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________  23. Sept. - 14. Okt. 2015

________  14. Nov. - 4. Dez. 2015

________  4. Dez. 2015 - 20. Dez. 2015

________  20. Dez. 2015 - 8. Jan. 2016

________  19. Jan. - 12. Febr. 2016

________  12. Febr. - 3. März 2016

Esquel - Lago Azul

Die nächsten Tage werden wir wieder unterwegs sein. Deshalb kaufen wir noch ein, tanken Wasser und Diesel bevor wir auf die Ruta 12 fahren. Am ersten Tag fahren wir lediglich etwa 150km. Nach kurzer Zeit geht die Teerstrasse, zu unserer Freude, in eine gute Schotterstrasse über. So fahren wir ohne Verkehr gemütlich durch ein wunderschönes Tal mit einzigartigen Bergformationen. Auf unserem App „Ioverlander“ haben wir einen Campground, in Piedra Parada, auf einer Estancia gefunden. Super, hier am Bach ist es traumhaft. Wir stehen auf einer grossen Kuhweide aber eine Infrastruktur wie Toiletten oder ähnliches hat es nicht. Egal, wir haben ja alles in unserem Häuschen. Am Nachmittag wandern wir in einen nahen Canon. Herrlich hier zu verweilen und den vielen Kletterern zuzusehen, die hier die Wände hochsteigen. Es soll ein Kletterparadies sein und letztes Jahr hat hier ein Kletterausrüster ein Treffen stattfinden lassen mit über 1000 Teilnehmern. Man kann sich dies kaum vorstellen. Kein Hotel, kein Dorf, nichts ist hier ausser eben dieses Camp auf der Estanzia. Paradiesisch! Am Abend spricht uns plötzlich jemand auf Deutsch an. Eine Spanierin, frisch verheiratet mit einem Argentinier, die beide Deutsch sprechen. Sie arbeiten in der Schweiz, im Winter als Skilehrer und im Sommer auf einer Alp mit 100 Ziegen. Dort produzieren sie auch Käse. Jetzt haben sie in Argentinien geheiratet und sind in den Flitterwochen am Klettern! Spannend, was für Leute man so trifft!

 

Weiter geht die Fahrt auf der Ruta 12 bis wir nach weiteren 200km auf die Hauptstrasse kommen und in Los Alteres auf einem heruntergekommen Camping Municipal gratis übernachten. Es windet wieder sehr stark und wir müssen kurz bevor es dunkel wird noch das Auto umstellen, denn von den Pappeln fallen immer wieder Äste herunter. Im Windschatten geparkt rüttelt es dann auch nicht so stark.

 

Heute fahren wir auf  der Ruta 27, einer Schotterstrasse weiter südostwärts. Wir starten früh, denn wir wissen nicht ob wir unterwegs eine Übernachtungsmöglichkeit finden. Hier rumpeln wir durch hügeliges Land, auf einer schmalen aber guten Piste an etlichen Estanzias vorbei. Deshalb ist die Strasse auch rechts und links eingezäunt. D.h. auch, dass man nicht überall übernachten kann. Alleine geniessen wir die abwechslungsreiche Landschaft mit vielen Schafen, Nandus und Guanakos aber keinen Autos. In den letzten drei Tage sind uns lediglich drei Autos begegnet. Unglaublich!

 

Wir erreichen Rivadavia und fahren auf den Camping den wir bereits kennen. Vor sechs Wochen waren wir ja schon hier, bevor wir wieder nordwärts gefahren sind. Waschen, Post erledigen und einkaufen steht heute auf dem Plan. 

Aber wir wollen weiter und nach einem Tag suchen wir noch die Gasfüllstation, um unsere Gasflasche aufzufüllen. Da fährt doch tatsächlich ein Bimobil mit deutschen Kennzeichen vor uns her. Beat überholt und wir halten am Strassenrand. Otto und Elisabeth lernen wir so kennen. Sie sind noch nicht lange unterwegs und wollen Geld wechseln. Wir helfen ihnen dabei und danach übernachten wir gemeinsam an einem herrlichen Strand ausserhalb der Stadt. Wir verbringen einen gemütlichen Nachmittag miteinander im Womo, denn draussen weht ein bissiger kalter Wind.

 

Nach einer etwas windigen Nacht geht es wieder südwärts. Unterwegs finden wir keine Tankstellen mit Wifi, dafür entdecke ich einen Laden mit Weihnachtsdeko! Nicht wie in Europa, hier findet man kaum weihnachtliche Dekos. Kaum etwas erinnert daran, dass bald Advent ist. Ich kann es einfach nicht lassen, ich muss in den Laden. Viel Kitsch ist da. Also wird unsere Deko superkitschig werden! Ein Bild wird dann im Dezember sicher auf dem Netz sein! Beat ist überhaupt nicht glücklich über meine Kitschsammlung, aber wenn sie dann aufgehängt ist, muss er sich dann daran gewöhnen! Nun sind es nur noch wenige Kilometer bis zu einem Strand an dem es Seelöwen geben soll. Und siehe da! Elisabeth und Otto stehen bereits mit ihrem Womo an den Kliffen nach Caleta Olivia. Wir fahren dazu und was sehen wir? Eine riesige Seelöwenkolonie! Nur 20m von uns entfernt am Strand! Traumhaft. Wir können uns nicht sattsehen. Von unserem Wohnzimmerfenster aus können wir sie beobachten.  Die Jungen spielen miteinander am Strand, die Weibchen werden von den Männchen gestört und andere liegen wie tot umher. Einige spielen auch im Wasser. Besser wie jedes Fernsehprogramm und für uns ist klar, hier übernachten wir. Am Nachmittag schreibe ich noch Website und habe dabei einen tollen Ausblick!

 

Beim Frühstück geniessen wir nochmals die hunderte von Seelöwen, bevor wir wieder aufbrechen. Ca. 200km fahren wir durch die Pampa, sehen ab und zu Schafe, Guanakos und Pferde. In Puerto Desedao besuchen wir die Touristeninfo. Mit Elisabeth und Otto wollen wir morgen eine Bootstour auf dem Ria Deseado buchen. Der vermeintliche Fluss ist kein Fluss sondern ein Meeresarm. Der Rio Deseado versickert mehr als 40km vor der Küste und so ist aus dem ehemaligen Flussbett ein Meeresarm entstanden und wird „Ria“ genannt. Wir übernachten auf einem Parkplatz und fahren am Morgen auf einer schmalen Piste dem Meeresarm entlang. Eine tolle Landschaft mit vielen kleinen Inseln und vielen Tieren. Am Nachmittag geht es dann auf die zweistündige Bootstour mit einem Zodiac. Schlussendlich sind wir aber mehr als drei Stunden unterwegs und unsere Führerin zeigt uns viele Tiere. Verschiedenen Kormorane nisten oder brüten zur Zeit auf den Felsen. Auch andere Wasservögel sind am nisten, alles Tiere die wir bei uns nicht kennen. Dann machen wir halt auf der Pinguininsel und steigen aus. Im Moment brüten die Pinguine ihre Eier aus. Toll, wir können in ihre Nester sehen und wenn sie sich umdrehen sehen wir die 1-2 Eier! Die Männchen und Weibchen wechseln sich ab mit brüten, eines ist immer unterwegs am fischen. Weiter geht es den Meeresarm hoch und wir hoffen Delfine zu sehen. Leider ohne Erfolg. Also geht es in rasanter Fahrt zurück bis fast in die Meeresmündung. Und siehe da! Sie schwimmen um unser Boot! Toll sehen diese schwarz-weiss gefärbten Delfine aus. Sie werden nur ca. 1.5m gross. Glücklich wieder an Land übernachten wir nochmals auf dem Parkplatz bevor wir weiterfahren.

 

Heute fahren wir 130km zurück auf die Ruta 3. Doch unterwegs entscheiden wir uns bei diesem strahlenden Sonnenschein die Ruta 47, eine Schotterstrasse, zu fahren. Man hat uns zwar gewarnt, dass die Ruta 47 schlecht sei. Aber nichts da, wir kommen auf dieser Piste super voran und geniessen die Einsamkeit. Auf halber Strecke finden wir die Abzweigung auf die Ruta 89 Richtung Hauptstrasse. Die Strasse sieht gut aus, und kurz entschlossen fahren wir auf diesem Weg weiter. Doch leider wird der Weg schmaler und schmaler. Zwei Fahrstreifen und in der Mitte wächst hohes Gras. Wann ist hier wohl das letzte Mal ein Fahrzeug gefahren? Und dann kommen Abzweigungen die auf dem Navi nicht verzeichnet sind. Schlussendlich bewegen wir uns laut Navi immer wieder neben der Piste und wir müssen bei allen Verzweigungen entscheiden, welchen Weg wir nehmen. Endlich sehen wir das breite Flusstal. Doch zuerst geht es fast senkrecht hinunter und wir stehen plötzlich vor einer Estanzia! Der Chef hört natürlich das Hundegebell und macht grosse Augen. Er kann kaum verstehen wie wir hierher gekommen sind, denn wir stehen vor seinem Hintereingang. Aber zur Ruta 3 soll es kein Problem sein. Er öffnet sein Gatter und wir fahren durch die Estanzia auf dem Weg weiter. Nach 2-3 km wird der Weg endlich wieder besser und mit jedem Kilometer sind wir zuversichtlicher, dass wir die Hauptstrasse finden. Endlich, wir haben es geschafft. Viele Kilometer gespart, aber Zeit? Na ja, darüber reden wir lieber nicht. Nach einer kurzen Strecke auf der Ruta 3 biegen wir ab und fahren noch bis zu einer Estanzia mit Camping in der Nähe des Nationalparks „Bosques Petrificados“.

 

Am frühen Morgen besuchen wir den schönen Park mit den eindrücklichen versteinerten Bäumen. In diesem Park sind die Stämme riesig, die Landschaft hat uns im versteinerten Wald in Sarmiento aber viel besser gefallen. So geht es am gleichen Tag bei herrlichem Wetter wieder zurück auf die Hauptstrasse und nach S. Julian auf den Camping Municipal.

 

Eigentlich wollen wir nur einen Tag bleiben. Während wir auf einer Schotterpiste an der Küste entlang fahren und die tolle Küstenlandschaft bewundern, ziehen immer mehr Wolken auf. Deshalb fahren wir zurück zum Camping, denn Schotterpisten sind bei Regen sehr gefährlich, da der Sand wie Schmierseife wird und  sofort die Reifenprofile  verstopft. Eine gute Gelegenheit am nächsten Tag die Wäsche waschen zu lassen und einen Coiffeurtermin zu vereinbaren. Zudem sind heute mehrere Deutsche und ein Schweizer angekommen und es gibt viel zu erzählen.

Leider fällt der Coiffeurtermin aus. Wir haben einen Termin um 10.00 Uhr. Pünktlich sind wir da, aber leider müssen wir warten. Vor uns warten noch andere Leute. So verlassen wir nach 20 Minuten den Salon und fahren zum Nationalpark „Monte Leon“. Die Zufahrt in den Park ist schmal und teilweise noch nass. Kein Problem heute da durchzufahren, doch gestern nach dem Regen war der Weg unpassierbar und die Ranger mussten sieben Autos aus dem Dreck ziehen. Auf dem Weg machen wir Halt bei der Vogelinsel. Diese Insel ist mit tausenden von Vögeln bevölkert. Bis in die 70er Jahre wurde da noch tonnenweise Vogelsch.....e  abgebaut und über eine kleine Hängebrücke an Land gebracht. Ein kleiner Campingplatz liegt am Ende des Weges und wir verbringen hier den Nachmittag. Am Abend ist Ebbe, wir ziehen uns warm an, es windet stark und wir wollen über den Strand zur Insel waten. Eine wunderschöne Wanderung,  leider kann man sie nur an etwa zehn Tagen im Monat machen, nur dann ist die Ebbe so tief. Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist heute über 10 Meter! Wir haben etwa zwei Stunden Zeit hin und zurück zu laufen ehe die Flut wieder kommt. Toll, aus dieser Perspektive die Vögel und die Küste zu sehen. Wir beschliessen am Morgen die Wanderung nochmals zu machen. Dafür müssen wir aber bereits um 6.45 Uhr abmarschieren und so stellen wir für einmal den Wecker!

 

Am Morgen ist die Sicht wieder ganz anders, die Sonne scheint nun an die steile Küstenwand. Toll und eindrücklich. Zu Hause gibt es Frühstück, bevor wir uns auf den Weg zu den Seelöwen machen. Ein Holzsteg führt auf die Kliffen hinaus und man kann die Tiere im Wasser spielen und am Strand liegen sehen. Leider stürmt es so stark dass wir kaum gehen können. Manchmal weht es mich fast vom Steg! Wir hoffen, auf der anschliessenden, stündigen Wanderung zu den Pinguinen ein wenig vom Wind verschont zu bleiben. An Land ist der Wind erträglich, erst an der Küste windet es wieder sehr stark. Ein Warnschild, dass Pumas auf diesem Weg gesichtet wurden, erfreut mich nicht besonders. Als Puma findet man hier das Futter, die Pinguine, zu tausenden. Wir freuen uns an den kleinen Pflanzen die hier in der Steppe zu blühen beginnen. Endlich sind wir am Strand und hören die Pinguine, bevor wir sie sehen. Nicht mehr so laut wie in „Punta Tombo“, denn die meisten Pärchen haben sich gefunden und sind bereits am brüten. Am Wegrand finden wir einen Pinguin der seine zwei kleinen Jungen beschützt, die noch nicht aus dem Nest kommen. Das war denn auch das Highlight. Ansonsten sieht man von den putzigen Tieren nicht viel, sie sind viel zu weit entfernt. Wir haben zwar keinen Puma gesehen, seine Fussspuren hingegen schon. Leider sieht es nach Regen aus. So fahren wir ins nächste Dorf und finden mit viel Mühe einen Übernachtungsplatz.

 

Am nächsten Morgen fahren wir bei starkem böigem Wind  nach Rio Gallegos. Wir sind definitiv in Patagonien angekommen, der Wind ist unglaublich stark. Leider gibt es hier keinen  Camping und so übernachten wir hinter der YPF Tankstelle zusammen mit vier weiteren Reisemobilen. Wenigstens stehen wir im Windschatten. Im gegenüberliegenden Restaurant finden wir noch Wifi. So essen wir hier und können unsere Mails erledigen. Wir haben nämlich eine Antarktisreise gebucht und nun erwarten wir noch Infos um die Einzahlung zu machen. Wir freuen uns riesig auf dieses Erlebnis im Januar.

 

Am Morgen versuchen wir einen besseren Übernachtungsplatz zu finden, mit Cynthia und Vanessa werden wir dann hier die letzte Nacht verbringen, bevor sie nach Hause fliegen. Am Strand gefällt es uns gut, auch der Wind hat nachgelassen. Doch leider ist es wie immer in Argentinien. Wir sollten es eigentlich wissen! Ab 17.00 Uhr kommen die Leute an den Strand. Jogging, Hunde Gassi führen, Kinder spielen lassen, Matetee trinken. Wir hoffen, dass ab 22.00 Uhr Ruhe einkehrt. Aber nein, dann kommen die Jungen mit Musik, ihren getunten Autos und Töffs. So gibt es eine unruhige Nacht, erst morgens um etwa 4.00 Uhr ist es richtig ruhig.

 

Heute wollen wir zum „Cabo Virgines“ fahren und hoffen da Pinguine zu sehen. Das Cabo ist der äusserste Zipfel im Südosten von Argentinien und hier endet auch die berühmte Ruta 40, auf der wir schon viele Kilometer gefahren sind. Leider ist die Strasse schlecht und wird immer schlechter. 110km sind es, und am Schluss fahren wir mit 20km/h. Einöde, viele Schafe, Guanakos, Nandus  und viele Tanklastzüge. In dieser Gegend gibt es Gas und Oel. Eine Gasleitung führt sogar bis Buenos Aires. Die 100'000 Schafe gehören zu einer Farm die der Familie Benetton gehört und im Jahr 500`000kg Wolle produziert. Schlussendlich hat sich die Fahrt gelohnt! Wir treffen auf tausende von Pinguinen.  Sie queren manchmal unseren Weg oder haben sogar ihre Nester direkt am Weg. Toll. Und vor allem sehen wir jetzt des öftern die Jungen, die noch nicht aus ihren Nestern kommen, aber etwa 20cm gross sind und ein braunes Fell haben. Wirklich hübsch. Da der Weg so strapaziös war, übernachten wir hier in der Einöde.

 

Danach geht die Fahrt zurück und wir können leider keine Abkürzung machen, da der Weg durch Estanzias führt und nicht für den öffentlichen Verkehr zugelassen ist. So geht es fast drei Stunden auf dieser grässlichen Strasse zurück auf die Ruta 3 und dann zum Lago Azul, einem Vulkansee. Toll, ein erloschener Vulkan und darin ein tiefblauer See. Wir übernachten hier, obwohl der Wind nach zwei fast windlosen Tagen wieder extrem zugenommen hat. Es rüttelt und schüttelt an unserem Auto trotz den Stützen. Erst am Abend schläft der Wind ein und wir verbringen eine ruhige Nacht bevor es zur Grenze zu Chile geht.

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