf und entschliessen uns dem Meer entlang zum Paraiso Suiza zu fahren. Wir haben Dollars dabei mit denen wir notfalls bezahlen können. Die Strasse führt an schönen Sandstränden mit gegenüberliegenden modernen Hochhäusern in parkähnlichen Gartenanlagen vorbei. Dazu hunderte von Joggern! Wir haben noch nie (ausser bei einem Marathon) so viele Jogger gesehen. Die Strasse ist breit und die Fahrweise der Uruguyaner sehr diszpliert. So können wir den herrlichen Ausblick auf den Atlantik geniessen. Nach etlichen Kilometern kommt plötzlich eine Mautstelle. Ich steige aus und kläre ab, ob wir mit Dollar bezahlen können. Eine Angestellte bestätigt uns, dass wir mit Dollar bezahlen können und Pesos zurückerhalten. Super, so kommen wir zu unserem ersten Geld. Leider reicht das dann nicht aus um im grossen Shoppingcenter an dem wir vorbeifahren einzukaufen.

 

Und plötzlich sehen wir die Einfahrt zum Paraiso Suiza. Wir werden von Heinz und Silvia, die dieses Camp aufgebaut haben, herzlich begrüsst. Heinz gibt uns unkompliziert 1000 Pesos Vorschuss um im nächsten Dorf etwas zum Nachtessen und fürs Frühstück einzukaufen. Wir durften ja keine Lebensmittel mit auf das Schiff nehmen. Das hat aber niemand kontrolliert, und in Zukunft würden wir das sicher nicht mehr so machen. Also geht es ab ins Nachbarsdorf. Leider ist hier am Sonntag alles geschlossen. In einem Tankstellenshop finden wir dann Wein , Butter und Teigwaren. Brötchen bekommen wir auf dem Camping. Nun sind wir also definitiv angekommen und geniessen den Nachmittag an der Sonne mit unseren deutschen Nachbarn, Uwe und Claudia mit ihrem Hund Mia.

 

Heute wolle wir im nächsten Ort Gas tanken, Geld wechseln und einiges einkaufen. Bei der Gastankstelle teilt wird uns mitgeteilt,  dass wir morgen um 8.00 Uhr tanken können. Da von Flasche zu Flasche betankt wird, dauert dies seine Zeit. Geld wechseln an den ATM im Shoppingcenter geht dann auch nicht, beide Karten werden nicht akzeptiert. Schlussendlich müssen wir Dollar wechseln. Nun kann das Einkaufen losgehen. Von Salz über Müsli bis Mehl usw. brauchen wir alles. Hefe finden wir auch nachdem uns das Übersetzungsapp geholfen hat. Während dem Einkauf merken wir, dass wir zu wenig Geld gewechselt haben. Die Lebensmittel, ausser Fleisch, sind sehr teuer. So muss Beat nochmals Kohle beschaffen, bevor wir bezahlen können. Dann wird eingeladen und versorgt. Das dauert aber sehr lange, denn wir werden dauernd von Uruguayern angesprochen wegen den Wappen am Auto und natürlich auch gefragt woher, wohin etc. Alle haben irgendwelche Verwandten aus Deutschland oder der Schweiz. Ja, uns fällt auf, dass das Kulturengemisch hier extrem ist. Vor und nach dem letzen Weltkrieg sind viele Leute aus Europa hierher ausgewandert. Das sieht man teilweise auch den Häusern an. In dieser Gegend hat es viele Häuser mit Strohdächern.

 

Endlich fertig eingepackt geht es zur Bank und da können wir dann einen grösseren Betrag abheben. Zu Hause auf dem Camping beschliessen wir dann das von Heinz angebotene Gas auf dem Campingplatz von Flasche zu Flasche abzufüllen. Die eine Flasche aufgehängt an einer Leiter und mit Schlauch zu der eingebauten Flasche verbunden funktioniert das zu Beginn recht schnell aber je länger je langsamer.

 

Jetzt ist die Flasche zu ¾ voll und wir können beruhigt kochen. In der Zwischenzeit habe ich auch die Homepage gemacht, die Berichte für die Zeitung geschrieben, alle Fotos eingeordnet und vor allem alle Mails beantwortet. Ein Riesenstress!! Reisen kann schön anstrengend sein! Dazwischen haben wir heute eine längere Wanderung dem menschenleeren Sandstrand entlang gemacht. Kilometerweit keine Menschenseele, nur Sand!

 

Schon sind wir 4 Tage hier und wollen noch alles Waschen. Leider weht der Wind heute unglaublich stark und ich bin froh, dass ich von Claudia noch zusätzliche Wäscheklammern erhalte damit die Wäsche nicht wegfliegt. Am Abend essen wir dann gemeinsam, denn Silvia hat uns Ossobucco mit Kartoffelstock gekocht. Herrlich!

 

Wir entscheiden uns noch einen Tag länger zu bleiben, denn jetzt haben wir endlich Zeit unsere nächsten Etappen zu planen.

Heute geht es los! Wir fahren der Küste entlang Richtung Brasilien. Sandstrände um Sandstrände! Es hat keine Ende! Kurz vor Punta del Este biegen wir zum Leuchtturm ab und essen unser Müesli. In der Ferne sehen wir grosse Frachter ins Delta des Rio de la Plata fahren die nach Montevideo oder Buenos Aires unterwegs sind. Dann besuchen wir ein Museum von Carlos Paez Vilaro. Ein weitgereister sehr berühmter Künstler der vor einem Jahr 90jährig gestorben ist. In seinem herrlichen Haus am Meer erhalten wir mit einem interessanten Film einen Einblick in sein Leben und Schaffen.

 

Bis Punta del Este fahren wir vorbei an modernsten Häusern und Villen aber auch modernen Hochhäusern. Fast alles Ferienwohnungen der Reichen und Reichsten aus der ganzen Welt. Filmschauspieler, Politiker etc. Entsprechende Boote stehen dann auch im Hafen. Am südlichsten Zipfel von Uruguay, in Punta del Este parken wir und übernachten auf einem ruhigen Parkplatz.

 

Von hier geht es weiter der menschenleeren Küste entlang mit riesigen Sandstränden und immer weniger mondänen Häusern. Irgendwann müssen wir mit auf einem kleinen Floss einen Fluss überqueren und die Strasse führt jetzt nordwärts durch riesige Weidelandschaften mit Rindern. Auch Eukalyptusplantagen die dreimal, nach je 7 Jahren, abgeholzt werden. Nach 21 Jahren müssen die Wurzelstöcke entfernt werden und neue Bäume gesetzt werden. Das Holz geht in die Papierindustrie. Die Strasse ist nicht mehr geteert, sehr kurvig aber gut. Es geht über kleine Hügel bis wir in Rocha sind und dann nordwestwärts kurven nach Minas. Hier wollen wir irgendwo übernachten. Es gibt einige Camping hier, alle aber sehr touristisch und im Winter verlassen und ungepflegt. Schlussendlich finden wir einen Camping Municipal an einem kleinen Stausee. Alleine übernachten wir hier bei frostigen Temperaturen.

 

Leider gibt es am nächsten Tag kein Trinkwasser hier und so versuchen wir unser Glück bei der Tankstelle. Nun können wir ohne Probleme die nächsten drei Tage in Montevideo beim Leuchtturm übernachten. Auf einer grossen Wiese treffen wir auf Marc und Claudia aus Deutschland und verbringen einen gemütlichen Abend zusammen. Um uns herum sind rund um die Uhr Autos, meistens mit dunklen Scheiben! Kondome und Hundedreck runden das Bild ab! Die Hunde werden hier von Hundesittern zweimal täglich in kleinen Camions hergeführt und dürfen 1 Stunde mit Leine umherrennen. Einige müssen angebunden bleiben, ihnen möchte ich eigentlich nicht begegnen, denn sie sehen sehr gefährlich aus. Die kleineren Hunde werden an Leinen umhergeführt, bis zu 12 Stück führt sie ein Mann gemeinsam Gassi! Übrigens, den Hundedreck bemühen sie sich aufzuheben, aber leider nicht immer allen!

 

An einem Tag fahren wir noch mit dem Bus in die Stadt und wandern durch die alten Gassen. Wir finden sogar einen  Friseur für mich. Beat bekam im Paraiso Suizo von mir einen Haarschnitt verpasst! Erneut versuchen wir Geld aus einer Maschine zu holen. Nach etlichen Versuchen erbarmt sich dann ein Bankangestellter und hilft uns. Wir können täglich 5000 Pesos, ca. 200.- Fr. abheben (oder auch Dollar), aber leider nicht auf einmal, wir müssen einmal 3000 und dann das nächste mal 2000.- Pesos abheben! Nun haben wir auch das gelernt! Da es heute herrlich warm ist und kein kalter bissiger Wind weht, entscheiden wir einen weiteren Tag hier zu bleiben um zu schreiben, Brot zu backen und Fotos zu erledigen.

Nun geht es weiter. Zuerst fahren wir am Hafen von Montevideo entlang, der direkt vor der Altstadt liegt. Bald folgen wieder lange Sandstrände und wir biegen nordwärts ab, denn wir wollen durch das „uruguayische Weinland“ fahren. Vorbei an einigen Rebflächen und viel Weideland fahren wir mit wenig Verkehr bis Santa Lucia. Uruguay ist etwa viermal so gross wie die Schweiz und hat nur 3,3 Millionen Einwohner, wobei die Hälfte in Montevideo lebt! So fährt man auf guten Strassen durchs Land, ab und zu kommt ein kleines Dorf oder eine Estanzia und es hat kaum Verkehr.

 

Da wir  keinen Weinbauer besuchen wollen, biegen wir auf eine Nebenstrasse ab und fahren gemütlich mit 70 km/h, nordostwärts bis Nueva Helvecia. Vor allem Ende des 19. Jahrhunderts haben sich hier Schweizer nieder gelassen. Überall sehen wir die Schweizerfahne und Kantonswappen an den Häusern. Aber Schweizer haben wir keine getroffen und Deutsch spricht auch keiner! Wir geniessen dafür im Kaffee je ein Stück Torte. Riesig, mit viel Sahne! Deshalb gibt es zum Nachtessen nur noch Suppe! Vorher fahren wir noch bis zum Städtchen Colonia del Sacramento, Weltkulturerbe. Wir übernachten zwei Nächte direkt am Rio del la Plata und sehen in weiter Ferne die Hochhäuser von Buenos Aires. Auch die Sonnenuntergänge sind fantastisch. Am Tag spazieren wir auf altem Kopfsteinpflaster durch die gemütlichen Gassen, vorbei an spanischen und portugiesischen Häusern und vielen Bogainvillea Sträuchern. Und das bei herrlichem Sonnenschein und Temperaturen um 18 Grad.

 

Nachts wird es sehr kalt. Am nächsten Morgen passiert es dann! Unsere Heizung springt nicht mehr an. Das heisse Wasser reicht noch für eine Dusche und für den Abwasch. Wir sind gefrustet! Da es Freitag ist, entscheiden wir uns nordwärts auf einen Camping mit Strom zu fahren. Elektrisch funktioniert die Heizung zum Glück einwandfrei. Auf einem sehr primitiven Camping stehen wir dann ganz alleine. Wir nutzen das schlechte Wifi um Truma ein Mail zu schreiben und sie vorzuwarnen, dass wir am Montagmorgen um 10 Uhr (Schweizer Zeit, Uruguay 5.00 Uhr!!!!!) anrufen.

 

Weil der Campingplatz so miserabel ist, fahren wir am Samstag weiter nordwärts. Es freut uns, denn es wird immer wärmer! In der Therme von Arapay angekommen, treffen wir wieder auf Claudia und Uwe die hier „Ferien“ machen vom Reisen und das Thermalbad intensiv nutzen. Wir stehen morgens um 5 Uhr auf, ziehen uns an und gehen an die Administration, denn von hier aus funktioniert das Internet am Besten. Wir rufen per Skype Truma an und besprechen was zu tun ist. Da es bis 8 Uhr bei uns dunkel ist, legen wir uns nochmals ins Bett. Nach dem Frühstück  beginnt dann Beat mit der Kontrolle von Sicherungen etc. Er muss die Heizung teilweise ausbauen um diverse Messungen durchführen zu können. Immer wieder telefonieren wir mit Truma und bekommen Anweisungen. Schlussendlich schicken wir am Abend noch ein Mail mit allen Angaben. Mit diesen Angaben gelingt es Truma den Fehler zu lokalisieren und wir erhalten am Dienstagmorgen dann den Bescheid, dass der Glühstift defekt ist.

Bekannte von uns werden Anfang Juli mit dem Schiff nach Montevideo reisen. Diese Möglichkeit des Transportes müssen wir nutzen. Truma schickt die Teile an eine deutsche Grenzpoststelle, Cynthia holt das Paket ab und bringt sie unseren Freunden. Die Zeit ist knapp, vor allem weil die Deutsche Post wieder einmal streikt. So hoffen wir dass alles klappt!

 

Beat baut wieder alles ein und kontrolliert noch die Wasserpumpe die auch nicht zu unserer Zufriedenheit funktioniert. Schlussendlich ist am Abend wieder alles eingebaut. Doch leider rinnt beim Einfüllen des Boilers noch irgendwo Wasser heraus. Doch auch hier finden wir das Leck. So können wir nachts heizen, denn es wird kühl.

 

Aber nun gehen die Temperaturen in die Höhe, am Tag bis zu 25 Grad und nachts nur noch 14 Grad. Wir geniessen die Tage mit Baden, lesen, schreiben und telefonieren. Denn mit Wifi ist das ja super.

 

Endlich, am 29. Juni reisen wir ab. Genau zum richtigen Zeitpunkt, denn ein Gewitter zieht über das Land und während wir nordwärts reisen nach Brasilien, dann nach Argentinien und Richtung Nationalpark Ibera und Iguazu, regnet es immer.

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