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________  17.August - 31. August 2015

________  31. August - 15. september 2015

________  15. September - 23. September 2015

Grenze Uruguay - Cordoba - Nationalpark las Quijadas 

Nun sind wir vorbereitet, das Auto hat die reflektierenden Streifen und das 90er Schild klebt auch an der Rückwand. Die obligatorischen Feuerlöscher haben wir von zu Hause mitgenommen. Wir fahren die kurze Strecke bis zur Grenze vor der grossen Brücke über den Rio Uruguay. Die Zollformalitäten sind schnell abgewickelt. In Uruguay uns und das Auto ausstempeln und in Argentinien erhalten wir einen Einreisestempel für 3 Monate und für das Auto ein Einreisepapier für 8 Monate. Da man das Auto länger im Land stehen lassen kann (in Uruguay sogar 1 Jahr, Personen nur 3 Monate), benutzen dies einige Traveller um einen Heimaturlaub zu machen und lassen das Auto bei einem Campingplatz stehen.

 

Wir fahren noch bis zum nächsten Städtchen mit dem unmöglichen Namen Gualeguaychu. Hier kaufen wir in einem Supermarkt ein und beschliessen hier zu übernachten. So suchen wir den Camping, finden ihn auch, aber wie! Vorbei an Wasser, Wasser und nochmals Wasser, alles ist überschwemmt! Auch hier hat es die letzten Wochen geregnet! So fahren wir zurück ins Städtchen und parkieren am alten Hafen bei den Fischern. Wir machen es uns gemütlich und nach einer Stunde beginnen wir uns zu wundern. Die Argentinier sind aus ihrer Siesta erwacht. Es ist 17.00 Uhr, sie steigen ins Auto, nehmen den Mate-Tee mit und fahren im Schritttempo durch das Städtchen und am Hafen entlang! Parkieren da, und weil es ein wenig kühl ist, sitzen sie im Auto und trinken Mate! Wir müssen uns noch sehr bemühen die Langsamkeit und Gemütlichkeit der Argentinier anzunehmen! Ab 23 Uhr sind wir dann ganz alleine und können herrlich schlafen!

 

Nun geht die Reise nordostwärts Richtung Santa Fe. Über die RN12 (Ruta Nacional) vorbei an einigen Dörfern und vielen Weiden erreichen wir kurz vor Santa Fe einen Camping Municipal direkt am Rio Parana. Superschön gelegen, ein kleiner Traum. Wir sind ganz alleine hier, ausser zwei Fischern, die später nach Hause fahren. Hier hat es wie fast überall sogar Strom und Wasser, und das alles Gratis. So geniessen wir die Sonnenstrahlen, das herrlich warme Wetter und einen zauberhaften Sonnenuntergang.

 

Am Morgen wollen wir uns die Grossstadt Santa Fe, die wir uns ansehen wollen. Leider finden wir erst nach langem suchen einen Parkplatz und schlendern anschliessend durch die Fussgängerzone. Die schönen alten Bauten sind wunderschön, aber leider ist bereits 13.00 Uhr und Siesta. Alles ist geschlossen. Wir schaffen es noch unsere Simkarte von Argentinien neu zu laden. Aber auch hier geht alles im Zeitlupentempo! So reisen wir weiter und finden kurz nachdem wir Bella Italia (hält aber keinem Vergleich mit Italien stand) passiert haben, in Rafaela einen Camping Municipal. Diesmal ohne Strom, aber ruhig gelegen.

Weiter fahren wir zur Laguna Mar Chiquita. Der See ohne Abfluss ist vor Jahren nach einem regenreichen Sommer stark gestiegen und hat den halben Ort unter Wasser gesetzt. Der Wasserspiegel senkte sich seither nicht mehr und deshalb musste man einige Häuser sprengen um wieder eine schöne Wasserfront zu erhalten. Leider sieht alles ein bisschen vergammelt aus. Auch die Flamingos sind zu dieser Jahreszeit nicht hier. Ein bisschen frustriert reisen wir ab und fahren möglichst weit, denn morgen wollen wir Jesuitenklöster besichtigen, die in dieser Gegend noch teilweise erhalten und Weltkulturerbe sind.

 

Nach einer erstaunlich ruhigen Nacht neben einer Tankstelle erreichen wir Villa Tulumba. Hier bestaunen wir die erste der wunderschönen Jesuitenkirchen. Uns hat vor allem der Altar beeindruckt. Er wurde in Loreto in der Provinz Missiones von Guarani Indios hergestellt und über hunderte Kilometer hierher gebracht. Die zweite Mission, Santa Catalina, liegt weit abgelegen von der Hauptstrasse. So müssen wir weiter über eine Naturstrasse die immer enger wird. Die Gegend ist traumhaft und vor allem hat es hier nicht geregnet, die Bäche sind fast trocken und wir haben immer strahlenden Sonnenschein und heiss! In Santa Catalina erhalten wir einen englischen Text und nehmen an einer Führung durch die ganze Anlage teil. Beeindruckend sind unter anderem die Jahrhunderte alten Bäume im Missionshof. Danach erreichen wir Jesus Maria. Dort stoppt Beat plötzlich am Strassenrand weil er Militärmusik hört! Na ja, wir können durch den Zaun eine Parade vom Militär sehen und der Marschmusik zuhören. Die Musiker singen sogar die Nationalhymne beim Abmarsch nur begleitet von ein paar Bläsern. Das gefällt ihm natürlich super! Ich frage mich wie ein Städtchen zum Namen Jesus Maria kommt? Und ausgerechnet hier eine Garnison ist! Leider habe ich keine Antworten gefunden. Vermutlich hängt es mit dem Jesuitenkloster im Städtchen zusammen. In diesem finden wir in einem Raum mit numismatischen Raritäten einen uralten Taler mit den drei Eidgenossen die die drei Finger zum Schwur heben. Und das in Argentinien. Und noch schlimmer, er ist angeschrieben als Deutscher Taler! Da unser Spanisch nicht ausreicht um zu intervenieren, belassen wir es so und wehren uns nicht.

 

Am gleichen Tag wollen wir noch nach Cordoba, der Provinzhauptstadt. Im Camping Municipal haben wir Strom und Wasser und am Abend stellt ein Argentinier noch sein Zelt neben uns auf. Da der Park weit ausserhalb der Stadt in einem Naturreservat liegt, können wir aber von hier aus nicht in die Stadt. Deshalb fahren wir durch eine herrliche Landschaft mit einem schönen See (sieht fast wie bei uns aus!) nach Alta Gracia. Ein traumhaftes Städtchen mit einer Jesuitenmission mitten im Städtchen. In der Touristinfo fragen wir wo wir Geld wechseln können.  Die Dame zeigt uns eine Wechselstube. Da sind wir ja gespannt, ob wir da auch zum Kurs des Blue Dollar wechseln können. Und siehe da! Er wechselt uns die US- Dollars für 14.80 Pesos, anstelle des offiziellen Kurs von 9 Pesos! Wir freuen uns natürlich und wechseln etwas später noch ein zweites Mal. Das Reisen wird dadurch sehr billig, der Diesel kostet so nur ca. Fr. 1.- pro Liter!

Doch dann geht es endgültig nach Villa General Belgrano in den Camping Florida, mit einem deutschen Besitzerehepaar. Und wen treffen wir hier? Uwe und Claudia mit ihrem Hund Mia! Ein freudiges Wiedersehen! Wir besorgen wieder einmal die Wäsche, und am Sonntag macht uns Ralph und Bettina (die Besitzer) ein richtiges Asado! 4 Stunden essen wir vor allem Fleisch! Es ist herrlich, aber wir sind „vollgefr.......!“. Am nächsten Tag wandern wir noch gemütlich ins Dorf und bestaunen die vielen deutschen Namen sowie den Platz wo alljährlich das Oktoberfest abgehalten wird. Natürlich kaufen wir auch leckere Süssigkeiten ein!

 

Uns zieht es aber noch mehr in die Berge und so fahren wir los, kaufen uns noch eine bessere Karte von dieser Gegend und stehen nach einer wunderschönen Fahrt schon bald in Villa Berna und dann in La Cumbrecita. Da müssen wir doch „Eintritt“ bezahlen, können aber auf dem Parkplatz übernachten. Wir wandern im Dorf herum und sind froh, dass es nicht Saison ist. Das muss ja unglaublich viele Leute da haben, wenn man all die geschlossenen Geschäfte, Restaurants und Häuser sieht. Wir bewundern vor allem die vielen blühenden Bäume. Ja, es ist Frühling bei uns! Die Temperaturen sind wegen dem kühlen Wind noch unter 20 Grad, aber an der Sonne ist es richtig heiss. Auf dem Parkplatz verbringen wir eine ruhige Nacht.

 

Gemütlich fahren wir zurück nach Alte Gracia, gehen nochmals Geld wechseln und dann suchen wir eine Übernachtungsgelegenheit. Schlussendlich finden wir einen Camping Municipal, ein bisschen verlottert, aber wir haben elektrisch und stehen unter den Bäumen am Schatten. In den drei Zelten auf dem Platz sind „Gaukler“, die das Jonglieren üben und abends weggehen um an den Kreuzungen ihre Jonglierkünste zu zeigen und Geld zu sammeln!

Wir stehen früh auf, marschieren  in die Stadt und steigen in den Bus um eine Stunde nach Cordoba zu fahren. Hier machen wir eine Stadtrundfahrt mit einem alten englischen Doppelstöcker um uns die Stadt anzusehen. Wir sind erstaunt wie viele sehr schöne alte Bauten und Kirchen Cordoba hat. Hier wurde von den Jesuiten die zweite Universität Südamerikas errichtet und noch heute ist Cordoba als zweitgrösste Stadt Argentiniens eine wichtige Universitätsstadt. Es ist heiss, über 30 Grad und so schlendern wir nach dem Mittagessen noch durch die Fussgängerzone und besichtigen dabei die wunderschöne Kathedrale. Dann geht es aber wieder mit dem Bus nach Alte Gracia und auf den Camping zurück.

Am Morgen ärgern wir uns über die Vögel. Alle Dachfenster sind versch...ssen.!!! Zum Glück haben wir die Fenster am Abend nur wenig schräg gestellt. Nur das Schlafzimmerdachfenster war ganz offen. Das haben die Vögel aber zum Glück nicht getroffen. Das hätte ja gerade noch gefehlt, nach so einem Tag in der Sch...sse zu schlafen. Wir trösten uns, dass nur Bad- und das Wohnzimmerfenster versch..... sind! Wir fahren los und wollen in den Nationalpark „del Condorito“. Da wollen wir wandern und die Kondore bestaunen. Unterwegs sehen wir noch Oldtimer. Natürlich müssen wir anhalten und die tollen Modelle bewundern die an einer Rally teilnehmen. Schon bald sehen wir aber dichte Brandwolken. Ob die vom Nationalpark kommen? Wir fahren die Berge hoch, haben eine tolle Aussicht und nähern uns leider immer mehr dem Brandherd. Schlussendlich stehen wir vor dem verschlossenen Tor in den Park! Na ja, warten hat auch keinen Zweck, denn ein Brand ist nicht so schnell gelöscht. So fahren wir weiter, denn unser nächstes Ziel ist der Nationalpark „Sierra de las Quijadas“. Durch eine karge Gebirgslandschaft mit Felsen geht es kilometerweit langsam bergab. Es ist heiss, das Thermometer steigt auf 37 Grad. Im Tal finden wir viele Campingplätze an den kleinen Flüssen. Wir wollen aber weiter, denn die Distanzen sind hier enorm und wir wollen morgen im Park sein. In Quines halten wir hinter dem Touristenzentrum und fragen ob wir hier übernachten können. Die Strasse ist sehr wenig befahren, wir haben pro Stunde nur 3-4 Autos gekreuzt! Fast wie in Australien! Die nette Dame gibt uns noch das Passwort für das Wifi und wir machen es uns  gemütlich. Da ich Zitronen gekauft habe, mache ich noch Zitronensirup. Daneben haben wir wieder einmal Zeit mit Freunden in der Schweiz zu telefonieren!

 

Müde von der langen Fahrt und der ungewohnten Hitze gehen wir früh ins Bett. Schon bald werden wir aber geweckt! Auf der anderen Strassenseite ist eine Disco und es ist Samstagabend! Na ja, immer am Samstag müssen wir hier in Argentinien mit lauter Musik rechnen bis in die Nacht! Aber hier hört der Lärm nicht auf. Wir schlafen jeweils wieder ein, dann wird die Musik wieder laut, oder es wird rund ums Auto gelacht. Morgens um 6.30 Uhr ist endlich Ruhe. Eine Stunde später stehen wir auf und trösten uns damit, dass wir im Nationalpark sicher eine extrem ruhige Nacht verbringen werden.

 

Um die Mittagszeit kommen wir da an, bezahlen die Eintrittsgebühr und fahren die 6km bis zum kleinen Campground. Herrlich, einfach toll! Die Landschaft, die Pflanzen, die Vögel, es ist einmalig schön. Erst gegen Abend machen wir eine Wanderung, denn vorher es ist zu heiss. Ja, und die Wanderung ist dann auch der Hammer. Auch die zweite Wanderung nach einer extrem ruhigen Nacht ist einmalig. Danach geniessen wir unsere Dusche und Beat putzt das Womodach mit der Vogelsch..... Ich wasche noch T-shirts aus und dann verbringen wir den Tag mit schreiben, Fotos herunterladen und lesen. Am Abend kommt noch der  Ranger vorbei und fragt ob alles ok sei und wir die Pampahasen gesehen hätten. Nein, die haben wir nicht gesehen. Viele Vögel, die so zutraulich sind dass sie sogar ins Womo kommen! Plötzlich ruft er uns, und siehe da, da sind ja die etwas komischen Tiere. Sehen aus wie Hasen, aber haben längere Beine! Wir sind auch die zweite Nacht ganz alleine an diesem ausserordentlich schönen Plätzchen! Übrigens ist der Mond sehr gross und nah, wir haben keinerlei Luft- und Lichtverschmutzung hier. Einfach schön!


Am Morgen dann sehen wir etliche dieser Pampahasen auf dem Camp und auf der Ausfahrt.

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