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________  23. Sept. - 14. Okt. 2015

________  14. Nov. - 4. Dez. 2015

________  4. Dez. 2015 - 20. Dez. 2015

________  20. Dez. 2015 - 8. Jan. 2016

________  19. Jan. - 12. Febr. 2016

________  12. Febr. - 3. März 2016

Lago Azul - Punta Arenas

Wir fahren aus dem schönen Park Lago Azul und biegen auf der Hauptstrasse ab Richtung Punta Arenas auf die Ruta „Fin del Mundo“. An der Grenze ist die Ausreise aus Argentinien und die Einreise nach Chile rasch erledigt. Dann aber stellen wir fest, dass eine lange Warteschlange für die Aus- bezw. Einfuhr des Autos besteht. So stellen wir uns hinten an. Es windet eisig kalt und wir müssen die warmen Jacken holen, denn die Warteschlange geht bis vor das Gebäude. Erst später erfahren wir, dass Argentinien ein verlängertes Wochenende hat und die Leute nach Punta Arenas in die Freihandelszone einkaufen gehen. In Chile ist auch sonst alles viel billiger. Na ja, nach einer Stunde haben auch wir die nötigen Stempel und wir fahren nur ein kurzes Stück bis wir abbiegen in den Nationalpark Pali Aike. Ein vor über 10`000 Jahren erloschener Vulkan erwartet. Die tolle Landschaft im Park gefällt uns sehr und wir entschliessen uns 2 Nächte zu bleiben und machen Wanderungen. Erstaunlich, dass nach so langer Zeit auf dem Lavafluss teilweise noch kein einziges Blümchen wächst, und teilweise aber kleinste Pflanzen aus dem Boden „gucken“. Uns fasziniert diese Welt!

 

Dann aber geht es für 2 Wochen nach Punta Arenas, der südlichsten Stadt auf dem Festland von Südamerika, mit 125`000 Einwohnern. Die Strasse führt teilweise der Magellanstrasse, der berühmten Wasserstrasse die Feuerland vom Festland trennt, entlang. So erreichen wir Punta Arenas und fahren einfach mal durch die Stadt. Schlussendlich finden wir einen Supermarkt der am Sonntag offen hat und kaufen wieder einmal gross ein. Etwas ausserhalb der Stadt gibt es einen „Campground“. Den suchen wir und stellen uns auf die Wiese direkt an der Magellanstrasse. Es hat hier keine Infrastruktur, aber die Lage ist wunderschön und vor allem ist es ruhig. So übernachten wir mehrere Tage hier und bestaunen jeden morgen entweder die Delfine oder dann die Seelöwen die sich vor unserem Stellplatz im Wasser tummeln.

 

Die Chilenen fahren mit ihren Autos vor und lassen die Kinder auf dem Spielplatz spielen. Es ist ja Sommer hier. Die Temperatur ist zwischen 9 – 10 Grad und ein kalter starker Wind bläst. Die meisten Einheimischen geniessen die Sonne, die zwischen den Wolken immer wieder hervorkommt, in Winterkleidern. Es gibt aber auch solche, die mit dem T-Shirt unterwegs sind! Die Sonne geht hier um ca. 5.00 Uhr auf und geht kurz vor 23.00 Uhr unter. Da im Winter die Sonne nur ca. 5 Stunden scheint, geniessen die Chilenen im Sommer jeden Sonnenstrahl und sind bis 23 Uhr auch unterwegs. Dann aber wird es still auf dem Stellplatz und wir verbringen eine ruhige Nacht.

 

In den zwei Wochen die es dauert bis unsere Mädels kommen, wollen wir viel erledigen. Zuerst suchen wir unseren Autovermieter „Wicked-Camper“. Die Vermietung ist in einem Hostel und so erhalten wir einerseits die Bestätigung dass die Automiete ok ist und können gleichzeitig für die Mädels ein Zimmer für die erste Nacht nach dem langen Flug buchen. Anscheinend beginnt bereits die Hochsaison, denn letzte Nacht war in ganz Punta Arenas kaum ein Zimmer zu erhalten. Wifi haben wir auch und können so all unsere Mails abrufen. Zudem können wir hier auch wieder einmal die Bettwäsche, die Frotteetücher und unsere Kleider waschen lassen. Dann buchen wir einen Ausflug mit einem geschlossenen Zodiac. 5 Stunden werden wir mit den Mädels auf der Magellanstrasse umherkurven zu drei Inseln mit Pinguinen, Seelöwen und verschiedenen Seevögeln. Nur ein Problem habe ich, wir müssen bereits um 7.00 Uhr beim Boot sein, das heisst wiedermal den Wecker stellen! 

Zweimal übernachten wir in der Stadt am Strassenrand vor dem Hostel und geniessen das Wifi vom danebenliegenden Restaurant indem wir vorgängig gut gegessen haben. Die Nacht ist ein bisschen unruhig, rasen doch die Chilenen mit gefühlten 100km/h an uns vorbei! Vor allem die Jungen haben ihre Autos auch getunt, sodass sie einen Supersound haben! Was erduldet man alles wenn man Internet braucht!

 

Die anderen Nächte verbringen wir im „Camping“ ausserhalb der Stadt, einmal am Wasser, bei starkem Wind auch im kleinen Wäldchen. Hier hüpfen die ganze Zeit Hasen um unser Auto herum. Am Wasser sehen wir vor allem morgens Delfine oder dann Seelöwen die sich hier vergnügen.

 

Einmal machen wir einen Ausflug noch weiter in den Süden. Wir wollen an den südlichsten Punkt vom Festland. Die Strasse endet dann aber vor einer Brücke die restauriert wird. Es fehlen uns noch ca. 20km! Wir befinden uns hier in einer unwirtlichen Gegend, trotzdem hat es Häuser auf der ganzen Strecke. Teilweise sind es Wochenendhäuser. Da es Wochenende ist, erleben wir auch relativ viel Verkehr. Die Chilenen grillieren draussen, ob es kalt ist, regnet oder windet, es ist schliesslich Sommer! Für uns unverständlich, dass man so das Leben geniessen kann. Was machen die wenn es Winter ist? Auf dem Weg in den südlichsten Zipfel sehen wir viele verrostete Schiffe an Land und im Wasser. Unglaublich, wie hier die Umwelt verschmutzt wird. Der Abfall wird vorbildlich eingesammelt, man sieht wenig weggeworfene Gegenstände ausser man fährt durch die Randgebiete der Städte. Da liegen dann jeweils die alten Reifen, Kühlschränke etc. Und vor allem wird der Abfall von den Mülldeponien durch den starken Wind „vom Winde verweht“! Ein trauriges Bild!

 

Punta Arenas gefällt uns. Es hat einige Prachtbauten. Der Sara Braun Palast mit seiner zaristischen Pracht erstaunt uns. Rund um den Hauptplatz gibt es mehrere solcher pompösen Häuser. Die verschiedenen sehr alten Zypressen auf dem Hauptplatz und die gelb blühenden Bäume sind eindrücklich. Auch entlang von anderen Hauptstrassen gibt es viele alte Zypressen, die oft in Form geschnitten sind. In einer Kathedrale finden wir eine wunderschöne Krippe mit grossen Holzfiguren. Wir haben vermutlich noch nie so viele grosse Denkmäler angetroffen wir hier in Punta Arenas. Und dann der Friedhof. Die Gruften sind aus Stein und Marmor, kleine Miniaturpaläste. Sie zeigen den Reichtum der Schafbarone. Wir haben sogar einen Schweizernamen gefunden: Baeriswyl. Zwischen den Prachtbauten gibt es angeschriebene Wege, die mit geschnittenen Zypressen eingefasst sind. Man muss diesen Friedhof gesehen haben!

 

An einem Tag fahren wir den Hügel hoch, wir wollen sehen wo hier im Winter Ski gefahren wird. Es ist der südlichste Punkt auf Erden zum Skifahren. Und tatsächlich finden wir einen altertümlichen Sessellift. Wie es im Reiseführer steht, man sieht tatsächlich von den verschiedenen Pisten direkt hinunter auf die Magellanstrasse!

 

Einen ganzen Tag verbringen wir in der riesigen Freihandelszone. Ich brauche dringend Laufschuhe, denn bei meinen Schuhen löst sich die Sohle! Nicht ganz einfach, denn die Frauen hier sind sehr klein und haben deshalb auch kleine Füsse. Männerschuhe sind mir viel zu breit. So suchen und suchen wir, ich habe es satt! Aber endlich finden wir ein paar passende Schuhe, nur die Farbe! Violett! Na ja, was soll`s, es kennt mich ja niemand hier! Später merke ich, dass sie nicht wasserfest sind!

Mehrmals müssen wir in einem Internetshop Dokumente ausdrucken für unsere Antarktisreise und unterschrieben wieder einscannen und zurückschicken. Ausgedruckt sind die Papiere rasch, aber das scannen ist nicht ganz einfach. So schicken wir einfach ein Bild von der Unterschrift und sind froh, dass das auch geht. Ja und weil diese Reise anscheinend sehr speziell ist, gibt es sonst noch viele Papiere die gelesen werden müssen und online ausgefüllt werden müssen. Nach einigem hin und her können wir dann auch die Tickets und die Formulare bezüglich Gesundheit ausdrucken!

Nach 6 ½ monatiger Reise mit dem Womo müssen auch einmal die „Kästli“ herausgeputzt werden. Unglaublich, wieviel Staub sich da angesammelt hat! Ja und eigentlich müsste auch das Auto innen einmal gereinigt werden. Aber irgendwie ist es uns zu kalt dafür oder dann ist es so warm und windstill dass wir die Sonne geniessen. Wir holen die Stühle heraus, legen unsere neuen Schaffelle darauf und geniessen die Sonne anstatt zu putzen!

 

Ein weiterer Tag vergeht in der Nissanwerkstätte. Nein, wir haben kein grosses Problem, aber nach über 20`000km wollen wir einen Service machen lassen und hoffen, dass das Zwitschergeräusch beim anfahren dann auch weg ist. Bis wir diese Werkstätte finden fahren wir doch tatsächlich 2x die ganze Stadt ab, einer schickt uns dahin, der andere dorthin, dann ist da noch eine Baustelle und zuletzt stehen wir vor einer verschlossenen Türe! Feiertag! Am nächsten Morgen erhalten wir dann einen Termin für den nächsten Tag. Der Chef will das Auto persönlich in die Werkstatt fahren. Aber zuerst muss er sich eine Stange besorgen, denn die Stromleitungen über der Einfahrt hängen zu tief! Ein kleines Problem, das grössere folgt aber sogleich! Das Einfahrtstor erscheint mir zu wenig hoch. Also, langsam!!!!! Und stopp schreie ich, will den Schlüssel und gehe ins Womo. Oh Schreck, wir stehen mit dem hinteren Fenster am Tor an! Die chilenische Lösung: Luft aus den Reifen lassen, 10 Mann in unsere gute Stube, und langsam losfahren. Ich halte den Atem an – es geht! Wie werden wir da wieder rauskommen? Natürlich wieder alle Mann an Bord, die Luft ist schon draussen und ganz langsam rausfahren! Geschafft! Nun wieder Luft pumpen mit einem mobilen Kompressor! Wir freuen uns, die Jungs haben es geschafft, dass das Zwitschern tatsächlich weg ist (scheint ein Turbolader Problem gewesen zu sein). Während der Siestazeit in der Werkstätte haben wir noch einen Termin beim Friseur. Das muss ja auch einmal sein.

 

Alle 3-4 Tage fahren wir an die Tankstelle und füllen unseren Wassertank. Einmal wollen wir wegfahren, da spricht uns ein Chilene an. Er will uns unser Auto abkaufen. Es sei kein Problem wenn wir noch Ferien haben und es noch brauchen, er kaufe es auch in einigen Monaten. Selber ist er mit einem teuren Offroader unterwegs! Wir müssen ihm dann erklären, dass wir länger reisen und schlussendlich in Alaska sein werden.

 

Eine weitere Herausforderung ist es einen einen Briefumschlag zu kaufen. Wir brauchen über eine Stunde dafür! Schlussendlich finden wir welche, aber Sichtmäppli gibt es definitiv keine. An einem weiteren Tag organisieren wir uns noch einen Jahrespass für die Nationalparks in Chile.

 

Und natürlich backen wir noch. Jeden 3. Tag ein Nussbrot, und für Weihnachten müssen es auch noch Guetzli sein. Leider finde ich keine gemahlenen Nüsse und so gibt es einfach Mailänderli! Lecker! Die Mädels werden staunen! Übrigens, Weihnachtsrummel gibt es hier erst eine Woche vor Weihnachten! In jedem Laden erklingen englische Weihnachtslieder und der riesige Weihnachtsbaum mit entsprechend grossen Kugeln ist auf der Einfahrtsstrasse zu Punta Arenas auch aufgestellt. In jedem Büro und Geschäft finden sich die zusammenklappbaren Weihnachtsbäume mit „flashing“ Lichtern. Na ja, hier gibt es Bäume, aber natürlich keine Tannenbäume und vor allem wachsen sie so langsam dass ich Verständnis aufbringe für die Klappbäume. Hier in Chile gibt es auch viel schönere Weihnachtsdeko als in Argentinien. Ich habe eindeutig zu früh gekauft. In den Läden wird auch gross eingekauft. Vor allem Unmengen an Fleisch und Wein! Da müssen Riesengelage abgehalten werden. Übrigens, Wein gibt es hier im Tetrapack!

 

Am Sonntagabend kommen unsere Mädels hier an!

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